Schwerpunkt Feuerwehren Der hauptamtliche Kommandant hat sich bewährt

Von
Lange Aufgabenliste: der hauptamtliche Stadtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Sachsenheim, Philipp Rousta.⇥ Foto: Martin Kalb

Beim Sachsenheimer Stadtkommandant Philipp Rousta laufen alle Fäden der Feuerwehr zusammen.

Ein neues Löschfahrzeug für die Abteilung Kleinsachsenheim, ein neues Führungsfahrzeug, der neue Standort für das gemeinsame Gerätehaus im Kirbachtal und die mittelfristige Beschaffung einer Drehleiter: Die Aufgabenliste für die kommenden Wochen und Monate für den hauptamtlichen Stadtkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr in Sachsenheim, Philipp Rousta, ist lang.

Im Mai 2018 hat er den Dienst bei der Stadt übernommen, die zuvor einen ehrenamtlichen Kommandanten für ihre Feuerwehr hatte. „Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie dieser hohe Zeitaufwand für die Aufgaben des Kommandanten vorher in der Freizeit neben Familie, Beruf und dem normalen Alltag bewältigt werden konnten“, macht Rousta deutlich.

Er sieht sich als hauptamtlicher Kommandant als „Schnittstelle“ zwischen der Stadtverwaltung und der Feuerwehr, die nun ständig besetzt ist. „Die Zusammenarbeit mit allen Abteilungen in der Stadt und den Feuerwehrmännern sowie -frauen, die im Ehrenamt Vorbildliches leisten, funktioniert sehr gut. Natürlich musste sich der eine oder andere an die Veränderung erst gewöhnen, aber das Bestreben der Sachsenheimer Feuerwehr, professioneller zu werden, war immer deutlich zu erkennen“, betont Rousta.

Der hauptamtliche Kommandant ist vor allem mit verwaltungstechnischen und bürokratischen Pflichten beschäftigt. So kümmert er sich um den Aufbau von Grundlagen und Strukturen, um die Aufgaben innerhalb der Sachsenheimer Wehr künftig effektiver zu gestalten. „Es dreht sich dabei gerade um die logistischen Abläufe innerhalb der Feuerwehr, beispielsweise bei der Vorhaltung und Pflege der Einsatzmittel, über die auch genau Protokoll geführt werden muss“, erläutert Rousta.

Weiterhin baut er eine genaue Alarm- und Ausrückeordnung auf, die unter anderem festlegt, in welcher Reihenfolge die Einsatzfahrzeuge zu den verschiedenen Einsatzorten im Stadtgebiet fahren sollen. Aber der Stadtkommandant sitzt nicht nur in seinem Büro bei der Stadtverwaltung hinter dem Schreibtisch, sondern rückt auch selbst mit aus, wenn bei einem Alarm vor Ort ein entsprechender Einsatzleiter fehlt. „Wir sind dabei, dass die Feuerwehrleute in den unterschiedlichen Abteilungen in Zukunft auch selbst als Einsatzleiter fungieren können, aber dafür fehlen vielen noch die entsprechenden Ausbildungen, die wir jetzt Schritt für Schritt durchführen müssen. Dies alles braucht Zeit“, schildert Rousta.

Für die Fahrzeugbeschaffungen, bei denen die Stadt Sachsenheim zusätzlich mit den Fachleuten einer externen Agentur zusammenarbeitet, gilt es Ausschreibungen vorzubereiten und Förderanträge zu stellen. „Oftmals bin ich bei Herstellerfirmen im gesamten Bundesgebiet unterwegs, um vor Ort in den Betrieben Gespräche zu führen“, sagt der Stadtkommandant. Derzeit arbeitet er an der Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs für die Abteilung Kleinsachsenheim.

Dort soll auch ein Führungsfahrzeug stationiert werden, das aber im gesamten Stadtgebiet für den Aufbau der passenden Kommunikations- und Führungsstruktur bei Einsätzen zuständig sein soll. Bis 2021 soll in Kleinsachsenheim weiterhin ein Drehleiterfahrzeug vorhanden sein. „Auswertungen haben uns gezeigt, dass wir mit den Drehleitern, die derzeit aus Vaihingen oder Bietigheim-Bissingen angefordert werden, in Zukunft nicht mehr in der erforderlichen Zeit bei unseren Einsätzen im Stadtgebiet sein können“, berichtet Rousta.

Die Genehmigungsphase für den neuen Standort des gemeinsamen Gerätehauses im Kirbachtal läuft ebenfalls. „Ich bin froh, dass sich die Vertreter der Stadtverwaltung und der Feuerwehr auf einen favorisierten Standort geeinigt haben, der aus einsatztaktischen Gründen und wegen der Sicherheit der Zu- sowie Abfahrt der Fahrzeuge richtig ist.“ Rousta hofft, dass auch bei möglichen Kritikern im Laufe der Zeit die Einsicht überwiegt, dass der Standort passend ist. Der Bau ist zwischen Hohenhaslach und Ochsenbach geplant.

Seinen Schritt von der Berufsfeuerwehr Stuttgart zur Kommandantenstelle in Sachsenheim hat der engagierte Floriansjünger bisher zu keinem Zeitpunkt bereut. „Die Herausforderungen sind in einem großen Stadtgebiet wie dem von Sachsenheim mit insgesamt sechs Abteilungen schon anspruchsvoll, aber ich bin absolut zufrieden, auch wenn ich während der Aufbauphase der wichtigen Grundlagen und Strukturen Geduld haben muss“, so Rousta, den die ehrenamtliche Leistung der Feuerwehrleute in der Stadt sehr beeindruckt. „Sie erleichtert mir meine Arbeit“, so Rousta.

 
 
- Anzeige -