Schulen sind aufs neue Jahr vorbereitet „Einen Lockdown wird es in den Schulen nicht mehr geben“

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Dass Schüler vor geschlossenen Schultüren stehen, wie im vergangenen Frühjahr, so der Rektor der Realschule im Aurain und geschäftsführender Schulleiter in Bietigheim-Bissingen, Claus Stöckle, soll nicht so schnell wieder passieren.⇥ Foto: Thumilan Selvakumaran

Der geschäftsführende Schulleiter von Bietigheim-Bissingen, Claus Stöckle, begrüßt die Lockerung der Quarantänepflicht für Schüler.

Hatte sich ein Schüler mit Covid infiziert, musste bisher die ganze Klasse in Quarantäne. Das hat sich mit der neuen Corona-Verordnung des Landes für Schulen und Kitas geändert. Nur das betroffene Kind muss künftig in Quarantäne, nach einem negativen Testergebnis der anderen Schüler geht der Präsenzunterricht für sie weiter (siehe Infokasten). Die BZ sprach mit Claus Stöckle, Rektor der Realschule im Aurain und geschäftsführender Schulleiter der Bietigheim-Bissinger Schulen über die Vorbereitungen zum Schulbeginn.

Herr Stöckle, wie planen Sie und ihre Schulleiterkollegen den Unterricht im neuen Schuljahr?

Claus Stöckle: Wir planen in Präsenz, könnten aber rasch auf Wechsel- beziehungsweise Hybridunterricht oder auch Fernunterricht  umstellen.

Machen Sie sich auf einen neuerlichen Lockdown der Schulen gefasst?

Nein, der wird aus meiner Sicht nicht kommen, es gibt genügend Alternativen dazu. Auch die neue Corona-Verordnung geht nicht davon aus.

Angesichts einer vierten Welle, die vor allem Kinder und Jugendliche betrifft, die noch nicht geimpft sind: Beunruhigen Sie die derzeitigen gestiegenen Fallzahlen?

Das war doch klar, dass wenn gelockert wird, die Fallzahlen nach oben gehen. Entscheidend ist letztlich, dass bei Kinder und Jugendlichen bis auf wenige Ausnahmen keine schweren Verläufe festzustellen sind. Die Lehrer und Lehrerinnen sind komplett geimpft und somit auch vor schweren Verläufen normalerweise geschützt.

Wie versuchen Sie, im kommenden Schuljahr die Schäden, die die Pandemie und der Lockdown bei den Schülern bewirken, aufzufangen?

Wir sind schon dabei und arbeiten derzeit mit eine ganzen Reihe von Schülern in der Lernbrücke. Hier sollen in den beiden letzten Ferienwochen größere Defizite aufgearbeitet werden. Ebenso werden wir versuchen, im kommenden Schuljahr das Programm Rückenwind des Landes umzusetzen. Vorausgesetzt wir finden dazu Personal, das müssen wir selbst bewerkstelligen und da sieht es nicht so gut aus. Hier haben wir schon schlechte Erfahrungen gesammelt. Im Juli lief das Programm „Bridge the gap“. Wir hatten Studierende, die diese Aufgabe übernommen hätten, allerdings fehlten uns die finanziellen Mittel.

Wie sieht es an den Schulen mit der Hoffnung auf den Einbau von Luftfiltern aus?

Hier sind wir mit der Stadtverwaltung in engem Kontakt und hatten im August einen Ortstermin, bei dem Bürgermeister Michael Wolf alle Schulen besuchte und eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Lüftungssituation vornahm.

 
 
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