Sachsenheim arbeitet an Parkraumkonzept Ausreichend Plätze, aber zu viele Parksuchende

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Untersucht wurden 2019 die insgesamt 315 PR-Plätze West und am Fun-Park in der Bahnhofstraße sowie in der Wiesenstraße.⇥ Foto: Martin Kalb

Eine Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass zu viele dieselben Plätze ansteuern. Mehr Parkplätze oder ein besseres Management sind Ansatzpunkte.

In der Kernstadt Großsachsenheim ist grundsätzlich ausreichend Parkraum vorhanden. Das haben zwei Parkraumuntersuchungen der Experten von Ingenieur Gesellschaft Verkehr (IGV) aus Stuttgart ergeben. Das Ergebnis wurde am Donnerstag im Technischen Ausschuss vorgestellt. Verbesserungspotenzial gibt es aber.

Mit der Untersuchung war die Stadt vom Gemeinderat beauftragt worden. Dieser bekam nun den Zwischenbericht präsentiert. In der Vorlage der Stadt heißt es: „Die Parksituation und die damit in Zusammenhang stehenden Begleiterscheinungen in und um das Zentrum sind verbesserungswürdig.“ Denn: „Aufgrund einer diffusen Aufteilung des Parkraums kommt es zu erhöhtem Parksuchverkehr.“

Vor allem um die Plätze entlang der Innenstadtstraßen werde gerne mal im Kreis gefahren. Dieser Parksuchverkehr soll „im Sinne einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Innenstadtstraßen“ minimiert werden. Eine Möglichkeit dafür sieht die Stadt in einem Zentralisieren der Parkplätze am Bahnhof. „Ob hierbei möglicherweise ein Parkhaus die optimale Lösung ist, wird sich im weiteren Prozess zeigen. Die Idee wird nach wie vor mitgedacht“, heißt es von der Verwaltung.

Im Zentrum könnte auch ein stärkeres Parkraummanagement helfen. Dadurch könnten auch „weitere Schritte hin zu einer autofreien Innenstadt erreicht werden“. Dafür müsste man die größeren Parkplätze, zum Beispiel an der Hauptstraße, „attraktiver gestalten, zum Beispiel über die Parkregelung“.

Deutlich wurde auch, dass es im Bereich des P+R-Wiesenstraße auf der anderen Seite der Bahngleise noch Kapazitäten gibt. Eventuell könnte der Platz auch auf der anschließenden Freifläche, die der Stadt gehört, erweitert werden. Doch schon jetzt gibt es dort Probleme: Die Einfahrt durchs Wohngebiet ist suboptimal. Auch der Ein- und Ausfahrtverkehr zur und von der Wiesenstraße führe aufgrund des insgesamt hohen Verkehrsaufkommens zu größeren Behinderungen.

Eine weitreichende Lösung könnte laut Parkraumbericht sein, den Knoten an der Sersheimer/Kleinsachsenheimer Straße zu einem Kreisverkehr umzubauen. Das nötige Grundstück ist im Besitz der Stadt, wird aber gerade für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt. In diesem Zuge könnten auch gleich 40 weitere P+R-Plätze in der Wiesenstraße geschaffen werden. „Damit wäre die P+R-Nutzungsnachfrage komplett über die Wiesenstraße abgedeckt“, heißt es im Bericht. Dies würde wiederum zu einer Entlastung auf der anderen Seite der Gleise führen.

Untersucht wurden 2019 die insgesamt 315 P+R-Plätze West und am Fun-Park in der Bahnhofstraße sowie in der Wiesenstraße. Auch die kleinteiligeren Parkstände an Brunnen-, Von-Koenig- und Hauptstraße wurden miteinbezogen. „Zentrale Erkenntnis ist, dass zu allen Tageszeiten freie Kapazitäten vorhanden, aber die Parkmöglichkeiten um das Zentrum zu Spitzenzeiten nahezu ausgelastet waren“, heißt es im Bericht von IGV.

Und weiter: „Die im Herbst 2019 durchgeführte Untersuchung der drei um den Bahnhof gruppierten P+R-Parkplätze ergab, dass zwei dieser Parkplätze (Fun-Park und West) zu einem überwiegenden Anteil nicht von P+R-Nutzern belegt werden, sondern offensichtlich von Bewohnern Sachsenheims und Pendlern genutzt werden.“

Die Untersuchungsergebnisse fließen nun in das Projekt „Kompetenznetz klima mobil“ ein. Hierbei liegt der Schwerpunkt neben dem Parkraumkonzept auf dem Thema „Neuaufteilung von freiwerdenden Verkehrsflächen zugunsten einer höheren Attraktivität in der Innenstadt“. Zu den Ideen werden konkrete Entwürfe und Maßnahmen skizziert, die bei einem Beteiligungsformat mit Anwohnern, Einzelhändlern, Selbstständigen und Bürgern diskutiert werden, schaut die Verwaltung voraus.

 
 
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