Sersheim Hunderte kommen zum Whisky-Fest

Von Jonathan Lung
Der Geschmack eines Whiskys hängt laut Wolfgang Fessler nur zu 20 Prozent vom verwendeten Getreide ab. Zu 80 Prozent wird er vom Fass und der Lagerung beeinflusst. Foto: /Oliver Bürkle

Der Swabian Whiskyday lockt am Samstag zahlreiche Besucher in die Fessler Mühle nach Sersheim. Es war bereits der zweite Höhepunkt in diesem Jubiläumsjahr.

Schon von Weitem hörte man am vergangenen Samstag die Musik. Vom vollen Parkplatz der Mühle aus erreichten die Besucher den Mühlenhof, der an diesem Tag einem Festplatz glich. Lange Schlangen vor den Essensständen, volle Bänke an den Biertischen und ausgelassene Stimmung bei der Band. Es war der achte Swabian Whiskyday der den Hof der Mühle füllte, die in diesem Jahr 630 Jahre alt wird: ihre erste urkundliche Erwähnung stammt vom 16. Oktober 1396.

Gin, Whisky und Rum

Whisky, Gin und Rum aus der Destillerie der Mühle sowie von regionalen Anbietern, Guinness gepaart mit traditionellen Speisen wie Spätzle, Maultaschen und Dinkelbällchen aus der Mühlenküche und außerdem Weine der Region und aus Sersheims Partnergemeinde Canale im Piemont bildeten das kulinarische Angebot, das von vielen Besuchern angenommen wurde. Auf dem Mühlenhof waren auch drei weitere Kollegen mit einem Verkostungsstand eingeladen, die Finch Whiskydestillerie von der Alb, die Whisky und Rumerie Destillerie Ehrenfeld aus dem Kochertal sowie der Whiskyraritätenhändler Hertlein von der Schwäbisch- Fränkischen Alb. „Wir sagen nicht: unser Whisky ist der Beste. Jeder hat ein anderes Aroma“, so Gastgeber Wolfgang Fessler, der an diesem Tag mit 500 bis 800 Besuchern rechnete.

Und zu sehen und zu hören gab es auch einiges: schon warf der Künstler Dieter Binder aus Zaisersweiher seine Kettensäge an und schuf vor den Augen der Zuschauer eine seiner Holzfiguren. Die regionale Band Reach Country sorgte mit ihrer für die musikalische Unterhaltung, dazu wurde schon einmal das Bein zum Line Dance geschwungen.

„Whisky erleben“, das war das Ziel der Veranstaltung. Bei der Führung konnten die Besucher auch einen Blick hinter die Kulissen in das Whisky-Warehouse werfen: Hausherr Wolfgang Fessler führte in den Raritätenfasskeller sowie zum alten Schrotgang von 1870, mit dem heute noch das Getreide für die Maische zermahlen wird. Zu lernen gab es einiges, zum Beispiel dass in der Fesslermühle Whisky aus allen fünf Getreidesorten gemahlen wird, dass alles aus lokalen Produkten produziert wird, von der Anbaufläche bis zum Wasser von Alwa. Dass tatsächlich nur 20 Prozent des Whisky-Geschmacks vom Getreide abhängen, 80 Prozent dagegen vom Fass und der Lagerung. Und auch, dass inzwischen Indien das Whisky-Land Nummer eins ist.

Unbesorgter Blick in die Zukunft

Im Jubiläumsjahr blickt der Müller unbesorgt nach vorne: Seine Mühle ruhe sicher auf den vielen Standbeinen – der Mühle selbst, die Destillerie, die Sportschule und die Kleinkunstbühne – „irgendeins läuft immer“, lacht Wolfgang Fessler. Und die nächste Generation stehe auch schon bereit: sein Enkel ist mit seinen drei Jahren schon in der Mühle unterwegs und rieche interessiert an den Korken der Whiskyfässer.

Beim Mühlenfest, dem zweiten Höhepunkt im Jubiläumsjahr nach dem Mühlentag, sollte es noch ein langer Abend werden: bis 22 Uhr wurde ausgelassen gekostet. 

 
 
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