Sachsenheimer Kita: Umzug findet nicht statt Weitere Verzögerung bei Kita-Sanierung sorgt für Ärger

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Seit eineinhalb Jahren wird der Kindergarten Regenbogen generalsaniert. Innen fehlen noch Sockelleisten, weshalb der Umzug sich verzögert, was viele Eltern verärgert. Außen sind noch Arbeiten an der Fassade zu machen.⇥ Foto: Martin Kalb

Wegen nicht abgeschlossener Handwerkerleistungen im Kindergarten Regenbogen verschiebt sich der Umzug. Eltern reagieren mit Unmut.

Eigentlich hätten die Kinder des Kindergartens Regenbogen in der Goethestraße in Sachsenheim am heutigen Donnerstag, 4. März, in die sanierten Räume einziehen können. Doch noch nicht abgeschlossene Handwerkerleistungen wie das Anbringen von Sockelleisten und das Fertigstellen des Treppenbelags führen nun zu weiteren Schließtagen bis einschließlich Montag, 8. März. Die kurzfristige Entscheidung und Mitteilung der Stadt, die die Eltern am Montag erreichte, stößt bei vielen auf Unverständnis.

Insgesamt habe die Generalsanierung laut Elternbeirat 25 Schließtage mit sich gebracht. „Es wurde immer wieder verlängert. Die Stadt sagt, es ist ‚bald fertig’, und dann kommt wieder was dazwischen“, sagt Saskia Kruspel, ehemalige 2. Vorsitzende des Elternbeirats. Gerade die kurzfristigen Mitteilungen machten die Planung für die ohnehin durch Corona beeinträchtige Betreuung oft schwer, sagt sie. So mussten Eltern und Kinder in der letzten Zeit einiges auf sich nehmen. Eineinhalb Jahre Generalsanierung, 25 Schließtage, geschlossene Kindergärten aufgrund von Corona und daraus resultierende verkürzte Betreuungszeiten.

Keine Ganztagsbetreuung

Eigentlich bietet der Kindergarten Regenbogen eine Ganztagsbetreuung an. Seit der Pandemie findet dieses Angebot nicht mehr statt. Statt sieben Stunden werden die dafür angemeldeten Kinder nur noch sechs Stunden betreut. „Es ist unverschämt, dass die Stadt so durchschreitet“, meint Kruspel. Als Mutter ärgert sie nicht nur der Planungsaufwand, sondern dass vonseiten der Stadt kein Angebot für eine Entschädigung komme. Auch die Rückerstattung der ausgefallenen Betreuungszeiten wegen Corona ließe noch auf sich warten.

„Überall haben sich die Kosten wegen Corona erhöht. Zu einer Entschädigung haben wir uns keine Gedanken gemacht. Da kann ich nichts sagen“, sagt die Pressesprecherin der  Stadt, Nicole Raichle. Was die Rückerstattung betrifft, gehe es allerdings voran. Es müsse dafür jedes Kind einzeln abgerechnet werden, da unterschiedliche Betreuungszeiten angesetzt waren. Bei über 300 Kindern ziehe sich die Arbeit jedoch. „Die Kollegin arbeitet mit Hochdruck daran. Sobald alle durch sind, wird ausbezahlt“, versichert Raichle. Die Rückerstattung soll demnach in den nächsten Wochen erfolgen.

Problem: Sockelleisten fehlen

Weiter geht es Kruspel auch um das Wohl der Kinder aus pädagogischer Sicht. Letztendlich werde es „auf den Schultern der Kinder ausgetragen“, sagt sie. So hätte es für das vergangene Kindergartenjahr keine Verabschiedung gegeben, was letztendlich auch Corona zuzuschreiben sei. Seit den Sommerferien 2020 wurden während der Generalsanierung drei Gruppen an drei Standorten untergebracht. Ein Teil der Kinder im Haus der Senioren, der Rest zeitweise in der Schulmensa und zum Schluss in der neuapostolischen Kirche in Sachsenheim neben dem Kindergarten Regenbogen. In den Interimsgebäuden hätten die Erzieher ihre Arbeit auch nicht wie gewohnt ausführen können, sagt Kruspel. „Es ist auch für die Erzieher schwierig, aber sie haben das Beste daraus gemacht. Und jetzt hängt es immer noch, nur wegen Möbelrücken und Sockelleisten.“

Wie geplant fand am vergangenen Wochenende der Umzug der Möbel aus den Interimsgebäuden statt. Aufgrund der noch nicht angebrachten Sockelleisten konnten die Möbel jedoch noch nicht final gestellt werden, heißt es in dem Schreiben an die Eltern. „An der Außenfassade sind auch noch Arbeiten zu machen. Die behindertengerechte Rampe und der Außenbereich sind fertig“, ergänzt Nicole Raichle.

Dass die Tätigkeiten im Innenbereich nun wieder zu einer Verzögerung führen, dafür entschuldigt sich die Stadt wie auch schon in den Schreiben an die Eltern. „Es tut uns wahnsinnig leid, und wir haben ein schlechtes Gewissen“, sagt Raichle, und weiter: „Es hängt viel von den Firmen ab, und wegen Corona verzögert sich viel.“

 
 
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