Fünf Feuerwehrleute aus Oberriexingen von Coronavirus betroffen „Die Feuerwehr bleibt einsatzfähig“

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Auch sechs Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Oberriexingen sind mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Martin Kalb

Fünf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oberriexingen sind am Coronavirus erkrankt.

Oberriexingen. „Das Coronavirus hat die Stadt Oberriexingen und leider auch unsere Freiwillige Feuerwehr (FFW) Oberriexingen längst erreicht“, teilte Bürgermeister Frank Wittendorfer am späten Sonntagabend mit. Trotz der notwendigen Freistellung von zwölf Feuerwehrangehörigen bleibe, so Wittendorfer, die Wehr stets einsatzfähig: „Diese Einsatzfähigkeit wurde und wird fortlaufend abgefragt und kritisch bewertet.“

„Stand heute Abend wurde uns ein weiterer neuer Coronavirus-Fall im Ort gemeldet, insgesamt gibt es nun acht bestätigte Coronavirus-Infizierte erwachsene Personen“, so wandten sich Wittendorfer und Feuerwehrkommandant Tobias Grieble am Sonntag gegen 22.45 Uhr „bewusst an die Öffentlichkeit, um Fakten zu schaffen, um die betroffenen Familien der Erkrankten zu schützen, um Sorgen entgegenzutreten“.

Stand Montagabend sind  fünf Mitglieder der FFW am Coronavirus erkrankt, ein sechster Test fiel negativ aus, erklärte der Bürgermeister. Alle Erkrankten seien bereits wieder auf dem Wege der Besserung.

Skiausfahrt nach Ischgl

Auch um „sehr wilden Gerüchten vorzubeugen, die seit einigen Tagen im Ort umhergehen“, so Wittendorfer, wollen er und der Feuerwehrkommandant über die Hintergründe informieren: Eine Reisegruppe bestehend aus zwölf Feuerwehrangehörigen und einer weiteren Person aus einem anderen Landkreis waren vom 7. bis 9. März wieder zur traditionellen gemeinsamen Skiausfahrt in Ischgl in Tirol (Österreich).

Die Gemeinde Ischgl beziehungsweise die österreichischen Behörden hatten zu diesem Zeitpunkt noch keinen bestätigten Covid-19-Fall offiziell bekannt gegeben, ebenso war das österreichische Bundesland Tirol vom Robert-Koch-Institut noch nicht zum Risikogebiet für deutsche Reisende erklärt worden, betont der Rathauschef. Im Vorfeld habe man sich erkundigt, ob Ischgl ein Coronavirus-Risikogebiet sei und ob es dort gemeldete Infektionsfälle gäbe, was zum Zeitpunkt der Hinreise nicht der Fall  gewesen sei.

Am 10. März wurden die ersten Gastronomiebetriebe in Ischgl geschlossen und später die Quarantäne über das komplette Paznauntals verhängt. Wittendorfer: „Das alles geschah leider viel zu spät für einige unserer Oberriexinger Reiseteilnehmer.“ Am Tag der Heimreise wurden dann in den Medien die ersten Fälle von Covid-19 für Ischgl gemeldet. Eine bestimmte Bar und der Zusammenhang mit sechs infizierten Gästen von dort wurden in den Medien genannt.

Da die Oberriexinger Reisegruppe diese Bar in Ischgl nicht besucht habe, sei man „zwar informiert, aber noch nicht zu besorgt“ gewesen. Zurück in Oberriexingen ging es allen Reiseteilnehmern soweit noch gut. Dieser Zustand änderte sich dann für einen Teil der Reisegruppe binnen der darauffolgenden Tage rasant, da bei insgesamt sechs von 13 Reiseteilnehmern grippeähnliche Symptome unterschiedlicher Art nach und nach auftraten. Durch einen frühzeitigen Test eines erkrankten Reiseteilnehmers hatte man bereits am Freitag, 13. März, „die beunruhigende Gewissheit, dass sich zumindest dieser eine Reiseteilnehmer mit dem Coronavirus infiziert hatte – woraufhin unsererseits ein Rückschluss auf den Reiseort und die weiteren erkrankten Reiseteilnehmer sofort möglich wurde“, schreibt der Bürgermeister in seiner Mitteilung.

Noch an diesem Tag wurde Ischgl und sogar ganz Tirol abends offiziell zum Risikogebiet erklärt, die Ereignisse überschlugen sich bekanntlich. Alle Mitreisenden wurden von der Stadtverwaltung umgehend im Laufe des Freitagnachmittags bis zum Abend informiert und entsprechend den Vorgaben des Gesundheitsamts gebeten, zu Hause zu bleiben, sich mit ihren Familienangehörigen von Dritten soweit möglich zu isolieren – alles in Eigenverantwortung.

Vom Dienst freigestellt

Darüber hinaus wurden die gesamten zwölf Oberriexinger Reiseteilnehmer für die vom Gesundheitsamt auferlegten Fristen sofort vom Feuerwehrdienst freigestellt, um die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr nicht durch weitere Infektionen zu gefährden. Die Stadt Oberriexingen und der Krisenstab hätten am Samstag, 14. März, unter Abwägung der Gesamtlage und aus Vorsorgegründen sofort alle öffentlichen Einrichtungen im Ort geschlossen.

„Mittlerweile kann man aufgrund der Krankheitsverläufe davon ausgehen, dass sich rund die Hälfte der Oberriexinger Reisegruppe aufgrund der klaren Krankheitsverläufe mit Covid-19 infiziert hat und bis heute zu Hause in der Quarantäne an der Genesung arbeitet“, schreibt Wittendorfer. Dies bedeute, dass es unter allen bislang bestätigten Covid-19-Fällen in Oberriexingen nun auch neue, weitere Covid-19-Erkrankungen gibt, die nicht mit der Ischgl-Reisegruppe in Verbindung stehen.

Den erkrankten Feuerwehrleuten gehe es nach über einer Woche mit entsprechenden Symptomen wieder deutlich besser. Alle kurierten zu Hause ihre Erkrankungen aus oder seien schon wieder symptomfrei, schreibt der Schultes weiter.

 
 
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