In der SKV-Halle in Ingersheim wurde am vergangenen Samstag nicht gerannt, gesprungen oder geworfen – und doch ging es hochsportlich zu. Beim WAM/WJPT-Turnier trafen sich insgesamt 118 Schachspielerinnen und -spieler aus der Region und darüber hinaus, unter anderem aus Nürtingen und Aschaffenburg, zu einem intensiven Kräftemessen am Brett. Konzentration, Strategie, Nervenstärke und viele kluge Züge standen dabei im Mittelpunkt.
Schach Viele kluge Schachzüge in Ingersheim
Die Württembergische Schach-Amateurmeisterschaft und das Jugend-Pokalturnier bringen engagierte Nachwuchsspieler und Amateure zusammen.
Die Wettbewerbe der Württembergischen Amateurmeisterschaft (WAM) sowie des Württembergischen Jugend-Pokal-Turniers (WJPT) sind seit Jahren feste Größen im Turnierkalender des württembergischen Schachs und bieten vor allem Nachwuchstalenten und ambitionierten Amateuren eine ideale Bühne, um wertvolle Turniererfahrung zu sammeln.
SC Ingersheim besteht seit 40 Jahren
Für den Ingersheimer Schachclub, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, war es bereits die achte Ausrichtung einer solchen Veranstaltung. Vorsitzender Edgar Jehle zeigte sich stolz über die starke Unterstützung aus den eigenen Reihen, viele Mitglieder sorgten für ein eingespieltes Organisationsteam. Auch Bürgermeisterin Simone Lehnert betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des Engagements. Ohne diese ehrenamtliche Arbeit wäre ein solches Turnier nicht denkbar – und gerade für junge Menschen werde das Schachspiel dadurch attraktiv. Dies zeigt sich auch im Ingersheimer Schachclub, in dem von rund 70 Mitgliedern mehr als 50 Prozent Jugendliche sind. Lob kam ebenfalls von Dr. Conrad Müller, Referent für den Breitensport im Württembergischer Schachverband. Er hob besonders die Teamarbeit hervor und freute sich über ein vollständig ausgebuchtes Teilnehmerfeld.
Das Turnier selbst bot eine große Bandbreite. Beim Jugend-Pokal-Turnier traten Kinder und Jugendliche der Altersklassen U8 (16 Teilnehmende), U10 und U12 (zusammen 22 Teilnehmende) gegeneinander an, während sich die Amateurmeisterschaft in 20 Gruppen an ältere Nachwuchsspieler und Erwachsene richtete. Für viele junge Talente war es die erste Gelegenheit, unter echten Turnierbedingungen zu spielen – eine Erfahrung, die nicht nur lehrreich, sondern auch für weitere Spiele am Schachbrett motiviert.
Gespielt wurde bei der Amateurmeisterschaft in Vierergruppen, eingeteilt nach der Deutschen Wertungszahl (DWZ), um möglichst ausgeglichene Partien zu garantieren. Die klassische Bedenkzeit verlangte den Spielern einiges ab. 60 Minuten pro Partie plus 30 Sekunden Bonuszeit im sogenannten Bronstein-Modus. Diese Zeitkontrolle sorgte für Qualität und zwang zu hoher Konzentration in der SKV-Halle, wo die Turnierruhe galt.
Beim Jugendturnier kam das Schweizer System zum Einsatz – fünf Runden, 30 Minuten Bedenkzeit und ebenfalls ein Bronstein-Bonus.
Ähnlich starke Spieler treffen aufeinander
Dieses System sorgt dafür, dass Spieler mit ähnlicher Punktzahl aufeinandertreffen, ohne dass jemand vorzeitig ausscheidet.
Den ganzen Tag über standen Trainer für Analysen bereit. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die DWZ-Auswertung – das offizielle System des Deutscher Schachbund, das die Spielstärke objektiv erfasst und besonders für Nachwuchsspieler von großer Bedeutung ist.
Organisiert wurde das Turnier in Ingersheim im Rahmen der Württembergischen Turnierserien durch Conrad Müller in Zusammenarbeit mit dem Ingersheimer Schachclub. Für die gelungene Organisation gab es durchweg positive Rückmeldungen bei Teilnehmern, Betreuern und den Zuschauern. Am Ende des Tages standen nicht nur Sieger fest, sondern es gab auch viele zufriedene Teilnehmer. Pokale für die Gruppensieger, Medaillen für die Zweit- und Drittplatzierten sowie Sonderpreise für die besten Spielerinnen und Altersklassen-Sieger sorgten für strahlende Gesichter.
Ein Blick in die Ergebnisliste. Beim WAM-Turnier gab es 20 Gruppen mit folgenden ersten Plätzen aus dem Landkreis Ludwigsburg: Lauri Kratt (SF Freiberg), Luka Jajcinovic (SF 59 Kornwestheim), Vincent Ludwig und Manuel Gerigk (SV Besigheim), Andrè Schwarzbauer (SC Tamm 74), Sidhant Jawalkar und Harsh Tripathy (SV Marbach), Raffael Schmucker (TSG Steinheim), Samuele Maci (SC Asperg) sowie Finn Barth und Sebastian Mühle (SC Ingersheim). Beim WJPT-Turnier U10 und U12 mit 22 Teilnehmenden kam Jona Matteo Höferlin auf Platz vier, bei der U8 mit 16 Teilnehmenden Micha Höferlin auf Platz fünf, beide vom SC Ingersheim.
