Das Wetter konnte in diesem Jahr nicht besser sein – trocken sowie sonnig, aber nicht zu heiß – und so säumten während des Festzugs zum Stoppelfeld zahlreiche Menschen die Straßen der Innenstadt. Sie klatschten, winkten und schwenkten blau-gelbe Fähnchen. Die Stadtfarben Markgröningens schmückten Häuser und Gärten, waren allgegenwärtig während der Festtage.
Schäferlauf Markgröningen Das Fest rund ums Schaf
Für volle Straßen und beste Stimmung in Markgröningen sorgte auch in diesem Jahr das älteste schwäbische Heimatfest: Zum Schäferlauf war die gesamte Stadt auf den Beinen.
Blumengeschmückte Ehrenkutsche beim Umzug
Und noch etwas viel auf: Das, in diesem Jahr neue Schutz- und Sperrkonzept, durch das die Zugänge zum Festgelände nicht mehr nur mit Absperrschrankengittern, sondern auch durch große Anti-Terror Sperren aus Holz gesichert waren. Die verstärkte Polizeipräsenz hing dagegen mit einem besonderen Ehrengast zusammen: Innenminister Thomas Strobl musste seine Teilnahme allerdings kurzfristig absagen und fehlte in der Kutsche der Ehrengäste um Bürgermeister Jens Hübner.
Diese fuhr blumengeschmückt beim Festzug nach den beiden Festreitern und dem Musikverein Stadtkapelle Markgröningen. In ihr saß auch Landrat Dietmar Allgaier, der am Vormittag bei der Eröffnungsfeier vor dem Rathaus auch in diesem Jahr ein Gedicht vorgetragen hatte, in dem er auf die diesjährigen Jubiläen Bezug nahm: 100 Jahre Schäfertanz und Spielmannszug, 75 Jahre Landfrauen und 25 Jahre Stelzenläuferinnen. „Wer mitgerechnet hat: Das sind 300 Jahre Tradition geballt – und keiner wirkt müde, geschweige denn alt“, so dichtete er munter weiter.
Viele Gruppen gab es zu bestaunen: Mädchen mit Blumenkränzen, Pfarrer Esenwein mit Familie, den Grafen zu Gröningen mit Gefolge, die Weihrauch verströmenden Spitalbrüder, singende Landsknechte, die Schäfer des Leistungshütens ebenso wie den Erntewagen der Landjugend Markgröningen und die Wasserträgerinnen gefolgt von der Gruppe der Stelzenläuferinnen. Die historische Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Markgröningen sorgte dann trotz des trockenen Wetters für Nässe, denn mit dem Löschschlauch wurde da fröhlich in die Menschenmenge am Straßenrand gespritzt – teils etwas zu übermütig, da der kräftigere Strahl mitten in Gesichter traf.
Wie in jedem Jahr durften die Gäste beim Festzug nicht fehlen. Der Musikverein Schwieberdingen und der Musikverein Unterriexingen spielten ebenso auf wie das Fanfarencorps der Landknechte Halver und der Fanfarenzug Weil der Stadt. Rekordverdächtig war die Teilnahme des Musikvereins Schwieberdingen, der mit 111 Teilnehmern und Teilnehmerinnen an den Start gegangen war. Aus der Schäferlaufstadt Wildberg waren Trachtengruppe und Klostertrommler angereist, während die Schäferlaufstadt Bad Urach durch ihren Fanfarenzug vertreten war. Gekonnt wurden hier die Fahnen geschwenkt und hoch in die Luft geworfen.
Kunsthandwerkermarkt und viele Stände
Dichtes Gedränge herrschte in den Gassen der Markgröninger Innenstadt, wo sich ein Stand an den nächsten reihte. Angeboten wurden unter anderem Taschen, Gürtel, Gewürze, Schmuck, Seifen und Kräuterbonbons. Der Innenhof des Helene-Lange-Gymnasiums beherbergte erneut den Kunsthandwerkermarkt und beim Betreten fiel der Blick zuerst auf den Stand von Simone Fröhlich. Sie gestaltet mit Papiertechniken wie zum Beispiel der Serviettentechnik formschöne Schachteln in der eigenen Werkstatt.
Wenige Schritte weiter rief Kurt Weigl zum Spielen auf: „Das ist für die Spielkinder unter uns“, erklärte er und setze einen seiner, im Familienbetrieb gestalteten, bunten Holzkreisel in Bewegung. Es gab schmale und dicke runde, die sich auch auf einem Finger drehen ließen – außerdem grün glitzernde Weihnachtsbaum-Kreisel.
Gedreht wurde auch fleißig am Stand des VfB Stuttgart 1893. Erstmals waren die Fußballer in diesem Jahr beim Markgröninger Schäferlauf vertreten. Aufgebaut hatten sie neben der Bartholomäuskirche eine Torwand und eine gemütliche Chill-out Lounge. Eine Schlange bildete sich aber vor dem Glücksrad. Unermüdlich drehte es seine Runden und jeder hoffte auf den Hauptgewinn, ein VfB T-Shirt oder einen rot-weißen Fan-Schal. Beliebt bei den Gästen des Schäferlaufs war auch, wie in jedem Jahr, der Schirglerschank der Skizunft Markgröningen. Hier saß man an langen Bänken gemütlich beieinander. An etlichen Ständen konnte man sich aber auch im Vorbeilaufen den Magen füllen: Ob leckerer Flammkuchen, Rostbratwurst oder veganer Falafel-Wrap – für jeden Geschmack war etwas dabei. Das galt auch für den Rummel, der mit rasanten Fahrgeschäften, Tombola und Kinderkarussell lockte
