SCB jubelt nach 4:2-Triumph in Freiburg Finale – Bietigheim Steelers spielen um den Aufstieg

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Der Augenblick des Triumphs: Die Steelers-Profis brüllen nach dem 4:2-Sieg in Freiburg ihre Freude über den Finaleinzug heraus und stürmen auf die Eisfläche.  ⇥ Foto: BEAUTIFUL SPORTS/G. Hubbs/Imago Images

Der DEL-Aspirant aus dem Ellental gewinnt das entscheidende Halbfinalduell bei den Wölfen Freiburg mit 4:2. Am Freitag beginnt die Finalserie gegen Kassel.

Das Traumfinale ist perfekt: Die Bietigheim Steelers spielen gegen die Kassel Huskies um die DEL2-Meisterschaft und den Aufstieg in die deutsche Eliteklasse. Die Mannschaft aus dem Ellental gewann am Dienstagabend das entscheidende fünfte Halbfinalduell bei den Wölfe Freiburg mit 4:2 und katapultierte den Gegner in die Sommerpause. Für die Steelers lebt der Aufstiegstraum hingegen weiter. Noch drei Siege gegen den DEL-Mitbewerber aus Kassel, und der SCB dürfte erstmals in seiner Klubgeschichte im Eishockey-Oberhaus mitmischen – ein erfolgreiches Lizenzierungsverfahren vorausgesetzt.

„Heute kann ich meiner Mannschaft nur gratulieren. Es war nicht einfach. Jeder war bis zum Ende fokussiert und hat sich immer an den Plan gehalten“, sagte Trainer Danny Naud unmittelbar nach dem Triumph im Halbfinale. „Ich bin froh und erleichtert, dass die Mannschaft sich für ihre Arbeit und Geduld belohnt hat. So einen Erfolg haben uns viele vor der Saison nicht zugetraut“, stellte Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch noch am späten Abend im Gespräch mit der BZ fest. Zum bereits siebten Mal seit 2013 ist Bietigheim nun in den Playoff-Endspielen dabei. Los geht’s am Freitag (19.30 Uhr/Live auf Sprade TV) in Kassel. Am Sonntag folgt in der EgeTrans-Arena die erste Bietigheimer Heimspiel der Finalserie gegen die Nordhessen.

Angespannte Gesichter

Schon beim Warmmachen war in den ernsten Gesichtern der Steelers-Profis die Anspannung abzulesen. Wie in den Spielen zuvor legten die Schwaben beim Showdown furios los und berannten den EHC-Kasten. Dort stand aber Enrico Salvarani. Der 21-jährige gebürtige Mannheimer übernahm erneut die Rolle als Bietigheimer Spielverderber und entschärfte einige gefährliche Schüsse. Nachdem die Gäste ein erstes Unterzahlspiel unbeschadet überstanden hatten, erzielte Tim Schüle das psychologisch so wichtige 1:0: Nach Vorarbeit von Matt McKnight, der damit seinen 701. DEL2-Scorerpunkt sammelte, und Riley Sheen traf der SCB-Verteidiger ins kurze Toreck (8.).

Nun musste Freiburg seine abwartende Haltung aufgeben. Da aber die Steelers mit Youngster Leon Doubrawa ebenfalls einen derzeit heißen Goalie zwischen den Pfosten haben und zudem die Abwehr fleißig abräumte, behauptete Bietigheim den knappen Vorsprung. Dieser hätte aufgrund eines deutlichen Chancenplus aber auch noch höher ausfallen können. Die alte Leier von der Abschlussschwäche wird Naud wohl nicht gern hören, aber wegzudiskutieren ist sie eben nicht.

Trainer Naud ändert die Reihen

Der Coach hatte die Angriffsformation geändert: Norman Hauner spielte mit Brett Breitkreuz und C.J. Stretch im zweiten Sturm, Robin Just gesellte sich zu Alexander Preibisch und Benjamin Zientek in die dritte Reihe. Letztere war im zweiten Durchgang am auffälligsten und auch für den zweiten Steelers-Treffer verantwortlich: Preibisch staubte ab, nachdem Salvarani einen Fernschuss von Kapitän Nikolai Goc abgewehrt hatte (30.). Zuvor war bereits ein Tor von Zientek nach Videobeweis nicht anerkannt worden, weil Preibisch seinen Stock vor dem Kasten einen Tick zu hoch gehalten hatte. Obwohl einige SCB-Profis protestierten, ging wohl auch der Penalty, der zum 1:2 führte, in Ordnung. Stretch hatte den durchgebrochenen Christoph Kiefersauer zu Fall gebracht. Der gefoulte Wölfe-Stürmer nutzte seine Chance im Eins-gegen-eins-Duell mit Doubrawa eiskalt (33.).

Bitter aus Bietigheimer Sicht war auch das 2:2 exakt zwei Minuten später: Beim dritten Powerplay der Breisgauer schob Christian Billich den Puck im Getümmel über die Torlinie. Es folgte eine Zwei-plus-zwei-Strafe gegen Just, der Nikolas Linsenmaier unabsichtlich mit dem Schläger an der Lippe getroffen hatte, sodass diese leicht blutete. Es schien sich alles gegen die Steelers verschworen zu haben.

Hauner trifft nach Alleingang

Im Schlussdrittel zeigten die Gäste dann aber, dass sie ein Topteam sind. Sie fanden die Ruhe zurück, vertrauten ihrem System und ihrer Klasse – und wendeten das drohende Unheil ab. Der EHC musste derweil auf seinen schwedischen Topscorer Andreé Hult verzichten, der sich im zweiten Durchgang verletzt hatte. Nach einem Solo erzielte Hauner, der clever den Abschluss verzögert und auf eine Lücke gelauert hatte, das 3:2 für Bietigheim (47.). McKnight gelang kurz vor Schluss mit einem Schuss in den leeren Kasten das 4:2. Der Rest war ein Jubelfest in Grün und Weiß. „Jetzt brauchen wir die Unterstützung von allen, um auch noch den letzten Schritt zu gehen und den Traum von der DEL wahr zu machen“, sagte Schoch. Die Huskies aus Kassel müssen sich auf einen heißen Tanz einstellen.

Die Termine im Playoff-Finale

Spiel 1, Freitag, 14. Mai, 19.30 Uhr:
Kassel Huskies – Bietigheim Steelers
Spiel 2, Sonntag, 16. Mai, 17 Uhr:
Bietigheim Steelers – Kassel Huskies
Spiel 3, Dienstag, 18. Mai, 19.30 Uhr:
Kassel Huskies – Bietigheim Steelers
Spiel 4, Donnerstag, 20. Mai, 19.30 Uhr:
Bietigheim Steelers –  Kassel Huskies (falls nötig)
Spiel 5, Samstag, 22. Mai:
Kassel Huskies – Bietigheim Steelers (falls nötig)

 
 
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