Schwerpunkt Innovativ Super-Batterie aus dem Eichwald

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Ein Pressefoto zeigt die Batterie-Produktion von Dräxlmaier in Sachsenheim. Eigene Fotos sind von Dräxlmaier aus wettbewerbstechnischen Gründen nicht erwünscht. ⇥ Foto: Jan Reblin/Dräxlmaier

Dräxlmaier produziert für den Porsche Taycan nach eigenen Angaben die erste 800-Volt-Batterie für E-Autos.

Für das Entwicklungszentrum für den Porsche Taycan im Eichwald soll im März der Bebauungsplan beschlossen werden. Derweil baut die Firma Dräxlmaier auf der anderen Straßenseite bereits fleißig die Super-Batterien mit 800 Volt Systemspannung für den elektronischen Luxus-Sportwagen. Konzern-Sprecher Tobias Nickel betont: eine absolute Neuheit.

„Für den speziellen Markt der Batterien für Sportwagen, die auch eine sehr kurze Ladedauer haben sollen, haben wir ein 800-V-System entwickelt, das gegenüber einem konventionellen 400-V-System in der halben Zeit laden kann. Mit diesem System haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in der Industrie.“

Die Firma Porsche ergänzt auf ihrer Internetseite: „Der Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das mit einer Systemspannung von 800 Volt anstatt der bei Elektroautos üblichen 400 Volt antritt. Dies ermöglicht eine hohe Dauerleistung, reduziert die Ladedauer und verringert Gewicht und Bauraum der Verkabelung.“

In Sachsenheim wird die Batterie assembliert: Die einzelnen Zellen eines Zulieferers werden geprüft und zu Modulen zusammengefügt: knapp 400 Einzelzellen in 33 Modulen. Letztere werden mit Kühlsystemen, Steuerung und Co. verbunden und ergeben die mehrere 100 Kilo schwere Batterie, die später im Unterboden des Taycan sitzt.

Dass eine Technologie, die die Umwelt schonen soll, dabei in einen PS-Protz gebaut werden soll, sieht Dräxlmaier nicht als Widerspruch – auch wenn eine große Batterie natürlich mehr wertvolle Ressourcen verbraucht. „Ökologie sollte keine Frage der Fahrzeugklasse sein“, meint Nickel, „derzeit sind Batterieantriebe noch relativ teuer, deshalb empfiehlt sich eine Einführung über das Premiumsegment.“ So sei das auch bei Katalysator oder FCKW-freien Klimaanlagen gewesen. Zudem sei die Batterie „grundsätzlich sehr modular aufgebaut“, sodass man sie später auch für andere Autos modifizieren könnte. Man sei in Gesprächen mit anderen Autoherstellern.

Produziert wird das 800-Volt-Batteriesystem hochautomatisiert. „Eine Fertigungshalle mit vielen Robotern und hochqualifizierten Mitarbeitern, die sich um die Automatisierung, die Programmierung und die Instandhaltung der Roboter kümmern“, erklärt Dräxlmaier-Sprecher Nickel. Hier macht sich der Fachkräftemangel allerdings gleich in zweierlei Weise bemerkbar: Zum einen ist da der allgemein leergefegte Markt. Zum anderen betont Nickel: „Wir brauchen Leute, die den automatischen und digitalen Prozess begleiten können.“ Die gebe es so speziell noch noch gar nicht. Deshalb bildet Dräxlmaier Mechatroniker, Elektriker und andere Kräfte selbst zu Automatisierungstechnikern weiter.

Die Diskussion Elektro- oder Wasserstoffantrieb sieht der Dräxlmaier-Sprecher übrigens gelassen. Zum einen sieht er die E-Batterie beim Thema Infrastruktur überlegen. „Eine Steckdose hat jeder zu Hause“, sagt Nickel. Vorteile gebe es auch (noch) beim Themenbereich Energienutzung und Effizienzgrad. Auch bei der Wasserstoff-Technologie müsse außerdem Strom zwischengeschaltet werden. Man habe „alle Technologien im Haus“, um auch Wasserstoff-Autos zu bedienen.⇥

 
 
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