Schwerpunkt Fasching Guggenmusik gehört dazu

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Die Bietigheimer „D‘Wefzga“ haben zum Zehnjährigen neue Kostüme im Rockabilly-Stil geschneidert.⇥ Foto: D'Wefzga Bietigheim

Die Bietigheimer Wefzga feiern in dieser Kampagne ihr Zehnjähriges. Dafür haben sich die 40 Musiker extra neue Kostüme geschneidert, die sie seit dem 11.11. stolz tragen.

Was wäre Fasching ohne Guggenmusik, das dachten sich auch die Gründungsmitglieder des Bietigheim-Bissinger Vereins „D’Wefzga“. 2009 gründete sich die Gruppe aus vielen Musikern, die auch heute noch bei den Wefzga spielen, so auch Schriftführerin Sabrina Lehmann. „Für mich sind Guggenmusik und der Verein mein Leben“, sagt die 33-Jährige, die seit 27 Jahren Trompete spielt – und das auch schon immer im Faschingsbereich. So habe sie auch schon im Fanfarenzug mitgemacht. Dabei geht es Lehmann bei den Wefzga nicht nur um die Musik. Der Verein bietet ihr einen Ausgleich zu Beruf und Alltag und die Mitglieder seien wie eine kleine Familie. „Sie sind alle da, wenn etwas ist. Das haben sie auch schon oft bewiesen“, sagt Sabrina Lehmann über den Rückhalt, den sie von den Guggenmusikern erfährt.

Neue Kostüme

In dieser Faschingskampagne halten die Wefzga ihre kleine Familie ganz besonders hoch, denn der Verein ist zehn Jahre alt geworden. Dafür gab es extra neue Kostüme. Am 11.11. zeigte die Gruppe zum ersten Mal das neue Gewand. „Wir bestellten uns Stoffe und jeder konnte sein Kostüm selbst entwerfen.“ Rund drei Jahre lang werden die Musiker das Kostüm tragen, schätzt die Schriftführerin, daher sollten sich alle wohl in ihrem Kostüm fühlen. „Wir sind alle unterschiedlich und so hat auch jedes Kostüm etwas Eigenes.“ Die einzige Vorgabe: Es soll zum Motto passen. Für die neuen Kostüme entschieden sich die Wefzga das Thema Rockabilly umzusetzen. So sind auf der Bühne viele Petticoats in Wefzga-grün zu sehen.

„Wir waren schon immer grün, das sticht einfach ins Auge“, erklärt Lehmann die Vereinsfarbe und spielt mit ihrer Formulierung bereits auf das Logo-Tier der Gruppe an: eine grün-schwarze Wespe, die eine Trompete spielt. In einem internen Ideenwettbewerb eroberte die frech grinsende Wespe sofort die Herzen der Mitglieder, heißt es auf der Homepage der Wefzga. „Und als gute Schwaben war es dann nur folgerichtig, dass wir uns ‚D’Wefzga’ nannten.“ Damit sorgt die Gruppe vor allem außerhalb des schwäbischen Sprachraums für Verwirrungen. „Es ist amüsant, wie unterschiedlich man dieses Wort aussprechen kann“, findet Sabrina Lehmann.

Mit der Heimat verbunden, das sei der Bietigheimer Verein und dennoch proben sie im Vereinsheim der Kleintierzüchter in Großsachsenheim und feiern den Schmotzigen Donnerstag, 20. Februar, im Hasenheim ebenfalls in Großsachsenheim. „Es ist einfach schwierig, in Bietigheim-Bissingen an Hallen zu kommen“, erklärt die Trompeterin die Verbundenheit zu Sachsenheim. Dennoch: „Es wäre schön, wenn wir eine Halle in Bietigheim finden würden.“ Doch mit 40 aktiven Musikern müsse der Raum auch eine gewisse Größe haben, die sei in Großsachsenheim gegeben, worüber der Verein sehr glücklich sei. Dass sie dennoch ein Bietigheimer Verein sind, zeigen sie auch durch Veranstaltungen in der Stadt. Ihren zehnten Geburtstag feierten sie mit verschiedenen Musikgruppen am Viadukt von morgens bis abends. „Das kam toll an, weil für jeden etwas dabei war“, erhielt Lehmann positive Rückmeldungen.

Das Motto „für jeden etwas dabei“ setzt die Gruppe auch in ihrer eigenen Musikwahl um. Mehr als 40 Stücke aus Rock, Pop und Schlager haben die Musiker einstudiert. Für diese Kampagne studierte die Gruppe „Alles nur geklaut“ von den Prinzen. „Wir haben immer im Oktober ein Probewochenende.“ Je nach Komplexität des Lieds werde dort ein neues Lied einstudiert und das für alle Instrumente der 40 Musiker: Trompete, Posaune, Sousafon, Horn, Schlagzeug, die Fahrwagen genannt werden, sogenannte Temple Blocks, Pauken und Saxofon.

Dabei muss ein neuer Guggenmusiker nicht bereits ein Instrument spielen können oder gar eines besitzen. „Wir haben noch jedem das Spielen beibringen können und bei uns ist auch jeder willkommen“, sagt Sabrina Lehmann über die wöchentlichen Proben mittwochs um 19.30 Uhr. Zudem hat die Gruppe einen Fundus an Instrumenten zum Ausleihen. Finanziert werde das Ganze durch Mitgliedsbeiträge, eigene Feste sowie gebuchte Auftritte bei Hochzeiten, in Kirchen, Geburtstage oder auch Straßenfeste. „Wir sind das ganze Jahr unterwegs.“ Das fördere auch die Gemeinschaft der Gruppe und die steht neben dem Spaß für „D’Wefzga“ im Vordergrund.

Info Am Schmotzigen Donnerstag, 20. Februar, 19.30 Uhr laden die Bietigheimer Guggenmusiker „D’Wefzga“ zur Feier ins Hasenheim in Großsachsenheim ein. Der Eintritt ist kostenlos. Neben Auftritten der Wefzga und dem Männerballett der Buchfinken soll der neue DJ Paddy für Stimmung sorgen.

www.guggenmusik-bietigheim.de

 
 
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