Sachsenheimer Gemeinschaftsschule wird noch mal teurer Neue Ziellinie: 14,2 Millionen

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Die Gemeinschaftsschule in Großsachsenheim soll bis Jahresende fertig sein. Spätestens dann haben auch die Kostensteigerungen ein Ende.  ⇥ Foto: Martin Kalb

Es soll die nun wirklich letzte Kostensteigerung beim Projekt Gemeinschaftsschule gewesen sein. Rund 400 000 Euro musste der Gemeinderat diesmal abnicken.

Zähneknirschendes Schulterzucken im Sachsenheimer Gemeinderat: Was bleibt schon übrig als zuzustimmen, war der Tenor der Wortbeiträge zum Thema Gemeinschaftsschule. Das Budget musste so noch mal um rund 400 000 Euro auf 14,2 Millionen Euro nach oben geschraubt werden. Die Fertigstellung zum neuen Schuljahr klappt auch nicht.

Zwei Stadträte, GS-Fraktionschef Günter Dick und Ralf Nägele (Freie Wähler), stimmten trotzdem dagegen. Immerhin soll es die letzte Kostensteigerung werden, war sich Projektsteurer Siegfried Aisenbrey fast sicher: „Es sind alle Gewerbe  vergeben und mit eingerechnet. 14,2 Millionen muss das Maximum sein.“ In diesem Betrag sei bereits ein Puffer für Unvorhergesehenes eingeplant. Überraschungen seien nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Fünf Millionen Euro mehr

Von der jetzigen Gesamtsumme müsste die Stadt am Ende knapp 12 Millionen Euro selbst bezahlen. Rund 1,9 Millionen Euro schießt das Land Baden-Württemberg zu, hinzu kommen weitere 250 000 Euro an Fördermitteln.  Bisher waren die Kosten mit gut 13 Millionen Euro betitelt – wissend, dass wegen Verzögerungen eine weitere Steigerung zu erwarten ist. Deshalb wurde im Juni 2019 das Budget auf 13,8 Millionen Euro festgelegt. Doch auch das reicht nicht aus. Der Gemeinderat musste am Donnerstagabend noch mal 400 000 Euro obendrauf packen. Vor Baubeginn war das Projekt auf knapp 9 Millionen Euro beziffert worden.

Ein Grund für die Kostensteigerung: Bei der Entkernung des Bau B musste mehr Geld für die Beseitigung von Schadstoffen aufgewendet werden. Zusätzlich zum im Vorfeld bekannten Asbest in Lüftungskanälen wurde dieser auch in Entwässerungsleitungen gefunden. „Da es sich um eine Generalsanierung handelt wurden alle asbesthaltigen Materialien fachgerecht ausgebaut und entsorgt“, erklärt die Stadt. Mehrkosten: Rund 85 000 Euro.

Die zweimonatige Verzögerung, die man aus der Sanierung des Baus A mitgenommen hatte, hätte nicht mehr aufgeholt werden können. Auch dort war unerwartet Asbest aufgetreten. Zudem hatte es Probleme in der Bauleitung gegeben, was einen reibungslosen Ablauf schwierig gemacht hätte.

Teurer als angenommen ist auch die Verzögerung durch einen gut gemeinten Gemeinderatsbeschluss 2018 geworden: Das Gremium votierte dafür, dass die Stadt versuchen soll, zehn Prozent an Kosten einzusparen, stoppte damit unfreiwillig die Vergabe der Arbeiten (die BZ berichtete). Rund 650 000 Euro seien dadurch obendrauf gekommen, sagte Aisenbrey.

 Nicht zu halten ist auch die Fertigstellung zum Schuljahr 2020/2021.  „Ehrgeiziges Zwischenziel“, so der Projektsteuerer, sei ein Teilbezug des Erdgeschosses zu Schuljahresbeginn. Das soll die angespannten Platzverhältnisse an der Schule wenigstens etwas entspannen. Der vollständige Bezug wird laut Stadt Sachsenheim  „nach momentanem Kenntnisstand im Laufe des Herbstes 2020 möglich sein“.

 
 
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