Sanierung der Ortsdurchfahrt macht Sperrung der Neckarbrücke nötig Werben um Verständnis

Von Jörg Palitzsch
Die Ingersheimer Ortsdurchfahrt wird im nächsten Jahr komplett saniert. Deshalb sind zahlreiche Umleitungsrouten nötig.⇥ Foto: Martin Kalb

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt bereitet dem Rat einiges Kopfzerbrechen. Der Beschluss zur Ausschreibung fiel dennoch einstimmig.

Die Ingersheimer Bürgermeisterin Simone Lehnert ahnt, was da auf die Gemeinde zukommt und warb in der jüngsten Ratssitzung jetzt schon mal bei der Bürgerschaft um Verständnis. Der Grund ist, wie in der BZ berichtet, die komplette Sanierung der Ortsdurchfahrt und die damit verbundene Sperrung der Neckarbrücke vom Beginn der Pfingstferien bis zum Ende der Sommerferien.

Dies werde für Unmut sorgen, wobei man sich in Bezug auf das Großprojekt des Regierungspräsidiums auch finanziell ein dickes Fell zulegen müsse. Danach werde man jedoch eine gut funktionierende Ortsdurchfahrt und wohl auch ein neues Fahrgefühl haben, so Lehnert.

Was bis dahin alles zu tun ist, erklärten im Gemeinderat am Dienstag Axel Westram und Simone Walz vom Bietigheimer Ingenieurbüro Westram. Bei so einem großen Projekt habe er versucht, alle Synergien aufzutun. Dies sei mit dem Interesse der Versorger schon einmal gelungen, so der Ingenieur. So sollen bei der Sanierung Hand in Hand die Kanäle und Wasserleitungen neu gebaut werden, ebenso ist der Ausbau der Breitbandversorgung vorgesehen. Mit so einem Umfang hätten jedoch die wenigsten gerechnet, die Sanierung sei eine Baustelle, „wie wir sie noch nie hatten“, sagte Westram.

Arbeiten an Bushaltestellen

Neben der Sanierung sind es vor allem die Arbeiten an den Bushaltestellen, die für viele Sperrungen und Umfahrungen sorgen werden. In der Talstraße/Fischerwörth wird auf beiden Straßenseiten ein neuer Halt mit 18 Metern Länge gebaut. Die nächste Haltestelle an der Tiefengasse bei der Bäckerei ist nur noch neun Meter lang. Dort wird der Bus auf der Straße halten, während die Haltestelle gegenüber dem Treppenaufgang an den Karl-Ehmer-Stift an die Bietigheimer Straße verlegt wird. Alle Haltestellen, so Simone Walz, werden Seh- und Gehbehinderte berücksichtigen, was eine Breite der Gehwege, etwa für Rollstuhlfahrer, von rund 2,50 Metern nötig mache.

Die Umleitungen während der Bauzeit und der Brückensperrung erfolgen auf unterschiedlichen Routen. Von Bietigheim-Bissingen kommend geht es durch das Gewerbegebiet Gröninger Weg, von dort aus in Richtung Ludwigsburg und Besigheim. Wer nach Kleiningersheim will, wird über die Forststraße geleitet. Eine weitere Umleitung gibt es über die Schneckenbergstraße und das Wohngebiet Brühl II in Richtung Kleiningersheim. In jedem Fall soll die Zufahrt zu allen Betrieben und Geschäften während der Bauzeit immer von einer Seite aus sichergestellt werden, so Axel Westram. Man sei ein Stück weit geprügelt, um den Zeitplan einzuhalten, ergänzte er.

In der Diskussion wurden die neuralgischen Punkte angesprochen. Carmen Buchgraber-Musch von der Freien Wählervereinigung erkundigte sich nach dem Verlauf des Neckarradweges. Der soll vom Wiesental aus künftig am Fischerwörth vorbei und dann in gerader Linie über die Landesstraße geführt werden. Ursula Heinerich von der CDU befürchtete längere Staus, wenn der Bus in der Tiefengasse nicht in einer Bucht, sondern auf der Straße halten wird. Nicht nur auf der Pleidelsheimer Straße, sondern auch in der Goethestraße. Zu gering seien auch die eingestellten Sanierungskosten von 5000 Euro für den Treppenaufgang an der Tiefengasse, die graue Betonwand solle man gleich mit richten, so Karin Zimmer von WIR. Und Irene Betsch (CDU) wies auf das Gefahrenpotential durch den LKW-Verkehr hin, wenn man an der Pleidelsheimer Straße die Gehwege absenke. Außerdem müsse die Post geöffnet bleiben, „sonst gibt es großen Ärger“.

Veranschlagt sind für das gesamte Projekt brutto 3,45 Millionen Euro, wobei die Gemeinde mit Zuschüssen rechnen kann.

Die komplette Sanierung soll vor Beginn in einer Bürgerversammlung den Ingersheimern vorgestellt werden.

 
 
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