Schwerer Unfall in Ditzingen Flucht vor Polizeikontrolle: Das Auto war gestohlen

Von Franziska Kleiner
Die Flucht vor einer Polizeikontrolle endete an einem Baum. Foto: Freiwillige Feuerwehr Ditzingen

Ein Autofahrer will auf der Autobahn der Polizei entkommen. Warum, wird im Nachhinein klar. Seine Flucht endete in Ditzingen an einem Baum an der Abzweigung nach Leonberg.

Alles begann gegen 1 Uhr mit einer Raserei: Beamte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hatten in der Nacht zum Dienstag im Engelbergtunnel einen Autofahrer bemerkt, der offenbar mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in Fahrtrichtung Heilbronn unterwegs war. Sie signalisierten ihm eine Verkehrskontrolle. Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Stuttgart nun dazu gemeinsam mitteilen, soll der 21-jährige Fahrer die Signale der Beamten missachtet und über die Autobahn geflüchtet sein.

An der Ausfahrt Stuttgart-Feuerbach verließ der Volvo-Fahrer die A 81 und fuhr weiter über die Siemensstraße ortsauswärts. Bei der Einmündung Calwer Straße kam der Fahrer von der Fahrbahn ab in einen Grünstreifen und prallte gegen einen Baum. Das Auto blieb danach auf der Seite liegen. Der 21-Jährige zog sich schwere Verletzungen zu, konnte sich aber selbst aus dem Auto befreien.

Der Volvo war gestohlen, die Nummernschilder gefälscht

Die alarmierte Feuerwehr fand ihn wenige Meter entfernt im Grünstreifen. Die Polizei nahm den Mann vorläufig fest. Rettungskräfte brachten den Mann schließlich in ein Krankenhaus. Der Schaden bei dem Unfall beläuft sich auf mehrere Zehntausend Euro.

Weil Ludwigsburger Beamte wegen der – dem Unfall vorausgegangenen – Kontrollaktion in dem Fall beteiligt sind, hat die Stuttgarter Polizei die Ermittlungen übernommen. Ersten Erkenntnissen zufolge ist der Volvo zwischen Montag und Dienstag aus einem Autohaus an der Bernhauser Straße in Stuttgart-Plieningen gestohlen worden. Bei den Kennzeichen am Fahrzeug handelte es sich zudem offenbar um Fälschungen. Die Ermittlungen zum Tathergang und den Hintergründen dauern laut der Staatsanwaltschaft an. Der Tatverdächtige mit polnischer Staatsangehörigkeit sollte im Laufe des Mittwochs einem Haftrichter vorgeführt werden.

Notruf wurde vom Unfallwagen automatisch ausgelöst

Den Notruf hatte laut der Ditzinger Feuerwehr das automatische Notrufsystem des Fahrzeugs ausgelöst. Die Feuerwehr leuchtete die Einsatzstelle aus, weitere Kräfte sicherten die Unfallstelle ab. 13 Feuerwehrleute waren bis gegen 4 Uhr im Einsatz. Die dortige Landesstraße 1137 blieb zwischen der Abzweigung zur Calwer Straße und der Einmündung in die 1177 für die Dauer der Rettungs- und Bergearbeiten gesperrt.

Für die Ditzinger Feuerwehr war das nach eigenen Angaben der dritte Unfall an dieser Stelle in weniger als einem Jahr. Dabei ging es jeweils für alle Einsatzkräfte auch im besonderen Maße um den Eigenschutz, weil den Unfällen Straftaten vorausgegangen waren. Im jüngsten Fall suchte die Wehr noch mit der Wärmebildkamera die Umgebung ab, um die Beteiligung einer weiteren Person auszuschließen.

 
 
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