Sachsenheim In ganz Europa unterwegs

Von Michaela Glemser
Die Klassenlehrerinnen Nora Gieren und Fatma Ilyasoglu (Dritte und Vierte von links) Ende November während ihres einwöchigen Besuchs in einer Privatschule auf Malta. Foto: privat

Schüler und Lehrer der Sachsenheimer Gemeinschaftsschule am Sonnenfeld knüpfen neue Kontakte auf Malta, in der Slowakei, in Spanien und in Schweden.

Seit dem Jahr 2021 ist die Gemeinschaftsschule am Sonnenfeld eine sogenannte „Erasmus+-Schule“ und kann von diesem europaweiten Förderprogramm noch bis 2027 profitieren. „Wir wollen danach aber einen Folgeantrag stellen, um die Austauschprogramme fortführen zu können“, macht die stellvertretende Schulleiterin Katja Wörz deutlich.

In der Vergangenheit haben die Schüler an unterschiedlichen Projekten mit anderen Schulen aus ganz Europa teilgenommen, um dabei die demokratische Teilhabe, Werte wie Inklusion, Vielfalt und Nachhaltigkeit, grüne Mobilität oder auch das Bewusstsein für das gemeinsame Kulturerbe zu fördern. Zudem besuchen einzelne Schüler im Zuge mehrwöchiger Aufenthalte Schulen im europäischen Ausland.

Austausch mit Lehrerkollegen aus dem Ausland

Die Lehrer der Gemeinschaftsschule wiederum können beim sogenannten „Job Shadowing“ ihren Kollegen aus dem Ausland bei deren pädagogischer Arbeit über die Schultern blicken.

Fatma Ilyasoglu und Nora Gieren, Klassenlehrerinnen in einer ersten und dritten Klasse der Sachsenheimer Gemeinschaftsschule, sind beispielsweise gerade aus Malta zurückgekehrt. Dort haben sie eine Woche lang am „Archbishop’s Minor Seminary“, einer Privatschule für Jungen, hospitiert. „Erstaunlich für uns war, dass die Klassen maximal 24 Schüler hatten und von drei bis vier Lehrkräften oder Assistenten im Unterricht begleitet wurden“, macht Lehrerin Ilyasoglu deutlich. Dadurch sei eine individuelle Förderung auf einem ganz anderen Niveau möglich gewesen. Die Schüler seien morgens in Minibussen zur Schule gebracht worden und konnten nach dem Unterricht um 14 Uhr wieder nach Hause gehen oder an einem Nachmittagsprogramm teilnehmen. „Die christlichen Werte wurden an dieser katholischen Schule sehr großgeschrieben“, berichtet Lehrerin Gieren. „Die Schule hatte sogar ihre eigenen Lehrwerke erarbeitet, mit denen nur an dieser Schule unterrichtet wird.“

Die rund 700 Schüler umfassende Bildungseinrichtung mit einer Primär- und einer Sekundarstufe bis 16 Jahre war nach Ansicht der Sachsenheimer Lehrerinnen von großer Disziplin geprägt. So begannen die Schultage jeden Morgen mit einer allgemeinen Versammlung aller Klassen. „Wir haben aus dieser Woche auf Malta viele neue Erfahrungen und Eindrücke mitgenommen und sind dankbar für diese Möglichkeit einen so modernen Schulcampus mit eigenem Tennis- und Fußballplatz, mit Olivenhainen und Zitronenplantagen kennenlernen zu dürfen“, betonen die beiden Sachsenheimer Lehrerinnen.

Schulleiter Bernhard Dietrich bereitet sich gerade ebenfalls auf seinen nächsten Auslandsaufenthalt vor. Er wird im Mai kommenden Jahres nach Stockholm in Schweden reisen, um den Schulalltag an der Rödabergskolan genauer unter die Lupe zu nehmen. Seine Kollegin Stephanie Schneider-Madeo wiederum, die in der Sekundarstufe unterrichtet, bereitet gemeinsam mit Schülern ein Schulgarten-Projekt vor und will dabei von den Erfahrungen einer spanischen Schule in Masquefa in Katalonien profitieren. „Wir werden jetzt in der kalten Jahreszeit Pläne erstellen und schauen, auf welcher Fläche wir einen Schulgarten verwirklichen können. Dabei stehen wir im regen Austausch mit der spanischen Schule“, erklärt Schneider-Madeo.

Einheimische Gerichte in der Slowakei zubereitet

Die stellvertretende Schulleiterin Katja Wörz war vor Kurzem mit Schülern aus der siebten und achten Klasse im slowakischen Sliac, um mit einer slowakischen und französischen Schuldelegation das Projekt „The future is on our plates“ zu bearbeiten, das sich mit nachhaltiger Ernährung befasst. „Wir haben vor Ort typische einheimische Gerichte wie die bekannten slowakischen Waffeln zubereitet den Gemüse- und Obstanbau besichtigt und die imposante Natur der Niederen Tatra besucht“, berichtet Wörz.

Im kommenden Jahr reisen die an diesem Projekt beteiligten Schulen gemeinsam ins belgische Brüssel, um das EU-Parlament und andere europäische Institutionen und deren Funktionen kennenzulernen. „Das Erasmus+-Programm ermöglicht den Schülern, aber auch uns Lehrern den europäischen Austausch und die Verbesserung der Sprachkenntnisse“, ist Wörz dankbar.

 
 
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