Serie Corona-Meister im Fußball, heute: VfR Sersheim Eine verschworene Gemeinschaft

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Der VfR Sersheim, Corona-Meister 2019/20 in der Kreisliga B8, will mit einem weitgehend unveränderten Team nun auch in der Kreisliga A3 für Furore sorgen. Dort ging der Verein zuletzt in der Spielzeit 2016/17 auf Torejagd. ⇥ Foto: VfR Sersheim

Nach dem Titelgewinn in der Fußball-Kreisliga B8 peilt der VfR Sersheim auch eine Klasse höher das vordere Tabellendrittel an. Der Verein profitiert von seinen vielen Rückkehrern.

Im Dorf ist was los. Wenn die Fußballer des VfR Sersheim auf ihrem Sportplatz zu einem Heimspiel antreten, können sie selbst in der Vorbereitung auf große Unterstützung bauen. 100 Zuschauer – die zu diesem Zeitpunkt maximal erlaubte Anzahl – kamen Ende Juli zum ersten Testspiel gegen die Sportfreunde Neckarwestheim (2:3). Die zweite Partie gegen den TSV Münchingen (3:0) verfolgten am vergangenen Sonntag sogar 150 Besucher. Das ist eine ungewöhnlich gute Resonanz für derlei Testspiele und für einen Kreisligisten. „Die Euphorie ist groß. Das ganze Dorf steht hinter uns“, freut sich Spielertrainer Eric Schmidtke, der gemeinsam mit Francesco Antonaci für die Mannschaft verantwortlich ist.

In der vergangenen Corona-Runde profitierten die Sersheimer davon, dass sie drei Spiele mehr ausgetragen hatten als der Titelrivale SGM Riexingen II. Letztlich war der VfR bei der nach dem Saisonabbruch angewandten Quotientenregelung nur um Nuancen besser – mit im Schnitt 2,59 Punkten gegenüber den 2,57 Zählern der Riexinger, die sich mit der Vizemeisterschaft begnügen mussten. „Ich gehe stark davon aus, dass wir es auch bei einem regulären Saisonverlauf geschafft hätten. Schließlich hatten wir uns im Winter noch mal ordentlich verstärkt“, sagt Schmidtke und verweist auf die vielen Rückkehrer in der Winterpause.

Zu ihnen gehörte auch der 25-jährige Defensivmann selbst, nachdem sich der Landesligist SV Germania Bietigheim von ihm getrennt hatte. Neben Schmidtke schlossen sich die Brüder Maurizio und Sandro Aprigliano, Hakan Atalay sowie Sezgin Arslan wieder ihrem ehemaligen Verein an. In diesem Sommer folgten mit Torhüter Florian Reinke, der als Schiedsrichter aufgehört hat, und Stürmer Michael Schmidt vom SV Illingen zwei weitere Rückkehrer mit Sersheimer DNA. Schlussmann Denis Rommel (bisher SV Riet) und Mittelfeldspieler Tim Stiegler (FV Löchgau II), der beim VfR auch noch als Physiotherapeut fungieren wird, sind die übrigen Neuzugänge. Das Team um Top-Torjäger Achim Früh (früher SV Germania) gilt als eine verschworene Gemeinschaft. „Wir sind nicht nur eine Fußball-Truppe, sondern alle enge Freunde“, bekräftigt Schmidtke.

VfR kündigt Überraschungen an

Während sich die meisten Aufsteiger beim Saisonziel in der Regel zurückhaltend geben und den Klassenerhalt nennen, schaut man beim VfR kess nach oben. Schmidtke will mit der kaum veränderten und eingespielten Mannschaft im vorderen Tabellendrittel der Kreisliga A3 mitmischen. „Wir werden auf jeden Fall für die eine oder andere Überraschung sorgen“, kündigt der Spielertrainer an.

Seine Zuversicht speist sich nicht nur aus dem Teamgeist, sondern auch aus der zunehmenden Professionalisierung, die der Verein vorantreibt. So steht jedem VfR-Kicker ein doppelter Satz Trainingskleidung zur Verfügung, was sonst eigentlich nur bei höherklassigen Klubs üblich ist. Das Trainer-Duo Schmidtke/Antonaci hat eine achtwöchige Vorbereitung eingeplant, mit jeweils drei Einheiten pro Woche. Die beiden gleichberechtigten Übungsleiter haben sich die Aufgaben aufgeteilt: Der 39-jährige Antonaci ist für die Ansprachen, die Motivation und das Organisatorische zuständig, Schmidtke kümmert sich um die Trainingsgestaltung und das Taktische.

Vorbereitung und Saisonauftakt

Das nächste Testspiel des VfR Sersheim steigt am Sonntag (15 Uhr) beim Bezirksliga-Neuling TASV Hessigheim. Weitere Vorbereitungspartien finden zu Hause gegen den TSV Ensingen (12. August/19.45 Uhr) und den MTV 1846 Ludwigsburg (16. August/15 Uhr) sowie beim TSV Grünbühl (23. August/12 Uhr) statt. Das erste Pflichtspiel ist das Bezirkspokal-Duell am Sonntag, 30. August (15 Uhr), beim SV Hellas 94 Bietigheim. Beim Saisonauftakt in der Kreisliga A3 erwartet der VfR dann am Sonntag, 6. September (15 Uhr), gleich den TSV Häfnerhaslach zum ersten Derby. ⇥ae

 
 
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