Schienenpläne in der Region Stuttgart Uneins über Schusterbahn

Von Uwe Mollenkopf
Die Pläne für einen Ausbau der Schusterbahn mit den verschiedenen Varianten. Foto: Verband Region Stuttgart

Der Verkehrsclub Deutschland kritisiert ein Gutachten der Region. Als potenzielle Endpunkte kommen Bietigheim-Bissingen oder Markgröningen in Frage.

An diesem Mittwoch tagt in Stuttgart der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung. Thema ist erneut der Ausbau der Schusterbahn für den Personenverkehr, also der 11,5 Kilometer langen Strecke zwischen Untertürkheim und Kornwestheim, die heute durch Güterverkehr geprägt ist. Dabei zählt auch eine Verlängerung nach Bietigheim-Bissingen zu den Varianten, die man im Blick hat. Der Ausschuss soll über das weitere Vorgehen auf der Basis eines vorliegenden Gutachtens beschließen – doch im Vorfeld hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Alarm geschlagen. Er kritisiert die Aussagen des Gutachtens und favorisiert eine Verlängerung der Strecke nach Markgröningen.

Machbarkeitsstudie

Doch der Reihe nach: Laut dem Gutachten, welches das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart GmbH (VWI) zusammen mit der DB E&C für die Region erstellt hat, soll eine Linienverlängerung der Schusterbahn in Richtung Bietigheim-Bissingen vertiefend betrachtet werden. Zunächst soll eine Linie Esslingen – Bietigheim-Bissingen („Hauptkorridor 3“) weiterverfolgt werden, sollte diese Variante wirtschaftlich nicht überzeugen können, müsse man entscheiden, ob die kürzere Variante Untertürkheim – Bietigheim-Bissingen) nachträglich untersucht werden solle.

Fahrzeugkonzept offen

Ob auf der Strecke eine S-Bahn oder Regionalbahn fahren solle, lasse sich derzeit noch nicht sagen, so das Gutachten. „Während ein S-Bahnprodukt aufgrund der höheren Haltestellendichte ein höheres Verkehrspotenzial erwarten lässt, steht dem insbesondere im Abschnitt Kornwestheim – Untertürkheim im Vergleich zu einer Regionalbahnvariante ein höherer Infrastrukturaufwand gegenüber“, heißt es dazu.

Ebenso sei bei einer Regionalbahnvariante von einer schnelleren Fahrzeit auszugehen. Daher solle sowohl für eine S-Bahn- als auch für eine Regionalbahnvariante ein vereinfachter Nutzen-Kosten-Indikator ermittelt werden.

Was ein Abzweig nach Markgröningen statt nach Bietigheim-Bissingen anbelangt („Hauptkorridor 2“ Esslingen – Markgröningen), so empfiehlt die Machbarkeitsstudie, nach der Verkehrsausschusssitzung mit dem Zweckverband Stadtbahn Ludwigsburg das weitere Vorgehen abzustimmen. Bekanntlich soll zwischen Ludwigsburg und Markgröningen die geplante Stadtbahn Ludwigsburg verkehren. Das Gutachten sieht auf diesem Abschnitt einen erheblichen Infrastrukturaufwand an den Bahnsteigen für einen stufenfreien Einstieg in die unterschiedlich hohen Schusterbahn- und Stadtbahnfahrzeuge.

Dagegen erklärt der VCD-Landesverband in einer Mitteilung, dass es zwischen Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg heute schon ein dichtes Zugangebot gebe. „Deshalb drängt sich uns eine weitere Angebotsverdichtung auf diesem Abschnitt nicht auf – vielmehr sollte eher das Augenmerk auf den Abschnitt nach Markgröningen gelegt werden.“

Höchstes Fahrgastpotenzial

Die Variante Markgröningen – Esslingen weise das höchste Fahrgastpotenzial auf, die Umsetzung könne mit geringen Infrastrukturausbauten als TramTrain oder Regionalbahnfahrzeug via Kornwestheim-Rangierbahnhof erfolgen. Auch Landrat Dietmar Allgaier hat sich für eine solche Lösung ausgesprochen.

Im Gutachten des Regionverbands wird darüber hinaus auch noch eine reduzierte Variante genannt: Sollte keiner der Hauptkorridore 2 und 3 wirtschaftlich aussichtsreich sein, solle die Wirtschaftlichkeit einer verkürzten Linie Untertürkheim – Kornwestheim geprüft werden.

 
 
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