Schlagwerkstatt in Bietigheim-Bissingen Markus Hauke: Das Trommeln ist sein Leben

Von Helga Spannhake
Markus Hauke, der Inhaber der Schlagwerkstatt, mit Schülerin Rossella. Foto: /Oliver Bürkle

Vor zehn Jahren hat Markus Hauke in Bietigheim-Bissingen eine Schlagwerkstatt eröffnet. Er will den Spaß an der Musik vermitteln.

Schlagzeuge wohin man schaut im Unterrichtsraum. Durch die hohen Fenster scheint ausreichend Licht, während Markus Hauke mit seiner Schülerin am Kinderschlagzeug übt: „Schau mal, dass du deine rechte Hand noch etwas höher hältst, damit du mit deiner linken Hand gut darunter ausholen kannst.“ Ruhig ist die Stimme des Lehrers. Es spricht viel Geduld, gepaart mit pädagogischem Geschick aus ihr, denn Schülerin Rossella ist erst sechs Jahre alt, aber liebt das Schlagzeugspielen. Sie übt daheim fleißig, weiß Mama Tiziana zu berichten, und die Früchte des regelmäßigen Trainierens sind hörbar: Es gelingt ihr bereits, einen tragenden Rhythmus mit stimmigem Klang zu spielen.

Klassische Ausbildung

Markus Hauke kommt aus dem klassischen Bereich, absolvierte sein Schlagzeugstudium an den Musikhochschulen Würzburg und Stuttgart, zusätzlich ist er staatlich geprüfter Musiklehrer. Intensiv hat er sich außerdem mit westafrikanischen Trommel-Kulturen beschäftigt. Die Vielfältigkeit der Percussion fasziniert ihn: „Ich versuche auf vielen Gebieten möglichst gut zu sein“, sagt er und ist stets ganz mit Herz und Seele dabei, sei es experimentelle Musik oder das klassische Orchesterkonzert.

Vor 20 Jahren ist er im Eventbereich gelandet, tourte durch die ganze Welt, suchte im Laufe der Jahre aber doch ein zweites Standbein. Da er damals selbst nach Bietigheim umgezogen war, entdeckte er die ehemalige Schreinerei in der Stuttgarter Straße 38 und mietete sich dort kurzerhand ein: „Ich habe mit einem Schüler angefangen“, erinnert er sich schmunzelnd. Inzwischen sind es 40 Schlagzeug-Fans im Alter von 6 bis 70 Jahren, und es gibt eine Kooperation mit der Musikschule Bietigheim.

Freundlich und stressfrei ist die Unterrichtsatmosphäre, das ist Markus Hauke wichtig: „Wir wollen den Spaß an der Musik vermitteln“, erklärt er die Philosophie der Schlagwerkstatt. Angeboten werden Einzelunterricht ebenso wie Gruppenkurse und Workshops. Zu den professionellen Drum Sets, auf denen gespielt wird, gehört ein Kinderschlagzeug ebenso wie eins für Linkshänder. Unterrichtsthemen sind Stick-Technik, Timing, Koordination, Sound bis hin zum Groove: „Irgendwann kommt man in den Flow. Das kann man nur spüren, nicht definieren“, erklärt Markus Hauke.

Das Cajon, diese kleine Holzkiste, auf der sitzend getrommelt wird, ist ein ideales Einstiegsinstrument und ebenfalls im Unterrichtsangebot vertreten – sogar auch als Wochenendworkshop, in dem ein Cajon selbst gebaut wird.

Kollege Uwe Collmar ist der Spezialist für die Djembé, eine westafrikanische Handtrommel. Vermittelt werden Grundtechniken wie Open-Tone, Bass und Slap Schlag und neben dem Level für Beginner gibt es auch Kurse für Fortgeschrittene.

Ausschau nach neuen Räumen

Das eigene Körpergefühl zu stärken liegt im Trend, und dazu ist die sogenannte Body Percussion perfekt geeignet. Hände, Füße, Finger und der Mund sind hier für die Klangerzeugung zuständig: „Man kriegt schnell was raus, was klingt“, sagt Markus Hauke, der auch gern mal Fässer, Besen oder andere Gegenstände zu Musikinstrumenten umfunktioniert und zum Beispiel eine spontane Küchen-Samba zelebriert: Das Trommeln ist sein Leben, und er hofft, dass die Schlagwerkstatt weiter beliebt bleibt.

Eine Sorge treibt ihn aber doch um, denn das Gebäude wurde von der Kreissparkasse gekauft, und eine Kündigung der Räume könnte erfolgen. Daher hält Markus Hauke schon einmal Augen und Ohren offen: Er wünscht sich Räume, in denen man Krach machen darf, die recht zentral in Bietigheim liegen und außerdem noch bezahlbar sind. 

 
 
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