Bereits zum 4. Mal wurde das Jazz & Wein Open Air von der Stadt Sachsenheim auf dem Gelände des Weinguts Gerd Keller veranstaltet – ein Samstagabend voller Genüsse zwischen Reben und Jazzklängen.
Sachsenheim Zwischen Reben und Jazzklängen
Beim 4. Jazz & Wein Open Air begeisterte das Quartett Nawlinz Lagniappe die Besucher auf dem Weingut Gerd Keller in Hohenhaslach.
Beste Laune herrschte im Innenhof des Weinguts Gerd Keller in Hohenhaslach. Die Bierbänke sowie die bequemen grünen Liegestühle füllten sich schnell bei perfektem Wetter, wie es der Sachsenheimer Kulturreferent Alexander Sterzel bei seiner Begrüßung nannte: „Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind, wie schon die Jahre zuvor und dass wir Glück haben mit einem sagenhaften Wetter, nicht zu warm, nicht zu kalt“. Beste Voraussetzungen also für einen gelungenen Open-Air-Sommerabend mit dem unverwechselbaren Sound aus der Wiege des Jazz, der Metropole New Orleans, denn zu Gast war aus Hessen das Quartett Nawlinz Lagniappe.
Spitzname für New Orleans
Bandleader Peter Hermann konnte diesen ungewöhnlich klingenden Namen schnell erklären: „Nawlinz ist sozusagen ein Nickname für New Orleans und Lagniappe kommt dort aus der Umgangssprache und bedeutet ein kleines bisschen mehr“. Und was sie musikalisch dem enthusiastischen Publikum boten, war nicht nur ein kleines bisschen mehr, sondern New Orleans Jazz vom Feinsten.
Vor ungefähr 15 Jahren entstand die Jazzformation und da sie auch wohnzimmertauglich sein musste, besteht das Ensemble nur aus vier Musikern, statt dem, beim traditionellen New Orleans Jazz üblichen Siebenergespann. Aufgabe der Trompete ist es die Hauptmelodie zu spielen und dafür war Harald Möbus zuständig.
Die von Sven Hack gespielte Klarinette sorgte für schnelle Gegenmelodien, während Klavier (Dominik Dötsch) und Schlagzeug (Peter Hermann) zur begleitenden Rhythmusgruppe zählten. Außerdem hatte die hessische Combo aus Frankfurt diesmal noch einen bayerischen Gast dabei: Hannes Braun steuerte mit seiner Posaune Basstöne hinzu und schließlich komplementierte Lokalmatador Matthias Leucht mit seinem Saxofon den intensiven klanglichen Dialog.
Gute Laune ab der ersten Note
Unters Publikum gemischt hatte sich auch Bürgermeister Holger Albrich. Auch er richtete ein paar Worte in die Runde und stellte fest, dass durch das frühe Ausscheiden Deutschlands bei der WM und des daher nun nicht mehr so interessanten Achtelfinales der gesamte Abend für hervorragende Musik zur Verfügung stehe: „Jazz und Wein, das ist doch etwas Fantastisches, weil wir haben in unserer Stadt alles. Wir haben lecker Essen, wir haben leckeres Trinken und wir haben sogar ganz tolle Musik“, ergänzte er und lobte das stets großartige Kulturprogramm.
Auch Bandleader Peter Hermann griff zuerst zum Mikrofon, bevor er hinter seinem Schlagzeug verschwand: „Wir wollen euch ein wunderbares New Orleans Feeling musikalisch vermitteln“, versprach er und Nawlinz Lagniappe starteten mit einem klassischen New Orleans Jazz Titel, dem „Whoopin‘ Blues“. Das Publikum zeigte sich sofort begeistert: Da wippten die Füße unter den Tischen und es wurde immer wieder geklatscht nach den obligatorischen Soli.
Die erfolgreichen Musiker präsentierten unter einem Dach von leuchtend grünen Weinblättern voller Elan den Sound der Mississippi-Metropole und es stellte sich dabei die Frage, wer mehr Spaß hatte: die Musiker oder das Publikum. Beide kamen jedenfalls voll und ganz auf ihre Kosten und für seine musikalische Liebeserklärung „All of Me“, bei der Matthias Leucht sein Instrument weglegte und als Sänger überzeugte, belohnten ihn die Anwesenden ebenfalls mit viel Beifall.
Kulinarische Genüsse
Das Weingut Gerd Keller überzeugte sein Publikum geschmacklich mit seinen Weiß- und Rotweinen. Gern getrunken wurde auch eine Weinschorle, die für zusätzliches Prickeln sorgte und gegen den Hunger hatte das Team des Naturparkhotels und Landgasthofs Stromberg aus Ochsenbach köstliche Burger sowie auch eine Lachs-Spinat Quiche Lorraine auf der Speisekarte.
Alexander Sterzel versprach nach diesem rundum gelungenen Jazz & Wein Open Air, dass das für das nächste Jahr bereits in Planung sei und da stehe dann ein kleines Jubiläum an – nämlich die fünfte Ausgabe, die auch gebührend gefeiert werden soll.
