Schwerpunkt Wirtshauskultur „Auf der Tradition darf man sich nicht ausruhen“

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Horst und Uschi Ahner sind Wirtsleute, die sich der Tradition ihres „Grünen Baums“ bewusst sind, die aber auch wissen, dass man sich darauf nicht ausruhen darf.⇥ Foto: Helmut Pangerl

In dritter Generation führen Horst und Uschi Ahner den Erligheimer „Grünen Baum“. Die Wirtsleute freuen sich über stetig hohe Gästezahlen.

Mittwochabend, kurz vor 20 Uhr. Eine wohlige Atmosphäre kommt beim Öffnen der Eingangstüre auf. An allen Tischen des urigen Gastraums sitzen Gäste, essen, trinken, unterhalten sich, Wirtin Uschi Ahner sitzt an einem der Tische und bespricht mit einem Ehepaar die nahende Geburtstagsfeier eines bald 70-jährigen Erligheimer Stammgasts.

Der „Grüne Baum“ ist eine Institution im Weinort Erligheim. Um 1600 wurde das Gasthaus bereits zum ersten Mal erwähnt. Am 8. April 1929 kauften Eugen und Bertha Ahner, die Großeltern von „Bomwirt“ Horst Ahner, den geschichtsträchtigen Landgasthof, der Ende der 1940er-Jahre mit der Freilegung des Fachwerks und der Umgestaltung der Gaststube sein heutiges Gesicht erhielt. „Gemütlichkeit mit Tradition“ ist natürlich die Firmenphilosophie von Horst und Uschi Ahner, deren Tochter Katja jeden Tag ins Tagesgeschäft eingebunden ist, und die von zehn Mitarbeitern in der Küche und im Service unterstützt werden.

„Wirtshauskultur ist seit 40 Jahren mein Leben“, sagt Uschi Ahner, die nach der Vermählung mit Horst Ahner, fast automatisch zur „Bomwirtin“ wurde. „Man muss es einfach mit viel Herzblut machen, das gilt für mich und meinen Horst sowieso“, betont Uschi Ahner. Natürlich sei in einem Gasthaus wie dem „Grünen Baum“ Tradition wichtig, und es sei schön, wenn die Gäste sagen, „lasst alles so wie es ist“, und sie das Essen als gut bewerten. „Man muss aber die Wirtshaus-Tradition weiterentwickeln“, ist sich die Wirtin sicher, man könne sich auf der Tradition eben nicht ausruhen. „In der Küche kreativ bleiben ist wichtig“, erklärt Uschi Ahner, und alles selber machen. Spätzle, Horst’s Wärgala, Kartoffelsalat, Suppen nennt sie als Beispiele. „Die Gäste schätzen und lieben dies, und so kommen sie regelmäßig wieder“, sagt sie.

Die Erligheimer gehen in den „Grünen Baum“. „Von der Taufe über Konfirmationen und andere Familienfeiern bis zur Beerdigung kommt man zu uns“, erklärt Uschi Ahner, Hochzeiten werden dagegen weniger, denn die würden inzwischen als „Groß-Events“ gefeiert. Für Außenstehende überraschend gebe es immer noch oder wieder regelmäßige Stammtische, „zwar weniger wie früher, aber es gibt sie immer noch“.

Der Erligheimer Landgasthof kann aber auch auf rund zwei Drittel auswärtige Gäste zählen. Das liege auch an der guten Lage zwischen Bietigheim-Bissingen und dem Stromberg, die für viele Ausflügler als Gäste sorge. „Auch die gute Entwicklung und die Infrastruktur in der Gemeinde Erligheim sind dabei hilfreich“, ist sie sich sicher.

 
 
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