Sachsenheim Wird die S5 bald verlängert?

Von Martin Hein
Das wird wohl noch dauern, bis die S5 nach Vaihingen/Enz fährt. Foto: /Oliver Bürkle

Die Regionalversammlung hat die Verlängerung der S-Bahn nach Vaihingen beschlossen. In den betreffenden Rathäusern freut man sich.

Bekanntlich hat die Regionalversammlung im Dezember beschlossen, die Verlängerung der S-1 nach Geislingen an der Steige und der S-5 nach Vaihingen (Enz) weiterzuverfolgen (die BZ berichtete).

Aufgrund der höheren verkehrlichen Wirkungen empfiehlt eine aktuelle Studie, sich auf den Korridor Vaihingen zu konzentrieren, Walheim wird in nördlicher Richtung als Endpunkt empfohlen.

Grund genug, dass in den Rathäusern in Sachsenheim, Sersheim und Vaihingen die Sektkorken knallen? Bisher eher (noch) nicht, obwohl die Freude über diesen Beschluss durchaus groß ist. Nach dem Beschluss der Regionalversammlung hat die BZ auf den Rathäusern der potenziellen künftigen S-Bahn-Haltestellen die Stimmung eingeholt.

„Nichts anderes erwartet“

Der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz begleitet die Diskussion um die S-Bahn-Verlängerung nach Vaihingen bereits seit seinem Amtsantritt 1990. Im Sersheimer Rathaus war man sehr erfreut über den Beschluss, sagt Jürgen Scholz. Man habe jedoch auch nichts anderes erwartet, da bereits vor über zehn Jahren die S-Bahn-Verlängerung Vaihingen beste Werte erhalten habe. In Sersheim hat man sich schon vor Jahrzehnten bemüht, den ÖPNV im Nordwesten des Landkreises zu verbessern. Mitte der neunziger Jahre startete dies mit dem Buskonzept für Vaihingen Mitte, erinnert sich Scholz.

Unmittelbar danach ging es schon um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und dessen Ausgestaltung, was damit endete, dass auch Sersheim einen Investitionszuschuss über 10 Jahre an die DB für die Anschaffung von Wagenmaterial bezahlt hat, wie auch Sachsenheim und Vaihingen. „Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir mit der Raumschaft Vaihingen bei der Region ein wohlwollendes, aber nicht effektives Gehör finden würden. Letztendlich gab uns die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Recht, dass es sehr wohl einen Sinn macht, die S-Bahn zu verlängern. 2010/2012 ging man von rund 6000 Pendlern aus, die diese Strecke nutzen würden“, so Scholz weiter, er sei froh, dass man nun eine Beschlusslage habe, die bislang nicht vorlag.

Finanziell in Vorleistung gegangen

Auch finanziell ist Sersheim bereits in Vorleistung gegangen. Jürgen Scholz weist darauf hin, dass sich Sersheim schon einmal mit rund 370 000 D-Mark beteiligt hat. Eine erneute Beteiligung müsse man prüfen und entscheiden, wenn die Frage gestellt wird. Was einen Zeitplan angeht, äußert er sich zurückhaltend: „Die Planungsläufe und -vorbereitungen sind in Deutschland leider von einer Länge geprägt, die eigentlich nicht verantwortbar sind. Wenn wir davon ausgehen, dass ab 2032 die S-Bahn fahren soll, dann fließt noch viel Wasser die Metter herunter“.

Im Sachsenheimer Rathaus sieht man den Beschluss ebenfalls äußerst positiv. Bürgermeister Holger Albrich bezeichnet, wie seine Kollegen aus den betroffenen Kommunen, die Verlängerung der S5 als ein Herzensprojekt.

Die S-Bahn-Verlängerung von Bietigheim-Bissingen über Sachsenheim, Sersheim und Vaihingen müsse endlich kommen, fordert Albrich. Diese Städte wachsen und immer mehr Menschen werden pendeln und brauchen leistungsfähige Mobilitätsangebote und Alternativen zum Auto. Nur so könne man den Klimaschutzzielen näherkommen und gleichzeitig die Städte vom Verkehr entlasten und so die Lebensqualität in den Innenstädten erhöhen. Bürgermeister Holger Albrich weist ebenfalls darauf hin, dass sich Sachsenheim wie Sersheim in der Vergangenheit in erheblichem Umfang bereits finanziell beteiligt hat.

„Beitrag zur Mobilitätswende“

Freude herrscht derzeit auch im Vaihinger Rathaus. „Wir sind freudig beglückt, dass das Vorhaben S-Bahn-Verlängerung nach Vaihingen wieder Fahrt aufnimmt. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Mobilitätswende“, freut sich der Vaihinger Oberbürgermeister Uwe Skrzypek und denkt bereits weiter: „Perspektivisch würden wir uns sogar wünschen, dass die S-Bahn nicht in Vaihingen endet, sondern jenseits von Kreis-/Regierungsbezirks-/Verbundgrenze weitergehen würde“. Seitens der Stadt Vaihingen würde man sehr kooperativ im Sinne von Flächenmanagement die S-Bahn-Verlängerung unterstützen. Ein Halt der S-Bahn innerhalb des bestehenden Bahnhofs wäre aus Vaihinger Sicht wünschenswert.

 
 
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