Saisonstart für FV Löchgau und Germania Bietigheim Neuzugänge als Impulsgeber

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Eugenio Del Genio, hier noch im Trikot des VfB Neckarrems, ist der Löchgauer Königstransfer. ⇥ Foto: Imago Images/Pressefoto Baumann

Der FV Löchgau und der SV Germania Bietigheim sehen sich gut gerüstet für die nahende Landesliga-Spielzeit. So manche Verstärkung lässt aufhorchen.

Mit Heimspielen starten der FV Löchgau und der SV Germania Bietigheim am Samstag in die Landesliga-Saison 2021/22. Die Löchgauer treffen um 15.30 Uhr auf den SV Kaisersbach, die Germanen bekommen es ab 15 Uhr mit der SG Sindringen/Ernsbach zu tun. Die BZ beleuchtet, was sich bei beiden Klubs in der Sommerpause personell getan hat und mit welchen Ambitionen sie in die neue Runde gehen.

FV Löchgau

Die Macher des FVL haben aus der abgebrochenen Spielzeit 2020/21 ihre Lehren gezogen und sich, verglichen mit den Vorjahren, hochkarätig verstärkt. „Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht. Wir wollten einerseits mit dem Kern weiterarbeiten und andererseits mit externen Neuzugängen den Konkurrenzkampf beleben und neue Impulse setzen“, erläutert Coach Thomas Herbst und hebt die aktuell „sehr hohe Trainingsqualität“ hervor. Gleichwohl sind auch wieder vier Nachwuchskräfte aus der eigenen Talentschmiede in den Kader der ersten Mannschaft aufgerückt. Die Löchgauer bleiben also ihrer Philosophie weiterhin treu. Im Gegenzug haben acht Akteure den Klub verlassen.

Die spektakulärste Personalie ist Eugenio Del Genio, der nach vielen Jahren in der Verbands- und Oberliga zu seinem Ausbildungsverein zurückgekehrt ist. „Mit welchem Einsatz er auch noch mit 35 Jahren spielt, davon kann sich jeder 18-Jährige eine Scheibe abschneiden“, sagt Herbst, der den 1,73 Meter großen Offensivmann als zweite Spitze neben Tim Schwara einplant. Del Genio ist dabei nicht nur für Tore zuständig, sondern soll obendrein mit Standards für Gefahr sorgen und dem jungen Team mit seiner Erfahrung weiterhelfen – und, wenn es sein muss, auch mal Ruhe ins Spiel bringen, wie Herbst ausführt. Der bisherige Bad Friedrichshaller Tim Falk ist eine Zusatzoption für den Angriff. Derweil überzeugte Daniel Däschner, der bisher für den FC Nöttingen in der Oberliga kickte, in den Test- und Pokalspielen auf der Sechserposition.

Zum Pechvogel der Vorbereitung avancierte Emmanuel Apler, Neuzugang Nummer vier. Der vom TSV Heimerdingen gekommene frühere Bissinger war eigentlich als Außenverteidiger vorgesehen, zog sich aber bereits im zweiten Test in Benningen einen Kreuzbandriss zu und fällt lange aus. Auf der linken Abwehrseite hat sich nun Paul Haile mit starken Leistungen einen Stammplatz erkämpft – und das bereits im ersten Aktivenjahr. Auf rechts wird einstweilen Jannik Trautwein auflaufen, nachdem sich Fabian Gurth in einen zweiwöchigen Urlaub verabschiedet hat.

Neuer Kapitän ist Topstürmer Schwara, der das Amt von Peter Wiens übernahm – der 33-jährige Routinier habe die Verantwortung Herbst zufolge in jüngere Hände legen wollen. Kreativspieler Wiens selbst wird dem FVL in den ersten zwei bis drei Wochen allerdings fehlen. Eine Fußprellung, die er im Pokalderby gegen den SGV Freiberg (1:2) erlitten hat, zwingt ihn zum Zuschauen.

Als Ziel haben sich die Löchgauer vorgenommen, so lang wie möglich vorne mitzumischen. Ein Rang unter den ersten vier Teams lautet das offizielle Rundenziel, das mit Blick auf die sinnvoll ausgewählten Verstärkungen nicht zu hoch gegriffen scheint.

SV Germania Bietigheim

Andreas Eschenbach peilt mit den Germanen einen Platz in der oberen Tabellenhälfte und damit den sicheren Klassenerhalt an. Der Optimismus des Trainers kommt nicht von ungefähr. „Unser Kader ist qualitativ stärker und ausgeglichener besetzt als in der Vorsaison. Ich bin mir sicher, dass wir von unserer Mannschaft bessere Leistungen sehen werden“, sagt Eschenbach.

In der Saison 2020/21 drückte speziell im Angriff der Schuh: Nur zwölf erzielte Tore in den zehn Spielen bis zum Abbruch sprechen Bände. Die Defensive stand dagegen wie eine Eins, wie die 13 Gegentreffer belegen. Auf das Abwehrgerüst mit Keeper und Kapitän Jens Krüger, Führungsfigur Patrick Hirsch, Tobias Krüger sowie den Außenverteidigern Riccardo Macorig und Pascal Schöbinger bauen die Germanen auch in dieser Saison.

Vorne ruhen die Hoffnungen einmal mehr auf Torjäger Edison Cenaj, der durch die Flügelspieler Isa Gökmen und Patrick Kraut die lange vermisste Unterstützung erhält – beide sind nach langwierigen Verletzungen ins Aufgebot zurückgekehrt, müssen ihren Platz aber gegen neue Konkurrenz behaupten. Denn die zum SVG gestoßenen Fisnik Rama (bisher SKV Rutesheim) und Kai Irrgang (SV Schluchtern) melden ebenfalls Ansprüche an. Letzterer hat sich allerdings beim Pokalspiel gegen Fellbach einen Bänderriss zugezogen und fällt vier bis sechs Wochen aus.

Auch der Bietigheimer Traditionsklub hat einen Transfercoup gelandet: Nach zig Stationen im In- und Ausland heuerte Ali Parhizi im Ellental an. Zuletzt spielte der 38-jährige Ex-Profi für Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen und fungierte dort auch als Kapitän. „Er kann Bälle halten und verteilen, bindet oft zwei Gegenspieler. So einer hat uns auf der Mittelfeldposition gefehlt“, sagt Eschenbach und zeigt sich beeindruckt vom körperlichen Zustand des Routiniers: „Ali ist topfit und auf dem Platz immer noch viel unterwegs. Er sticht in Sachen Fitness die meisten Mitspieler aus. Das wird sicher nicht seine letzte Saison sein.“ Ein Verlust ist jedoch der Weggang eines anderen erfahrenen Haudegens: Marc „Agy“ Agyemang schloss sich seinem Herzensverein FCC Suebia Rottweil und ist nun Spielertrainer.

 
 
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