Serie Wohnen, Sachsenheim Günstigere Wohnungen an mehreren Standorten

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An der Ecke Haupt-/Oberriexinger Straße entsteht in Großsachsenheim aktuell neuer Wohnraum. Dort sollen die Mieten nach Fertigstellung deutlich unter den marktüblichen liegen. ⇥ Foto: Martin Kalb

In Sachsenheim soll bei den kommenden Projekten auch etwas im Bereich bezahlbare Mieten gemacht werden.

Neuer Wohnraum entsteht in Sachsenheim seit Jahren in großem Maße. Bisher kaum ein Fokus wurde auf das Thema bezahlbare Wohnungen gelegt. Jetzt hat die Stadt verschiedene Projekte in dieser Richtung angestoßen. Ein Anfang. Der Fokus gilt dabei nicht nur Menschen mit Wohnberechtigungsschein, sondern auch „Normalbürgern“.

„Die Problematik ist bekannt und  der Einstieg erfolgt an mehreren Stellen“, sagt Stadtsprecherin Nicole Raichle mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum. Geplant sind günstigere Wohnungen vor allem in einem größeren Bauprojekt in Großsachsenheim sowie in einem kleinen Neubaugebiet in Kleinsachsenheim. „In der Summe ergibt sich eine nennenswerte Größe“, meint Raichle, gibt aber zu: „Eine Gesamtdeckung des Bedarfs werden wir dadurch sicher nicht schaffen können.“ Für eine tatsächliche Entspannung brauche es aber noch mehr Anstrengungen – auch im privaten Bereich und von Bauträgern. „Die Stadt besitzt keine Baugrundstücke und solange Grundstücke kaum oder nur zu sehr hohen Preisen erhältlich sind, ist eine Entspannung des Marktes für bezahlbaren Wohnraum schwierig.“

Ein Projekt, auf dessen Umsetzung schon seit geraumer Zeit gewartet wird, sind die Neubauten an der Ecke Oberriexinger/Hauptstraße. Dort entstehen insgesamt 13 Wohnungen, die ein Drittel unter der üblichen Ortsmiete liegen. Diese sollen aber nicht unbedingt für Menschen mit Wohnberechtigungsschein gedacht sein, sondern für grundsätzlich alle, die sich keine Miete zu den ortsüblichen Preisen leisten können. Die Stadt will dafür einen Katalog erstellen, nach welchen Kriterien die Wohnungen vergeben werden. „Angedacht ist ein Punktesystem, bei dem die Bereiche Notfälle, Dringlichkeit und sonstige Härten Berücksichtigung finden sollen. Die einzelnen Kriterien werden dann mit Punkten belegt und die Summe ergibt dann eine Präferenzliste“, erklärt Sachsenheims Sprecherin Nicole Raichle.

Vorhaben im Soll

Bauherr ist die Bietigheimer Wohnbau (BW). Die Arbeiten haben nach Verzögerungen in der Planungsphase wegen Einsprüchen aus der Nachbarschaft mittlerweile begonnen. Die Übergabe der Wohnungen soll im Frühjahr 2022 erfolgen, sagte BW-Geschäftsführer Carsten Schüler jüngst auf BZ-Nachfrage. Sein Fazit: „Derzeit befindet sich das Bauvorhaben im Soll.“

In anderen Ortsteilen sind derweil kleinere Neubaugebiete in der Planung. Hier soll im beschleunigten Verfahren nach dem temporären Paragrafen 13b des Baugesetzbuchs verfahren werden. Neben freiwilligen Ausgleichsmaßnahmen – 13b sieht diese nicht zwingend vor – soll an diesen Standorten auch etwas im Bereich bezahlbares Wohnen getan werden. Im Frühjahr werden Artenschutzgutachten erstellt. Dann sollen die Entwürfe überarbeitet, in den Gremien präsentiert und ausgelegt werden, so der Plan der Stadt. „Den Satzungsbeschluss planen wir im Herbst 2021“, erklärt Raichle. Für alle vier Gebiete hat die eingerichtete Projektgruppe unter anderem festgelegt: maximal möglicher bezahlbarer Wohnraum.

Vor allem das Gebiet „Birkenfeld“ steht dabei im Fokus. Dort hat bereits der Preiskampf begonnen (siehe Text rechts). „Für Kleinsachsenheim ist sozialer Wohnungsbau geplant“, sagt Raichle. Dort sind unter anderem Geschosswohnungen vorgesehen. Für diese ist eine Quote für den sozialen Wohnungsbau eingeplant. „Die Stadt verfolgt das Ziel, sich Flächen in diesem Bereich zuteilen zu lassen“, so Raichle. Dadurch könne die gewünschte Quote für sozialen Wohnungsbau umgesetzt werden.

Grundsätzlich stehe die Ermöglichung von bezahlbarem Wohnraum im ganzen Baugebiet im Vordergrund, zum Beispiel auch, indem Reihen- oder Kettenhäuser gebaut werden. Diskutiert wurden innerhalb der 13b-Projektgruppe auch Bauherrengruppen, die Objekte gemeinsam bewohnen. „Maßgeblich wird hier sein, dass sich genügend Interessenten für ein solches ambitioniertes, aber deutlich kostengünstigeres Wohnraumprojekt finden“, so Raichle.

 
 
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