Segelfliegen in Löchgau Beste Aussichten in 300 Metern Höhen

Von Jonathan Lung
Der Segelflug weckte bei den Jugendlichen Begeisterung Foto: /Oliver Bürkle

Bei der Luftsportgemeinschaft nahmen 30 junge Teilnehmer eine neue Perspektive ein – im Cockpit eines Segelfliegers.

„Rasend schnell“ sei es hochgegangen, erzählen die Jungen und Mädchen, „beim Start hat man seinen Körper gar nicht richtig gespürt“ beschreibt einer von ihnen das Wirken der Kräfte, als die 400-PS-Winde angezogen und den Segelflieger in zwei Sekunden auf 100 Stundenkilometer gebracht hat, in einer halben Minute auf 300 Meter Höhe.

Knapp 30 Jugendliche machten am Freitag diese Erfahrung: Auf dem Segelflugplatz Löchgau erhoben sie sich in die Luft und sahen, segelnd die Welt für knapp 15 Minuten von oben. Weit habe man sehen können, bis Bietigheim, sogar die Hochhäuser Stuttgarts konnten in der Ferne erahnt werden. Begeisterung stand den jungen Fliegern ins Gesicht geschrieben, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Die maximale Teilnehmerzahl sei erreicht, so Luca Faigle über die gute Annahme des Sommerferienprogramms der Luftsportgemeinschaft Bietigheim-Löchgau (LSG), das in Zusammenarbeit mit der Stadt stattfindet: Mehr als 30 Teilnehmer seien zeitlich kaum unterzubringen mit den drei Segelfliegern, die an diesem Nachmittag starteten. Begonnen hatte das Programm schon um zehn Uhr mit den theoretischen Grundlagen des Segelfliegens. Auch spektakuläre Go-Pro-Aufnahmen von Flügen wurden gezeigt, bevor es dann am späten Vormittag mit den Piloten ins Cockpit ging.

Weder langweilig noch teuer

Leider sei der Sport sehr klischeebehaftet, so Faigle lachend, der das Programm den Tag über leitete und selbst seit acht Jahren begeisterter Flieger ist: Tatsächlich sei Segelfliegen „weder langweilig noch teuer“. Zumindest ersteres ist sicher auch die Erfahrung, die die Jugendlichen an diesem Tag machten.

150 Mitglieder zählt die LSG, aktive und passive Mitglieder hielten sich die Waage. Trotz eines kleinen Mitgliederschwunds nach Corona müsse man nicht händeringend nach Neuzugängen suchen – die Richtung und Weiterentwicklung des Vereins sei aber klar: „wachsen“. Das Sommerferienprogramm sei durchaus eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und Begeisterung beim Nachwuchs zu wecken – und nicht selten seien es auch die Eltern selbst, die so ihren Weg zum Segelfliegen finden.

2020 hat der nun zwölf Flugzeuge zählende Fuhrpark Verstärkung gekriegt: eine Duo Discus mit Klappmotor ist die letzte Neuerwerbung der LSG, bei der die meisten Mitglieder mit den Vereinsmaschinen fliegen, nur einige mit ihren eigenen.

 
 
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