Sachsenheim wird Modellkommune Klimaschutz: Innenstadt soll grüner werden

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Die Innenstadt von Sachsenheim soll schöner werden. Jetzt gibt es dafür Unterstützung vom Land.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Als Modellkommune erhält die Stadt künftig Unterstützung für die Verschönerung des Großsachsenheimer Zentrums.

Sachsenheim und Ludwigsburg gehören zu den 15 Modellkommunen, die von einer Jury beim Verkehrsministerium ausgewählt worden sind. Sie erhalten Unterstützung bei Planung und Umsetzung von „hochwirksamen Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr“, wie das Ministerium mitteilt. Zeitnah sollen Auftaktgespräche mit den ausgewählten Modellkommunen folgen. Am Ende der Projektlaufzeit im Sommer 2022 soll bei möglichst vielen Projekten die Umsetzung abgeschlossen sein.

„Die Stadt freut sich sehr, dass sie bei diesem Klimaschutzprojekt berücksichtigt wurde. Die Ziele des Landes zur Treibhausgasreduzierung unterstützt die Stadt gerne, indem entsprechende Maßnahmen ausgelotet werden“, erklärt Sachsenheims Pressesprecherin Nicole Raichle auf Anfrage dieser Zeitung.

Alternative Mobilitätsformen

 Die Antragsstellung beziehe sich auf die Innenstadt von Großsachsenheim. Insgesamt soll diese attraktiver gestaltet werden. Mehr Grünräume schaffen, Aufenthaltsbereiche und Plätze gestalten, Stärkung von alternativen Mobilitätsformen – also umweltfreundlicher Verkehr, Verkehrsberuhigung und Neuordnung der Parkmöglichkeiten seien Themen, deren Möglichkeiten im Rahmen des Modells ausgelotet werden. Dafür würden auch alle betroffenen Akteure mit ins Boot genommen.

Raichle nennt einige Beispiele, bei denen Verbesserungen angedacht seien: Trotz der Umgehungsstraße gebe es ein hohes Verkehrsaufkommen in der Innenstadt (Hauptstraße). Verkehrsflächen in den Innenstadtgassen würden vom Parksuchverkehr eingenommen. „Es besteht immenser Handlungsbedarf, die Klimabilanz in Hinblick auf den Verkehr zu verbessern“, teilt die Stadt mit. Fußgänger und Radfahrer hätten keinen gleich berechtigten oder vorrangigen Verkehrsraum in der Innenstadt. Zudem gebe es kaum Plätze mit Aufenthaltsqualität wie Schatten, Sitzmöglichkeiten, Spielgelegenheiten und ähnlichem.

Klausursitzung Ende September

Verbesserungen seien auch im Bereich der Gastronomie wünschenswert. Es gebe zu wenig Gastronomie und die abnehmende Zahl von inhabergeführten Betrieben führe zu abnehmender Fußgänger- und damit Kundenfrequenz. „Viele Themen wurden im Rahmen des bürgerschaftlichen Leitbildprojektes ‚6 Richtige’ bereits entwickelt“, so Raichle. Derzeit werde bereits ein Plan erstellt, wie die Innenstadt mit Pflanzen grüner werden könne. In einer Klausursitzung des Gemeinderates Ende September zum Thema Stadtentwicklung werde das weitere Vorgehen besprochen.

Ludwigsburg hatte sich mit dem Projekt „ÖPNV-Rad-Trasse“ beworben. „Damit wollen wir nachhaltige Mobilität mit städtebaulichen Zielen und dem Klimaschutz verbinden sowie Stadträume mit einer hohen Aufenthaltsqualität schaffen. Wir freuen uns sehr, dass das Projekt auch beim Land Baden-Württemberg auf Zustimmung stößt und wir als Modellkommune ausgewählt wurden“, sagt OB Matthias Knecht. Der Fachbereichsleiter für Nachhaltige Mobilität, Matthias Knobloch, ergänzt: „Die Aufnahme als Modellkommune hilft uns, eine moderne und nachhaltige Mobilität für alle Menschen sichtbar zu machen. Wir möchten eine gute Öffentlichkeitsarbeit für die Ludwigsburger auf die Beine stellen und gleichzeitig auch im Land zeigen, was in Ludwigsburg umgesetzt wird.“

 
 
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