Sersheim Wenn die Trecker richtig Gas geben

Von Michaela Glemser
Die Teilnehmer des Sersheimer Trecker Trecks zeigten, was aus den Arbeitsgeräten herauszuholen ist. Foto: Oliver Bürkle

Beim diesjährigen Trecker Treck in Sersheim gibt es für die rund 100 Teilnehmer optimale Boden- und Wetterbedingungen.

Erleichtert stieg Michael Wasserschmid von seinem Trecker. Er hatte den ersten Lauf beim diesjährigen Trecker Treck am Sportzentrum vor den Toren der Mettertalgemeinde erfolgreich hinter sich gebracht. „Ich weiß meinen Streckenwert noch nicht ganz genau, aber ich bin weit über die Hälfte der 75-Meter-Strecke hinausgekommen. Die Bedingungen waren gut, der Boden nicht zu trocken und nicht zu nass“, schilderte Wasserschmid, der am Morgen zwei Stunden mit seinem Trecker aus Neuenstadt am Kocher angereist war.

Erfahrung hier, Erstversuch da

Wasserschmid war in der zweiten der neun Klassen mit einem zugelassenen Gesamtgewicht des Treckers bis 2000 Kilo angetreten. „Natürlich habe ich auch etwas Luft aus den Reifen gelassen, um mehr Auflagefläche auf dem Boden zu haben. Ich nehme zum zweiten Mal teil und lerne mit jeder Teilnahme dazu“, erklärte Wasserschmid. Seinen Start noch vor sich hatte Nico Bühler aus Schützingen, der sich in der Klasse bis 6100 Kilo Gesamtgewicht anmeldete.

„Das ist heute meine erste Teilnahme bei einem Trecker Treck. Ich bin gespannt, wie es läuft, denn trainieren kann man ja nicht. Ich hoffe, meine Fahrt geht über die Hälfte der Strecke“, machte Bühler deutlich. Auf zwei, jeweils 75 Meter langen Bahnen traten die Teilnehmer gegeneinander an. An den Traktoren hing jeweils ein Bremswagen, dessen Gewicht beim Start noch über den Rädern war und im Laufe der Strecke immer weiter in Richtung Bremskufe wanderte und damit die Bremswirkung verstärkte. Ziel war der sogenannte „Full Pull“, der Zug bis ins Ziel ohne hängen zu bleiben.

„Die Bremwägen haben je nach Klasse ein Gewicht von 1500 bis 13.500 Kilo. Der Boden der Ackerfläche ist heute sehr tragfähig. Die Bedingungen sind optimal“, so Jens Wilhelm aus Freudental, der Erste Vorsitzende des Trecker-Treck-Teams Sersheim. Insgesamt zählt der Verein derzeit 102 Mitglieder, und die nächsten Generationen sind ebenfalls bereits vom „Treckervirus“ infiziert.

Spaß für alle Generationen

So übt sich auch Wilhelms 13-jähriger Sohn Tom schon beim Vorbereiten der Wettkampfstrecke am Steuer eines kleinen Treckers und auch beim langjährigen Moderator des Festgeschehens, Rainer Hengstberger aus Hohenhaslach, sind die Söhne längst in die Festorganisation involviert.

„Wir rechnen heute mit rund 100 Teilnehmern, da viele durch das regnerische Wetter in der jüngsten Zeit auch noch in ihren Betrieben mit der Ernte beschäftigt sind. Die Teilnehmer kommen aus einem Umkreis von Filderstadt bis über Heilbronn hinaus und bis nach Waiblingen“, sagte der Erste Vorsitzende, der selbst rund zehn Trecker-Trecks jährlich in der Region besucht und von den jeweiligen Vereinen wiederum Teilnehmer in Sersheim erwartet.

Zwei Tage Programm

Bereits am Samstagabend gab es einen Schauwettkampf mit Oldtimer-Lanz-Traktoren und musikalische Unterhaltung mit der Rock-/Pop-Coverband „Campus“. Die zahlreichen Besucher ließen sich im Festzelt kulinarische Leckereien wie Fleischbrote und vegetarische Pfannengerichte schmecken. Mit Kaffee und Kuchen bewirteten die Landfrauen aus Sersheim. „Es ist schön zu sehen, was aus unserer Veranstaltung, die einst auf dem landwirtschaftlichen Anwesen von Daniel Setzer im Glattbacher Weg begonnen hat, inzwischen geworden ist“, so Wilhelm.

Für die Sieger gab es als Belohnung Pokale und Sachpreise. Die Ackerfläche am Sportzentrum, auf der vor der Veranstaltung Roggen abgemäht wurde, wird in der kommenden Woche wieder bis in 80 Zentimeter Tiefe gelockert und aufbereitet. Die Spuren der imposanten Treckerreifen und der röhrenden Motoren werden dann nicht mehr zu sehen sein.  

 
 
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