Schaffen die Steelers einen Sweep gegen Freiburg? Hauner und Doubrawa spielen sich ins Rampenlicht

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Stürmer Norman Hauner trumpfte im Playoff-Halbfinale gegen die Wölfe Freiburg bisher groß auf. ⇥⇥ Foto: Ralf Poller/Avanti

Bei einem Auswärtssieg am Freitagabend gegen Freiburg stehen die Bietigheim Steelers im Playoff-Finale der DEL2.

Echte-Helden-Arena heißt die Spielstätte des EHC Freiburg. Dort wollen nun auch die Bietigheim Steelers im Playoff-Halbfinale der DEL2 Heldenstatus erlangen. Mit einem weiteren Sieg in der Best-of-Five-Serie gegen die Wölfe aus dem Breisgau können sie bereits an diesem Freitag (19.30 Uhr/Live auf Sprade TV) den Finaleinzug perfekt machen. Die ersten beiden Baden-Württemberg-Duelle hat der Aufstiegskandidat in dieser Woche mit 6:2 und 3:2 für sich entschieden und sich so drei Matchpucks erkämpft.

Naud in der Rolle des Mahners

„Wenn du gleich den Sack zumachst, hast du Ruhe und musst nicht mehr zittern. Lieber gewinne ich mit 3:0 als mit 3:2, aber am Ende ist die Hauptsache, die Serie zu gewinnen“, sagt Steelers-Trainer Danny Naud. Der 59-jährige Kanadier schlüpft vor Spiel drei in die Rolle des Mahners und erinnert an das Viertelfinale gegen die Löwen Frankfurt. Dort hatte seine Truppe ebenfalls die ersten beiden Partien gewonnen – und musste am Ende nach zwei Niederlagen doch noch in einem entscheidenden fünften Duell ums Weiterkommen bangen. „Freiburg hat eine tolle Saison hinter sich und wird alles daran setzen, dass diese nicht schon am Freitag zu Ende geht“, sagt Naud.

Während in der ersten Runde vor allem Topscorer Riley Sheen von sich reden machte, haben sich im Halbfinale bisher zwei andere Bietigheimer Akteure ins Rampenlicht geschoben: Torwart-Talent Leon Doubrawa und Stürmer Norman Hauner. Doubrawa, eigentlich Goalie Nummer drei im Kader, ersetzte im zweiten Viertelfinalduell den verletzten Jimmy Hertel nach zwei Dritteln im Kasten. Nach dem einen oder anderen Wackler bei den beiden Niederlagen gegen die Hessen hat sich der 19-Jährigen inzwischen zum großen Rückhalt gemausert. In den vergangenen drei Playoff-Begegnungen zeigte er sich nervenstark, souverän und fangsicher. Über das Fehlen der beiden Stammtorhüter Hertel und Cody Brenner lamentiert im Ellental längst niemand mehr.

„Leon ist seit Oktober bei uns auf dem Eis dabei. Er ist sehr lernfähig und bekommt von Spiel zu Spiel mehr Selbstvertrauen. Seine Entwicklung ist für mich keine Überraschung“, sagt Naud über den Youngster, der mit Torwart- und Co-Trainer Fabian Dahlem in zusätzlichen Videoeinheiten akribisch an den Kleinigkeiten feilt. Gleichwohl weist der Coach auch auf den Anteil der übrigen Defensive hin: „Die ganze Mannschaft arbeitet gut für ihn.“

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist aktuell die dritte Sturmreihe um den 29-jährigen Hauner. Im ersten Kräftemessen mit Freiburg am Montag schlug der Mann mit der Nummer zehn gleich dreimal zu. Am Mittwoch gelang ihm in der Verlängerung der Siegtreffer. Schon in der Hauptrunde war Hauner hinter den beiden Kanadiern Sheen und Matt McKnight Bietigheims drittbester Scorer gewesen. „Wir alle kennen seine Qualitäten als Torjäger“, sagt Naud. „Schon in der ersten Serie hat Norman defensiv sehr gut gespielt, und er war ähnlich stark wie jetzt. Der Unterschied ist nur, dass er gegen Freiburg bisher seine Möglichkeiten genutzt hat.“

Um seinen Schützlingen genug Luft zum Durchschnaufen zu geben, hat der Coach den Trainingsaufwand in den Playoffs gedrosselt. Ob sie an dem Tag nach einem Spiel aufs Eis gehen, bleibt den Steelers-Profis selbst überlassen. Nur 30 Minuten Bewegung, etwa auf dem Fahrradergometer, sind Pflicht. Für alle obligatorisch ist dann das Videostudium am Spieltag selbst.

EHC: Rücktritt sorgt für Wirbel

Im Freiburger Lager hat das abrupte Karriereende von Publikumsliebling und Ausnahmekeeper Ben Meisner für Wirbel gesorgt. Kurzerhand reaktivierten die Wölfe ihren einstigen Aufstiegstorhüter Christoph Mathis (33) als Backup. Die Turbulenzen beim EHC nimmt Naud aber ungerührt zur Kenntnis: „Was beim Gegner passiert, ist uninteressant. Wir beschäftigen uns mit unserer Mannschaft. Damit haben wir genug zu tun.“

 
 
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