Schulcontainer in Besigheim CDU/WIR überstimmt Verwaltung

Von Uwe Deecke
Die Schulcontainer sollen zwischen Realschule (links) und Neckarhalle errichtet werden.⇥ Foto: Martin Kalb

Gegen den Willen von Stadtverwaltung, Bürgermeister Bühler und Schulleitern folgt das Gremium einem Antrag von CDU/WIR-Fraktion. Neun Jahre lang werden die Schul-Container stehen.

Die Entscheidung ist gefallen, aber nicht im Sinn der Stadtverwaltung. Die Unterrichts-Container, die wegen des Umbaus der Friedrich-Schelling-Schule notwendig sind, kommen vor die Neckarhalle. Damit folgte das Gremium mehrheitlich einem Antrag der Fraktions CDU/WIR.

Es war ein langes Ringen um den Standort, den die Stadt gerne am Linnbrünnele auf der anderen Seite der Straße auf dem Kies verwirklicht hätte. Dort sahen nicht nur die Stadtverwaltung sondern auch die Leitungen der drei Schulen bessere Voraussetzungen für die Containeranlage. Sie soll nach dem Umbau der Friedrich-Schelliung-Schule auch die Sanierung von Realschule und Gymnasium ermöglichen. Auf neun Jahre ist ihre Standzeit konzipiert.

Am Linnbrünnele sollte auch die Kernzeitbetreuung unterkommen, die bisher im Mittelbau der Friedrich-Schelling-Schule stattfindet. Dieser Mittelbau muss abgerissen werden, und es braucht Ersatz.

Der Interimsbau wäre am Kunstrasenplatz am Linnbrünnele am besten aufgehoben, „weil alle Probleme der Stadt zentral lösbar sind“, erklärte Stadtbaumeister Andreas Janssen in der Sitzung. Dazu hätte auch eine Kita-Betreuung in zwei Gruppen gehört, die am Linnbrünnele einen geschützten Außenbereich gehabt hätte.

Die Kernzeitbetreuung für Grundschüler sei aus pädagogischer Sicht dort ebenfalls besser untergebracht, argumentierten die Schulleiter, die in der Sitzung anwesend waren. „Letzten Endes geht es darum: Wie geht es den Beteiligten?“, erklärte Jürgen Ruf, der Leiter der Friedrich-Schelling-Schule. Dass andernfalls jüngere auf ältere Schüler treffen und die Landesstraße überquert werden müsse, sei ebenso kritisch zu bewerten wie der dann fehlende Pausenhof.

Aufgrund des anstehenden Abrisses des Mittelbaus und der langen Container-Lieferzeiten drängte die Entscheidung für einen der Standorte für die Interimsunterbringung. Fraktionschef Achim Schober begründete den Antrag der CDU/WIR-Fraktion, das bestehende Schulgelände zwischen Realschule und Neckarhalle für Mietcontainer zu nutzen. Die Erschließung und technische Versorgung sei dort besser zu lösen und auch die Kernzeitbetreuung könne dort stattfinden.

Dass es beim Kindergartenangebot so einen dringenden Handlungsbedarf gebe, sei im Sommer noch nicht bekannt gewesen. Dem widersprach Bürgermeister Steffen Bühler: Der Eindruck sei falsch und die Kernzeitbetreuung sei absolut notwendig. „Ich hielte es für undenkbar, die Meinung der Schulleiter nicht zu respektieren“, sagte Bühler.

Helmut Fischer vom Bündnis Mensch und Umwelt sprach sich aus pädagogischen Gründen ebenfalls für den Wunsch der Stadtverwaltung am Linnbrünnele aus. Für Kita und Kerni seien dort die Voraussetzungen besser. Aus Sicherheitsaspekten und wegen der Anforderungen an den Brandschutz sei die Fläche zwischen Realschule und Neckarhalle ungeeignet.

Friedrich Köhler von den Freien Wählern sah den Bedarf für Kernzeit nur auf die Dauer von drei Jahren, dann könne sie wieder an der Schelling-Schule arbeiten. „Die Kita müssen wir anderswo realisieren“, sagte Köhler. Zudem könne an der Schule besser zurückgebaut werden.

Dass der Standort Linnbrünnele mit einer Erweiterung der nahen Wohnmobilstellplätze kollidiert und dort künftig Gefahren berge, gab Manfred Hiller (CDU/WIR) zu bedenken. Christian Herbst (SPD) vemisste einen Pausenhof vor der Halle, ein Containerbau dort torpediere das pädagogische Konzept.

Angesichts der Uneinigkeit im Gremium beantragte Walter Zeyhle, Fraktionssprecher der Freien Wähler, eine Pause zur Beratung. Dem Antrag der CDU/WIR-Fraktion folgten danach neun Mitglieder des Gemeinderates, sieben waren dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Ergänzt wurde er durch einen Anbau für die Kernzeitbetreuung im Norden der zweigeschossigen Containeranlage.

 
 
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