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Sersheim Offen für gemeinsamen Dialog
Auch der Sersheimer Gemeinderat verweigert die Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplans für den Erlebnispark „Markstein“.
etzt liegt die Entscheidung bei den Mitgliedern des gemeinsamen Ausschusses der Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen, Oberriexingen, Eberdingen und Sersheim, denn auch die Mitglieder des Sersheimer Gemeinderats haben einhellig dafür votiert, über die unterschiedlichen Änderungen des Flächennutzungsplans getrennt abzustimmen. Die Ratsmitglieder haben wie zuvor schon die Gemeinderäte in Oberriexingen noch Klärungsbedarf bezüglich der Erlebniswelt Markstein. „Ich möchte aber klarstellen, dass es keine Absprachen zwischen Sersheim und Oberriexingen gibt. Die Vertreter aus Oberriexingen können sich durchaus selbst ihre Meinung bilden“, machte der Rathauschef Jürgen Scholz deutlich.
Es besteht Publikationspflicht
Der Oberbürgermeister aus Vaihingen, Uwe Skrzypek-Muth, der ebenfalls in der Ratssitzung anwesend war, hatte Scholz als Urheber hinter der gleichlautenden Abstimmung des Gemeinderats in Oberriexingen vermutet, weil die Sitzungsvorlage in Sersheim im Internet zuvor veröffentlicht worden war. „Es ist eine gesetzliche Grundlage, dass unsere Sitzungsunterlagen zur öffentlichen Sitzung rechtzeitig veröffentlicht werden müssen“, betonte Scholz.
Er wies darauf hin, dass er die Flächennutzungsplanänderungen bezüglich des Häckerareals für die Gartenschau in Vaihingen für sinnvoll halte und unterstütze, ebenso wie diese für die Optionsfläche des Unternehmens Porsche im Gewerbegebiet „Eichwald“, für das Wochenendhausgebiet „Sonnenberg“ in Eberdingen und für das Areal des durch einen Brand verwüsteten Lindenhofs in Oberriexingen. „Bei der Erlebniswelt Markstein haben wir aber erhebliche Bedenken. Die rund 15 Hektar Flächenverbrauch sind schon ein Wort. In Sersheim gibt es keine einzige Fläche für die Wohnbauentwicklung in dieser Größe“, unterstrich Scholz.
Verkehrsbelastung befürchtet
Er verwies darauf, das bei der Verkehrsbelastung durch die Erlebniswelt Oberriexingen und Sersheim potenziell gefährdete Kommunen seien und daher vorsichtig agierten, zumal die vom Investor vorgelegten Verkehrszahlen schon wieder hinterfragt würden. In diesem Zusammenhang hatte schon ein Sersheimer Bürger in der Einwohnerfragestunde der Sitzung daran erinnert, dass sich die Vertreter der Stadt Vaihingen damals beim Bau der Umgehungsstraße Sachsenheim-Sersheim vehement dagegen gewehrt hätten, diese bis nach Vaihingen an Kleinglattbach vorbei zu verlängern. „Wir hatten schon Planungen vorgelegt und alles versucht. Doch in Vaihingen hieß es damals, macht es auf eurer Gemarkung. Das vergisst man nicht“, erklärte Scholz. Daher empfahl er seinen Gemeinderäten bei der Flächenutzungsplanänderung für die Erlebniswelt zunächst vorsichtig zu sein und abzuwarten, bis die Ergebnisse aller erforderlichen Gutachten bekannt seien. Die Sersheimer Gemeinderäte schlossen sich diesem Verwaltungsvorschlag einhellig an. „Wir wollen aber keine Gemeinde in ihrer baulichen Entwicklung behindern und haben deshalb eine getrennte Abstimmung über die einzelnen Änderungen vorgeschlagen. Diesem Ansinnen hat die Stadt Vaihingen nicht stattgegeben, was aus meiner Sicht rechtswidrig ist, denn darüber muss der gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft entscheiden“, stellte Scholz fest.
Doch er, Ron Keller aus Oberriexingen und Carsten Willing aus Eberdingen zeigen sich weiterhin gesprächsbereit und wollen in dieser Woche das Gespräch mit ihrem Kollegen Skrzypek-Muth suchen. „Wenn die getrennte Abstimmung im Ausschuss nicht positiv bewertet wird und alle Flächennutzungsplanänderungen abgelehnt werden, ist dies für alle Beteiligten die denkbar schlechteste Lösung“, so Scholz.
