Sachsenheimer Kirchengemeinde Ein Erfolg des Miteinanders

Von Michaela Glemser
Über 8500 Besucher haben beim Zeltkirchenfestival der Gesamtkirchengemeinde teilgenommen. Foto: Werner Kuhnle

Das Zeltfestival in Sachsenheim mit mehr als 8500 Besuchern ebnet den gemeinsamen Weg in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde

Die Kinder haben in der Kinderstadt gemeinsam gespielt, die Jugendlichen zusammen eine Woche auf dem Festivalgelände verbracht, unterschiedliche Vereine sowie Organisationen aus der Stadt haben sich präsentiert, und es gab vor allem viele Gespräche der insgesamt über 8500 Besucher.

An 15 Tagen hat die Zeltkirche vor den Toren Hohenhaslachs nicht nur die Mitglieder der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde in Sachsenheim zusammengebracht, sondern nahezu alle gesellschaftlichen Schichten in der Stadt. „Eigentlich ist es schade, dass das Zeltfestival heute schon endet“, erklärte der Vorsitzende des Organisationsteams, Ulrich Hirsch, beim großen Abschlussgottesdienst am Sonntag und sprach damit vielen Besuchern im bis auf den letzten Platz gefüllten Zelt aus den Herzen.

Motto „Zusammenfinden“

Das Motto „Zusammenfinden“ hat sich für alle beteiligten Pfarrer der fünf Kirchengemeinden, die unter dem Dach der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Sachsenheim zusammengeschlossen sind, mehr als erfüllt.

„Am Anfang bei der Gründung der Gesamtkirchengemeinde hatte ich das Gefühl, dass dieser Zusammenschluss vor allem die betroffenen Pfarrer betrifft. Aber beim Zeltfestival haben alle beteiligten Kirchengemeinden, auch wenn es Unterschiede zwischen ihnen gibt, so gut und erfolgreich zusammengearbeitet. Wir sind uns nähergekommen, haben uns besser kennengelernt und können künftig auf die gegenseitige Unterstützung setzen“, schwärmte die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Ochsenbach, Spielberg und Häfnerhaslach, Ira Philipp. Dies kann auch Michael Wanner, Pfarrer in Hohenhaslach, nur unterstreichen. Er war vor allem von der großen Mitarbeiterzahl und den vielen Begegnungen quer durch alle Generationen begeistert. „In diesen Tagen der Zeltkirche wurde die Zusammenarbeit in der Gesamtkirchengemeinde konkret. Ich bin mit so vielen Menschen ins Gespräch gekommen, auch als Mitglied des Gesprächs- und Segnungsteams. Dabei gab es auch konkrete Fragen zu geistlichen Inhalten“, machte Pfarrer Wanner deutlich.

Er hofft, dass nicht nur das Miteinander in der Gesamtkirchengemeinde durch die Zeltkirche gestärkt wurde, sondern sich auch das Bild von Kirche und Glauben in den Köpfen vieler Menschen gewandelt hat. „Viele konnten in diesen Tagen sehen, dass die Kirche keineswegs ‚weltfremd‘ ist, sondern sich nach außen hin öffnet und jeden einlädt“, schilderte Wanner.

„Basis für künftigen Weg gelegt“

Pfarrer Dieter Hofmann aus Großsachsenheim erinnerte noch einmal daran, dass die Gründung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde keine „Liebesheirat“ gewesen sei, sondern die äußeren Umstände die Gemeinden zusammengeführt hätten. „Aber die Zusammenarbeit bei der Zeltkirche hat das Verständnis füreinander gesteigert. Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Gemeinden haben gemeinsam unermüdlich angepackt. Wir haben die Stärken des anderen erkannt, uns Anregungen geholt und wollen bald eine gemeinsame Sitzung der Kirchengemeinderäte abhalten, um weitere Projekte zu planen, die eventuell diesen Festcharakter der Zeltkirche wieder aufnehmen“, betonte Pfarrer Hofmann.

„Wir haben jetzt die Basis für einen gemeinsamen künftigen Weg gelegt, der uns aber auch zu weiteren Schritten verpflichtet“, erklärte Hofmann.

Auch für Pfarrer Christian Treiber aus Kleinsachsenheim war die Zeltkirche ein voller Erfolg, deren große Besucherzahlen ihn überrascht haben. „Aus allen Gemeinden haben die Mitarbeiter so gut zusammengewirkt. An dieses gemeinsame Erlebnis wollen wir nun anknüpfen“, stellte Treiber klar. Unter anderem sollen Anregungen in der Kinder- und Jugendarbeit intensiver in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde ausgetauscht werden und die „Woche des gemeinsamen Lebens“ nächstes Jahr wieder zusammen mit allen Gemeinden stattfinden.

„Wunderbare Begegnungen“

Für Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert war es die letzte Veranstaltung dieser Art, nach 18 Zeltkircheneinsätzen in den vergangenen Jahren macht er Platz für seinen Nachfolger. „Ich hatte viele wunderbare Begegnungen bei der Zeltkirche in Sachsenheim, deren großer Erfolg bei dieser Vorbereitungszeit unter Pandemiebedingungen, wo kaum gemeinsame Treffen möglich waren, für mich ein echtes Wunder ist. Menschen mit verschiedenen Charaktereigenschaften, die sich vorher nicht kannten, haben gemeinsam für ein gelingendes Ganzes gearbeitet“, unterstrich Wingert.

 
 
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