Schulöffnung Mit großem Respekt in die Schule

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Insgesamt überwachten acht Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes   im Auftrag des Landratsamtes die Hygienevorschriften an allen Ein- und Ausgängen am Beruflichen Schulzentrum in Bietigheim-Bissingen. ⇥ Foto: Stefan Ranzinger

Für die Schüler der weiterführenden Schulen begann an diesem Montag ein Alltag unter erschwerten Bedingungen.

Freude herrschte  am Montag in der Gemeinschaftsschule im Sand, so Schulleiterin Isolde Steigelmann, sich endlich wieder zu sehen. Und sie freut sich auch darüber, dass von 160 Schülern 156 tatsächlich erschienen sind: „Eine gute Quote, die es an einem normalen Schultag noch nie gegeben hat.“ Alle 30 Minuten, so hat die Sandschule es organisiert, kam eine Gruppe von Schülern, verteilt auf drei Eingänge.

Als schwierig empfand Steigelmann die Begrüßung, auch an den Bushaltestellen, dort mussten Lehrer eingreifen, damit sich die Schüler nicht umarmen und „abklatschen“. „Verwirrend“, so sagt sie, sei es gewesen, die Schüler dazu zu bringen, die Maske von der Busfahrt abzunehmen, in einen Beutel zu verpacken, in einen dazu vorgesehenen Eimer zu werfen und eine neue Maske aufzusetzen. Alle Masken werden in der Schule gewaschen und getrocknet.

In der Waldschule Bissingen starteten 46 Schüler der Klassen 9 mit dem Unterricht. Schulleiter Markus Nutz sagt, dass es an diesem ersten Tag vor allem für alle ein Anliegen sei, über die Eindrücke der letzten Wochen zu sprechen. „Die Stimmung ist schon recht speziell, es ist ja auch nicht ganz einfach, die Situation einzuordnen. Man ist wieder zusammen, aber zu nahe kommen darf man sich nicht, Schule hat wieder begonnen, aber die Klasse ist getrennt und der Stundenplan gewöhnungsbedürftig. Und über allem schwebt die Angst vor Rückschlägen oder womöglich einer persönlichen Ansteckung oder etwa in der Familie,“ so der Rektor.

Im Beruflichen Schulzentrum Bietigheim-Bissingen, deren Träger der Landkreis ist, wurde das Eintreffen der Schule vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) überwacht, so Schulleiter Stefan Ranzinger. Er nahm sich Zeit, mit den Klassen und den Lehrern persönliche Gespräche zu führen und berichtet von einer „entspannten Atmosphäre und bei den Schülern viel Erleichterung, dass sie ihre Prüfungen in der Schule vorbereiten könen“.

Dem Schulleiter der Realschule im Aurain in Bietigheim, Claus Stöckle, fiel eines  deutlich auf: „Die Jugendlichen haben großen Respekt vor der Situation.“ Nur sehr wenige, so sagt er, seien mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, von seinen 14 Zehntklässlern seien es nur zwei gewesen, die meisten seien mit dem Fahrrad oder den Eltern gekommen und in den anderen Klassen sei es ähnlich. „Mehrmals hörte ich, dass ihnen die Situation im Bus nicht geheuer sei, dass sie Angst vor Ansteckung haben“, so Stöckle. „Die Schüler sind disziplinierter gewesen, als wir alle gedacht hätten. Alle Schüler seien mit Maske gekommen, auch im Unterricht seien sie sehr zurückhaltend gewesen. „Es war eine befremdliche und extrem zurückhaltende Stimmung, ich habe das Gefühl, die Schüler sind sehr verunsichert aufgrund der öffentlichen Diskussion, ob sie nun eventuell eine zweite Ansteckungswelle auslösen“, so Claus Stöckle.

 
 
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