Sersheim Bestmögliche Lösung gesucht

Von Michaela Glemser
Rektorin Katja Kraft und ihr Stellvertreter Andreas Burkhardt stehen im Werkraum der Hofäckerschule. Dieser soll künftig wegfallen. Foto: /Martin Kalb

Zwischen der Gemeinde und der Leitung der Hofäckerschule gibt es Meinungsverschiedenheiten über das künftige Raumkonzept.

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atja Kraft ist jetzt in ihr fünftes Jahr als Schulleiterin der Hofäckerschule gestartet. Das Wohl ihrer derzeit rund 250 Schülerinnen und Schüler liegt ihr am Herzen und dafür setzt sie sich mit vollem Engagement ein. „Dabei ist mit mir immer daran gelegen, gemeinsame Lösungen zu finden und mit den Vertretern des Schulträgers Hand in Hand zu gehen“, betont sie. Daher hofft die Rektorin der dreizügigen Schule auch auf eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung bezüglich des Raumkonzepts für den bestehenden Alt- und Neubau der Hofäckerschule, über das es derzeit noch unterschiedliche Auffassungen bei Schulträger und Rektorenteam gibt.

Kein Neubau wegen der Finanzlage

Schon im Jahr 2021 gab es Planungen, die Bestandsgebäude der Schule um einen Anbau mit drei Etagen zu erweitern, um neue Räume für die Ganztagsbetreuung zu gewinnen, für die ab diesem Jahr ein Rechtsanspruch ab der ersten Grundschulklasse besteht. Im Jahr 2025 wurde der Gemeinde für diesen Erweiterungsbau auch ein Zuschuss des Landes bewilligt.

Allerdings haben die Gemeinderäte im Frühjahr dieses Jahres beschlossen, aufgrund der schwierigen Lage der kommunalen Finanzen auf den Anbau zu verzichten, der Kosten von rund 2,12 Millionen Euro nach sich gezogen hätte.

Stattdessen haben die Gemeinderäte ein von den Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung ausgearbeitetes Raumprogramm beschlossen, was die Schulleiterin überrascht hat. „Der Anbau war schon vor meinem Beginn an der Hofäckerschule beschlossen worden. Wir haben gemeinsam ein pädagogisches Konzept für die Räume des Anbaus ausgearbeitet, doch nach den Osterferien habe ich erfahren, dass darauf verzichtet wird“, schildert Kraft.

Ihr Stellvertreter Andreas Burkhardt und sie meinen, die Schule könne auf die angedachten, neuen Räumlichkeiten verzichten, allerdings sollte die vorhandene Verteilung der Räume in ihrem derzeitigen Zustand verbleiben. Dabei gibt es im Altbau einen Kunst- und Werkraum mit der entsprechenden Einrichtung im Erdgeschoss, der auch zur Sommerferien-Lagerung und Verteilung der Schulbücher genutzt wird.

Zudem sind im Altbau neben den Verwaltungsräumen auch drei Klassenzimmer untergebracht und ein großer Saal für Elternabende und das Grundschulparlament, das regelmäßig tagt. Die anderen zehn Klassenzimmer befinden sich im Neubau nebenan, der zudem im Untergeschoss über einen Bewegungsraum verfügt, der häufig genutzt wird. „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn auch die Inklusionskinder mit ihrer Lehrkraft über ein eigenes Klassenzimmer verfügen würden. Aber wir haben für diese auf dem Flur des Neubaus eine Lerninsel eingerichtet, die sich bewährt hat“, sagt Kraft.

Das von den Gemeinderäten beschlossene Raumkonzept sieht jedoch vor, alle Klassenzimmer in den Neubau zu verlegen. Dafür müsste unter anderem der Bewegungsraum im Untergeschoss weichen. Zudem soll der Werkraum im Altbau aufgegeben werden. Dies sehen Rektorin Kraft und ihre Kollegen kritisch. Der Bewegungsraum und der Werkraum sind im pädagogischen Konzept der Hofäckerschule wichtige Bestandteile.

Sonnenschutz als Wunsch

Der Neubau mit den nach Westen ausgerichteten Fenstern gewährleistet in der warmen Jahreszeit eine kühlere Raumtemperatur als der Altbau mit seinen Fenstern im Osten. „Wenn wir einen Wunsch äußern dürfen, würden wir uns für einen Sonnenschutz an den Fenstern einsetzen, denn auch im Neubau ist es bei heißen Sommertemperatur nicht mehr angenehm“, so die Schulleiterin. Zudem macht sie sich für eine Schutzvorrichtung am Geländer im Flurbereich des Obergeschosses im Neubau stark, denn es kam in der Vergangenheit bei herunterfallenden Gegenständen schon zu gefährlichen Situationen.

Die Vertreter der Gemeindeverwaltung wollen mit den bereits bewilligten Fördermitteln auch den Brandschutz in den Schulgebäuden auf den erforderlichen Stand bringen. „Die Fördermittel sollen der Schule zugutekommen. In den kommenden Jahren sind umfangreiche Maßnahmen, beispielsweise im Bereich der Sanierung und Weiterentwicklung der bestehenden Schulgebäudes, vorgesehen. Die Gemeinde wird sich hierbei auch mit einem wesentlichen Anteil an den entstehenden Kosten beteiligen“, sagt Hauptamtsleiterin Deborah Weiß.

Sie will gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen Scholz mögliche Änderungs- oder Anpassungswünsche mit den Vertretern der Hofäckerschule abstimmen und gemeinsam besprechen, gerade wenn es bei einzelnen Aspekten noch Klärungsbedarf gibt.

Daran ist auch dem Schulleitungsteam gelegen. „Die Anmeldezahlen in den drei ersten Klassen für die Ganztagsbetreuung sind deutlich geringer als erwartet. Dafür reichen die vorhandenen Räumlichkeiten aus. Wir haben auch für die Zukunft noch Kapazitäten“, so Kraft, die dankbar für die Unterstützung des Schulträgers in der Vergangenheit ist und gerade deshalb gemeinsam die beste Lösung für das Raumkonzept finden will. 

 
 
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