Sersheim Wie soll das Jugendhaus heißen?

Von Michaela Glemser
Jugendsozialarbeiterin Julia Grodotzki freut sich auf zahlreiche kreative Vorschläge für den neuen Namen und das Logo des Sersheimer Jugendhauses. Foto: /Oliver Bürkle

Die Einrichtung in der Sersheimer Ortsmitte ist ein beliebter Treffpunkt, in dem erfolgreiche Arbeit geleistet wird. Nun wird ein Name gesucht. Noch vier Wochen werden Vorschläge angenommen.

Einst war es ein Schulgebäude, später fand Musikschulunterricht darin statt und inzwischen ist es seit vielen Jahren beliebter Treffpunkt von Kindern und Jugendlichen aus der Gemeinde: Das historische Gebäude des Sersheimer Jugendhauses in der Vaihinger Straße war schon immer ein Zentrum der Kinder- und Jugendarbeit.

In den kommenden Wochen soll das geschichtsträchtige Bauwerk einen neuen Namen erhalten. „Die Kids haben mich immer wieder darauf angesprochen, warum unser Jugendhaus eigentlich keinen richtigen Namen hat. So ist die Idee zu diesem Wettbewerb entstanden“, erzählt Julia Grodotzki, die als Jugendsozialarbeiterin in Sersheim tätig ist.

Bis zum 10. September können Kinder und Jugendliche einen Vorschlag für einen Namen und ein Logo per E-Mail unter kieferle@sersheim.de einreichen. Julian Kieferle ist der Leiter des Sersheimer Jugendhauses und bildet gemeinsam mit Grodotzki, Nicole Brecht und Wolfgang Kocher ein Team.

Präsentation im Herbst

„Im Herbst wollen wir die besten Vorschläge im Jugendhaus präsentieren und den Jugendlichen eine Möglichkeit geben, ihren Favoriten auszuwählen. Vielleicht sogar im Rahmen einer offiziellen Wahl mit einer Wahlurne“, erläutert Grodotzki, die schon gespannt darauf ist, welche Ideen ihre Schützlinge haben werden.

Die Angebote des Jugendhauses in der Mettertalgemeinde sind sehr begehrt, auch wenn es in der Sommerferienzeit etwas ruhiger auf den beiden Etagen des Gebäudes zugeht. „Unser Schwerpunkt liegt bei Kindern und Jugendlichen von Ende der vierten bis zur achten oder neunten Klasse. Derzeit kommen mehr Mädchen als Jungen, aber die Besucherstruktur wechselt immer mal wieder“, erklärt die Jugendsozialarbeiterin.

„Sehr gute Stimmung“

Besonders beliebt sind die Öffnungszeiten am Mittwoch, wenn sich nur Mädchen im Jugendhaus tummeln dürfen und zusammen kochen, basteln oder sich über aktuelle Probleme unterhalten. „Die Stimmung im Jugendhaus ist wirklich sehr gut, und alle gehen respektvoll miteinander um. Es ist im Vergleich zu früheren Zeiten viel ruhiger geworden. Daran ist zu erkennen, dass die Jugendarbeit in Sersheim Früchte trägt“, macht Grodotzki deutlich.

Als ihr Kollege Kocher im Jahr 2005 in der Mettertalgemeinde seine Arbeit aufnahm, bot sich noch ein ganz anderes Bild. Immer wieder kam es vor allem am Markt in der Ortsmitte zu Konflikten mit den Jugendlichen. Inzwischen jedoch ist das Team des Jugendhauses kaum noch in den Straßen von Sersheim unterwegs, da dies nicht mehr notwendig sei.

„Wir haben noch Kontakt zu den Jugendlichen von früher, von denen inzwischen viele auch schon Eltern sind. Auch sie schauen immer mal wieder im Jugendhaus vorbei und freuen sich über die angenehme Atmosphäre“, betont Grodotzki.

Seit 2016/2017 können die Besucher des Jugendhauses zwei Stockwerke mit großzügigen Räumlichkeiten inklusive Tischkicker, Tischtennisplatte und Küche nutzen. Früher befand sich im oberen Stockwerk noch die Ortsbücherei. „Allerdings stehen demnächst wieder kleinere Renovierungsarbeiten an, denn die Sanitäranlagen im Erdgeschoss sollen umgebaut werden, wofür derzeit Pläne erstellt werden“, berichtet die Jugendsozialarbeiterin. Besonders ins Auge fällt die kreative Wandgestaltung mit kunterbunten Graffitis, welche die Kids unter Anleitung eines professionellen Sprayers erstellt haben.

„Wir sind sehr froh, dass uns die Vertreter der Gemeinde Sersheim immer so gut bei allen unseren Wünschen und Anliegen unterstützen. Das ist wirklich toll, und bestes Beispiel dafür ist die Pumptrack-Anlage, die gemeinsam mit Jugendlichen verwirklicht wurde“, unterstreicht die Jugendsozialarbeiterin. Dicht bei der Pumptrack-Anlage steht dem Team des Jugendhauses eine Hütte zur Verfügung, wo ein Grill und Spielgeräte gelagert werden und wo sich die Kinder und Jugendlichen in der warmen Jahreszeit oft gemeinsam mit den Betreuern aufhalten.

Höhepunkt: Besuch im Holiday-Park

„Ein Pluspunkt für unser Jugendhaus und seine Angebote ist auch, dass wir kreisweit sehr gut vernetzt und bei vielen Aktionen mit von der Partie sind. Höhepunkt eines jeden Jahres ist aber die Fahrt in den Holiday-Park mit rund 50 Kindern im Rahmen des Sommerferienprogramms, bei der uns auch die Gemeinde finanziell unterstützt“, sagt Grodotzki.

Sie freut sich, dass ihr Team ab September auch noch durch eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) unterstützt wird. Der neue Name soll die Krönung für die erfolgreiche Arbeit im Sersheimer Jugendhaus sein.  

 
 
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