Nachdem im letzten Jahr der Ausbruch der Blauzungenkrankheit zu einem kompletten Ausfall des Leistungshüten führte und im Jahr davor ein heftiges Gewitter einen Abbruch unabdingbar machte, ging diesmal wieder alles seinen gewohnten Gang an der Straße nach Asperg – wobei es vor Beginn doch einigen Trubel gab, denn ein Richter musste leider kurzfristig absagen. Seine Vertretung blieb mit einem Motorschaden auf der Autobahn liegen und so gab der bewährte Kommentator Harald Höfel kurzerhand sein Mikrofon an die Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbands Baden-Württemberg Anette Wohlfarth ab und richtete gemeinsam mit Holger Banzhaf.
Schäferlauf Markgröningen Schafe, Sonne und gute Laune
Das alljährliche Leistungshüten anlässlich des Markgröninger Schäferlaufs lockte bei strahlendem Sonnenschein viele Besucherinnen und Besucher an.
Zwei Schäferinnen und drei Schäfer stellten sich den prüfenden Blicken aus der Jury. Als Erster an den Start ging Herbert Schaible aus Aidlingen. Mit seinen 60 Jahren ist er ein sehr erfahrener Schäfer, der mit Routine und Ruhe die fremde Herde von Stadtschäfer Edmund Wörner gekonnt durch alle Aufgaben leitete. Das brachte ihm 83 Punkte, am Ende den Sieg und damit das Ticket nach Sachsen-Anhalt, wo im September das VDL-Bundesleistungshüten stattfindet.
Premiere für junge Schäferin
Xenia Rehm aus Langenargen war zum ersten Mal in Markgröningen dabei. Sie trat an mit ihrem erst vierjährigen Rüden Leo. Das Leistungshüten stellt einen Hütetag im Zeitraffer dar und daher mussten typische Schäferaufgaben bewältigt werden. Es begann mit dem Treiben aus dem Pferch hinaus in ein sogenanntes enges Gehüt. Hier müssen die Schafe dicht beieinanderbleiben, bevor es weiter ging zur Brücke und der anschließenden Verkehrsprüfung. Während die, immerhin 280 Tiere umfassende, Schafherde die Straße entlanglief, fuhr ein Auto vorbei.
Das sah alles sehr harmonisch und schon fast perfekt aus, bis auffiel, dass der Hund leider auf der falschen Seite lief. Eigentlich soll er zwischen Auto und Herde dafür sorgen, dass keinem Schaf etwas passiert. Das gab Punktabzug für die junge Schäferin. Richter Harald Höfel bezeichnete den Rüden nach der Prüfung als etwas übereifrig, erkannte aber das Potenzial des Teams: „Dafür, dass es das erste Mal war, hat es richtig gut ausgesehen“, lobte er und verkündete 76 Punkte als Ergebnis. Das reichte am Ende für den zweiten Platz. Platz Nummer drei konnte sich Bettina Käflein aus Baden-Baden sichern und Jonas Henniger aus Münsingen erreichte Platz Vier.
Obwohl Anette Wohlfarth mit der Moderation quasi ins kalte Wasser geworfen wurde, kommentierte sie gekonnt und äußerst informativ das Hütegeschehen. Darüber hinaus gab sie dem Publikum interessante Einblicke in den Beruf des Schäfers. Bei einer Sieben-Tage-Woche sowie einem Stundenlohn von sieben Euro wurde klar, dass es einer großen Liebe zu Schafen bedarf, um diesen Beruf zu ergreifen.
Als letzter Hüter absolvierte Marcel Lichau aus Münsingen mit seiner sehr erfahrenen Hündin Anka sowie Junghündin Fee den Parcours, wobei Fee noch nicht so lief, wie sie sollte, was die beiden Richter in ihrer Bewertung herausforderte.
Denn Potenzial war zu erkennen, aber es bedarf doch noch einiges an Ausbildung bis zur zuverlässigen Hütehündin. So gab es nur 60 Punkte, was den letzten Platz bedeutete, aber Marcel Lichau war keineswegs enttäuscht: „Mir ist es wichtig gewesen zu erfahren, dass aus dem Hund was werden kann“, sagte er.
