Sanierung im Bönnigheimer Schulzentrum Für eine gute Schule müssen alle zusammenlegen

Von Birgit Riecker
Der Bau II des Bönnigheimer Schulzentrums muss saniert und erweitert werden. Foto: /Oliver Bürkle

Für eine optimale Landesförderung im Schulzentrum müssen sich die umliegenden Gemeinden finanziell beteiligen.

Das wird teuer. Mit mindestens zwölf Millionen Euro rechnet die Stadt für die Sanierung und Erweiterung von Bau II im Schulzentrum. Damit das Land die optimale Förderung gewährt, muss die Ganerbenstadt die umliegenden Gemeinden, die ihre Schüler in die weiterführenden Schulen schicken, finanziell beteiligen.

Mit rund 3,5 Millionen Euro aus der Schulbauförderung kann Bönnigheim rechnen. Doch sie braucht auch noch Mittel aus dem Ausgleichsstock. Und deshalb muss sie das Beteiligungsverfahren nach dem Schulgesetz durchführen. Dieses sieht vor, in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung die Kostenanteile der Nachbarkommunen festzulegen. In einem ersten Schritt werde die Stadt daher über das Vorhaben informieren und mit allen über eine freiwillige Kostenbeteiligung sprechen, sagte Bürgermeister Albrecht Dautel in der letzten Gemeinderatssitzung. „Danach werden wir sicher noch einige Runden brauchen, um zu einer gerechten Lösung zu kommen“, glaubt Dautel. Das Regierungspräsidium wache darüber und der Gemeinderat werde regelmäßig einbezogen. Da das Verfahren relativ neu ist, liegen in Bönnigheim noch keine Erfahrungen vor.

Knapp 70 Prozent der Schüler von auswärts

Was könnte dies beispielsweise für Kirchheim, Löchgau und Erligheim bedeuten? Anhand der durchschnittlichen Schülerzahlen der letzten fünf Jahre ergibt sich folgendes Bild: 30,82 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Alfred-Amann-Gymnasium kommen aus Bönnigheim, 69,18 Prozent aus den Umlandgemeinden. Der Anteil der Kirchheimer Schüler liegt bei 22,09 Prozent. Aus Löchgau kommen 15,73 Prozent und aus Erligheim 11,08 Prozent. Alle übrigen Gemeinden haben einen Anteil, der unter acht Prozent liegt. Für die Sophie-La-Roche-Realschule sieht das Bild ähnlich aus: 36,31 Prozent der Schülerinnen und Schüler kommen aus Bönnigheim. 63,69 Prozent aus den Umlandgemeinden. Kirchheim stellt einen Anteil von 19,97 Prozent und aus Löchgau kommen 10,40 Prozent der Schüler. Der Erligheimer Anteil liegt bei 9,5 Prozent, dicht gefolgt von Cleebronn mit 9,44 Prozent. Alle übrigen Gemeinden liegen mit ihren Schülern deutlich unter fünf Prozent.

Kompliziertes Verfahren zur Gebäudeaufteilung

Kompliziert wird das Verfahren noch durch die Aufteilung des Baues auf die beiden Schularten, die gemeinsame Mensa für 500 Essen in zwei Schichten und die Stadt- und Schülerbücherei mit 440 Quadratmetern. Architektin Irene Bidlingmaier vom Büro Herrmann und Bosch wies bei der Vorstellung des Vorentwurfs, der mehrfach mit dem Bauausschuss beraten worden war, auf die Finessen hin: Sechs neue Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer und Differenzierungsräume wird es für die Realschule im zweiten Obergeschoss in Holzbauweise geben. Dieser Bereich wird auch behindertengerecht mit einem Aufzug erschlossen. Damit die Stadtbücherei, die im ersten Stock zu finden ist, autark genutzt werden kann, gibt es dort ebenfalls einen Aufzug und separate Toiletten. Daneben ist dort ein Handarbeitsraum untergebracht.

Die Mensa im Erdgeschoss, die teilbar wird und so auch als kleiner Veranstaltungsraum genutzt werden kann, wird mit der Anlieferungsebene im Untergeschoss mit einem dritten Aufzug verbunden. Im Untergeschoss befindet sich außerdem ein technischer Bereich. Selbstverständlich ist ein gemeinsamer Server für beide Schularten vorgesehen. Während der Vorentwurf allenthalben gelobt wurde, bat Stadtrat Markus Stahl (UWG) noch einmal zu prüfen, ob wirklich drei Aufzüge nötig seien oder auch zwei reichen könnten. Stadtrat Hans-Martin Jäger (UWG) betonte, dass die Essensversorgung künftig zentral erfolge und auch die Kindergärten beinhalte.

Renate Opiolla (SPD) freute sich, dass die Bücherei im Schulzentrum bleibt. Noch nicht abschließend geklärt sei, so Bürgermeister Albrecht Dautel, wohin während der Bauzeit die Container für fünf ausgelagerte Klassen kommen werde. Die Kosten hierfür liegen bei mindestens 400 000 Euro. „Die Grobkostenschätzung für den Bau basiert auf den Zahlen für das zweite Quartal 2022. Die Bruttogrundfläche liegt 27 Prozent höher als bei der Machbarkeitsstudie, weil Bücherei und Technik mehr Raum bekommen“, erklärte Bidlingmaier.

 
 
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