Schwerpunkt Energie Auf Fensterlüftung wird verzichtet

Von
Ein Blick auf die Baustelle der Oscar-Paret-Gesamtschule in Freiberg, die ein innovatives Energiekonzept erhält. ⇥ Foto: Werner Kuhnle

In der neuen Oscar-Paret-Schule sorgt eine Quelllüftung mit wärmedichten Kühlung für angenehme Temperaturen.

Mit dem Neubau der Oscar-Paret-Schule in Freiberg wird auch ein neues Energie-Kapitel aufgeschlagen. Auf 20 200 Quadratmetern entsteht ein hochmodernes Schulzentrum mit Lernhäusern, das alle Schulformen integriert und so Vorbildcharakter in Baden Württemberg erhält.

Die Schule erhält ein innovatives Energiekonzept. Dazu gehören eine mechanische Be- und Entlüftung in der gesamten Schule, so dass die Gebäude – aufgrund einer nahen Autobahn wird lärmbedingt auf eine Fensterlüftung verzichtet – energieeffizient mit Frischluft versorgt werden.

Für thermische Behaglichkeit in den Klassenräumen sorgt eine Quelllüftung mit einer sogenannten wärmedichten (adiabaten) Kühlung zur Temperierung der Zuluft. Diese Kühlung ist ein Verfahren, um mit Verdunstungskälte Räume zu klimatisieren. Zur Kälteerzeugung wird nur die Verdunstungskälte von Luft und Wasser als unerschöpfliche, natürliche Quelle genutzt. In der Klimatechnik wird diese Kühlung erreicht, indem ein Luftstrom in einem raumlufttechnischen Gerät befeuchtet und damit abgekühlt wird. Nicht gesättigte Luft wird mit jedem Gramm Wasser, mit dem die Luft befeuchtet wird, um rund 2,5°C abgekühlt.

Als Alternative zur herkömmlichen, zunehmend kostenintensiven Klimaanlage bietet sich deshalb die adiabate Kühlung an. Diese setzt Energie in Gebäuden effizient ein und reduziert CO2-Emissionen, indem Wasser zur Verdunstung genutzt wird.

Die Schule sowie die neue Sporthalle werden an ein vorhandenes Nahwärmenetz angebunden, das parallel zur Planung der Gebäude modernisiert und weiterentwickelt wird. Die zukünftige Wärme- und Kälteerzeugung steht ebenfalls auf dem Prüfstand: Untersucht wird derzeit, wie erneuerbare Energien einbezogen werden können, um die bestehenden Gaskessel zu ersetzen.

Auch Regenwasser wird künftig nachhaltig entsorgt. Im Gegensatz zur in der Stadt bisher praktizierten gemeinsamen Ableitung von Schmutz- und Regenwasser ins Klärwerk, wird im Zentrum bei den neu entstehenden Gebäuden und für alle Flächen ein Abwassersystem installiert, bei dem Schmutz und Regenwasser getrennt entsorgt werden. Das Schmutzwasser wird weiterhin zur Kläranlage geleitet, während das Regenwasser in einem neuen Regenrückhaltebecken von grobem Schmutz befreit, gesammelt und kontrolliert in den Gründelbach abgeleitet und so dem Wasserkreislauf wieder zugeführt wird.

 
 
- Anzeige -