Sersheim 400 Autos beim Oldtimertreffen zu sehen

Von Corinna Müller
Das Oldtimertreffen, das früher unregelmäßig, aber mittlerweile jährlich stattfindet, war in diesem Jahr gut besucht. Der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins rechnet mit einem Rekordjahr. Foto: /Oliver Bürkle

In Sersheim wurde das 22. Oldtimertreffen vom Motorsportclub RCO ausgerichtet. Autos wurden bestaunt und verglichen. Es gab auch eine gemeinsame Ausfahrt.

Glänzender Lack im hellen Sonnenlicht, blitzendes Chrom und sauber polierte Fensterscheiben – dazu das tiefe Brummen der alten Motoren. Das 22. Oldtimertreffen, eines der größten der Region, veranstaltet vom Motorsportclub RCO Sersheim, ist in vollem Gange. Bereits in den frühen Morgenstunden des Sonntags treffen die ersten Old- und Youngtimer auf den großzügigen Parkflächen der Sport- und Kulturhalle in Sersheim ein. Ein stetiges Kommen und Gehen herrscht vor. „Anfangs hatten diese Treffen nur unregelmäßig stattgefunden, doch seit zehn Jahren veranstalten wir sie jährlich“, teilt Rene Rentschler, Erster Vorsitzender des Vereins, mit.

Vielfältige Aussteller präsentieren sich

Rund 400 erstklassige Autos, Oldtimer Ü30, aber auch Youngtimer und somit Autos, die älter als 20 Jahre sind, rollen unter den begeisterten Blicken der zahlreichen Zuschauer auf den Platz. Tierische Bezeichnungen wie Froschauge, Käfer, Thunderbird und Mustang wechseln mit Namen wie Prinz, Mini oder Roadster. „Wir haben eine solche Vielfalt an Fahrzeugen hier, da ist für jeden etwas Interessantes dabei“, ist sich Rentschler sicher. Auch einige Motorräder werden ausgestellt; denn der 1957 gegründete MSC RCO, eine Ortsgruppe des ADAC, findet seinen Ursprung im Motorradsport und hat sich erst später auf Oldtimer festgelegt.

Fahren ist anstrengender als bei modernen Autos

Jürgen Förstner fährt einen 35 Jahre alten schwarzen Morgan mit Leonberger Kennzeichen. „Der wurde in England gefertigt und trägt deshalb die englische Flagge, nicht das übliche GB“, betont er stolz. Die Steuerung befindet sich auf der rechten Seite, das Armaturenbrett, „das tatsächlich noch ein Brett ist“, besteht aus echtem Wurzelholz. Allerdings sei das Fahren anstrengend, gibt Förster zu. „Es ist alles anders.“ Andere Fahrer bestätigen das. Es gibt keine Servolenkung, es holpert beim Fahren und gelegentlich regnet es hinein.

Vor allem Porsche und Mercedes sind vertreten

Aber dafür haben die Fahrzeuge edle Ledersitze und elegante Armaturen, die ausgiebig bewundert werden, während aus einem türkisfarbenen amerikanischen Straßenkreuzer stimmungsvoll „Peggy Sue“ erklingt.

In erster Linie sind jedoch Porsche und Mercedes vertreten. „Das liegt sicherlich an der Nähe zu unseren Automobilherstellern“, vermutet der äußerst fachkundige Karl-Heinz Büchle, der die faszinierten Gäste über die einfahrenden Autos informiert und unter anderem den NSU RO 80 mit Wankelmotor sowie den Roadster DKW F12, das Luxusauto des kleinen Mannes, hervorhebt. „Die Entwicklung der Autoindustrie ist immer auch ein Stück Zeitgeschichte“, erklärt er. „Das war früher so und ist heute nicht anders.“

Ein mattschwarzer Ford F 100 Pickup Flathead von 1946 lockt die Blicke der Zuschauer genauso auf sich wie ein hellblauer Trabi, ein Mercedes Pagode und ein Porsche Riley. Heckklappen werden geöffnet, Teilelisten verglichen, Motoren bestaunt. Fahrzeuge aus ganz Baden-Württemberg sind vertreten. „Wir rechnen mit einem neuen Rekordjahr“, gibt sich Rentschler zuversichtlich. Tatsächlich wurden zur einstündigen Strombergausfahrt 40 Fahrzeuge im Vorfeld angemeldet; das erste ein Morris Minor Cabrio, Baujahr 1959, mit 48 PS. Doch schon eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn hatte sich die Teilnehmerzahl verdoppelt, informiert Oliver Mamber, der die Tour leitet.

Besucher aus nah und fern nutzen die schattigen Zelte mit ihren hunderten von Sitzplätzen und genießen den Anblick der nostalgischen Fahrzeuge bei einem kühlen Getränk, Essen oder Kaffee und Kuchen.

Erinnerungen an früher faszinieren

„Die Speisen sind alle regional“ preist Iris Rentschler an, die das Catering organisiert hat. Doch was ist es, was eine solche Faszination an alten Fahrzeugen auslöst? „Es sind die Erinnerungen an damals“, so Rentschler. „Aber auch das Schlichte, der Kontrast zu den neuen Autos, an denen man keine Technik mehr sehen kann.“ 

 
 
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