Schäferlauf in Markgröningen Organisatoren nach Coronapause unter Druck

Von Michael Bosch
Der Schäferlauf zieht jedes Jahr um die 100 000 Besucher an. Foto: Archiv/7aktuell.de/Corinna Wezstein

Eines der größten Feste in der Region kehrt nach zweijähriger Zwangspause Ende August zurück. Die Vorbereitungen sind diesmal kniffliger.

Es ist das größte und bekannteste Fest im Kreis Ludwigsburg – und für die Stadt Markgröningen (Kreis Ludwigsburg) fast schon sinn-, in jedem Fall aber identitätsstiftend: der Schäferlauf. Kein Wunder also, dass man in der Stadt geradezu euphorisch ist, dass das Volksfest nach zwei Jahren Corona-Zwangspause endlich wieder stattfindet. Von Erleichterung und Vorfreude, beides „riesengroß“, ist aus dem Rathaus zu hören. Beides sei auch in der Stadt „deutlich zu spüren“.

Die Vorbereitungen auf das Fest laufen in der Schäferlaufstadt, die sich seit kurzem auch ganz offiziell so nennen darf, indes auf Hochtouren. Das Großereignis findet in diesem Jahr vom 26. bis 29. August statt.

Ein „Schäferlauf light“ kam nicht in Frage

Ganz einfach ist der Neustart offenbar nicht: Aufgrund der kaum vorhersehbaren Entwicklung durch Covid hatte der Gemeinderat erst im Januar die finale Entscheidung getroffen, den Schäferlauf tatsächlich stattfinden zu lassen. So steht der Verwaltung nur rund ein halbes Jahr für die gesamte Organisation und Vorbereitung zur Verfügung – kein allzu üppiges Zeitfenster für ein viertägiges Fest, zu dem wieder bis zu 100 000 Besucher erwartet werden.

Eine abgespeckte Version, quasi ein „Schäferläufle“ oder einen „Schäferlauf light“, das sei der Verwaltung, aber auch dem Gemeinderat schon bei den ersten Überlegungen schnell klar gewesen, sei nicht in Frage gekommen. Keine Abstriche zu machen – vor allem bei den traditionellen Elementen des Festwochenendes –, dazu habe man sich auch deshalb verpflichtet gefühlt, weil der Schäferlauf, der seinen Ursprung im frühen Mittelalter als Kirchweihfest der Bartholomäuskirche hat und erstmalig 1593 erwähnt wurde, nun als immaterielles Unesco-Kulturerbe geführt wird. Mit diesem Prädikat konnte sich die Veranstaltung bislang nur einmal schmücken – im Jahr 2019. Schon da hatten die Verantwortlichen nochmals einen Zuwachs an Bekanntheit ausgemacht.

130 Marktstände und 50 Gruppen beim Umzug

Nicht kalkulierbar für die Stadt war indes, wie sich die zahlreichen Gruppen, Vereine, Schulen und Partner, die den Schäferlauf mitgestalten, zurückmelden würden. Sorgen, dass es Absagen hagelt, stellten sich als unbegründet heraus. Frank Blessing, bei der Stadt zuständig für einen reibungslosen Ablauf des Events, ist mit dem aktuellen Stand zufrieden: „Mit etwa 130 Marktständen und mehr als 50 Gruppen, die an den Festumzügen teilnehmen, liegen wir in einem für den Schäferlauf üblichen Rahmen.“

Blessing hat auch festgestellt, dass nach zweijähriger Zwangspause und teils neuem Personal in der Verwaltung an manchen Ecken die Routine fehlte. Er ist aber sicher, dass der Schäferlauf mit seinem Krämermarkt, dem Festplatz mit Fahrgeschäften und dem Umzug sowie dem Lauf übers Stoppelfeld nichts an Attraktivität eingebüßt hat.

 
 
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