19,4 Hektar werden in Deutschland täglich für neue Ein- oder Zweifamilienhäuser beansprucht, wobei 60 Prozent der bestehenden Einfamilienhäuser hierzulande inzwischen nur noch von ein bis zwei Personen bewohnt werden. Dabei gilt es, Antworten auf die Frage zu finden, wie sich Eigenheime zukunftsfähig weiterentwickeln können, wenn sich das Leben und die Bedürfnisse der Bewohner ändern. Antworten darauf gibt die Wanderausstellung „Mehr Leben im Eigenheim“ des Strategiedialogs „Bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen“ auf Initiative der baden-württembergischen Landesregierung, die derzeit im Sersheimer Rathaus zu sehen ist.
Sersheim Wie Wohnraum verändert wird
Die Wanderausstellung im Sersheimer Rathaus bietet Anregungen für den Umbau bestehenden Wohnraums.
Potenziale im bestehenden Wohnraum
Die einzelnen Schaubilder und Informationstafeln der Ausstellung zeigen, welche wertvollen Potenziale im bestehenden Wohnraum stecken und wie diese mit gut geplanten Eingriffen umgestaltet werden können, um Energie zu sparen, zusätzliche Wohnmöglichkeiten zu schaffen, die Kosten zu senken oder auch die Gemeinschaft unter den Generationen zu stärken.
So berichten in Bild und Ton die Besitzer von sieben Einfamilienhäusern in Baden-Württemberg ihre ganz persönlichen Wohngeschichten und bieten damit den Besuchern der Ausstellung Anregungen und Ideen für die Umgestaltung des eigenen Wohnraums. Ob das aufgestockte Reihenhaus aus dem Jahr 1954 mit neuer Außentreppe in Tübingen, ob die in mehrere Wohneinheiten neu aufgeteilte Doppelhaushälfte mit Baujahr 1981 in Freiburg oder das Mehrfamilienhaus von 1963 mit neuer Erschließung und jüngst gebildeter Eigentümergemeinschaft in Konstanz: Die Geschichten zeigen, wie sich Wohnraum an veränderte Lebensumstände anpassen kann, bestehende Strukturen und Infrastrukturen erhalten bleiben und damit Ressourcen geschont werden. Damit das eigene Umbauvorhaben Schritt für Schritt gelingt, können sich Besucher über Aspekte des Baurechts in Baden-Württemberg, der Bautechnik, der Nachhaltigkeit und der Finanzierung informieren. Es gibt dabei Antworten auf Fragen des Ausbaus und der Erweiterung von bestehenden Einfamilienhäusern, der Untervermietung leerstehender Wohnräume, der energetischen Sanierung des Eigenheims oder der Integration von gewerblicher Nutzung in das eigene Haus.
Auch die Möglichkeiten eines altersgerechten und barrierefreien Umbaus von Wohnräumen, um den Lebensabend bis ins hohe Alter im gewohnten Umfeld genießen zu können, werden in der Wanderausstellung aufgezeigt. Die Besucher haben zudem die Möglichkeit, ihre persönlichen Fragen und ihren Unterstützungsbedarf bezüglich ihres Wohnraums auf Karten aufzuschreiben und in der Ausstellung zu hinterlassen, um dieses Angebot in Zukunft noch informativer aufbauen zu können.
Schubladenbox symbolisiert die verschiedenen Möglichkeiten
Wie viele Chancen in bestehenden Einfamilienhäusern stecken können, zeigt eine Schubladenbox im Obergeschoss des Sersheimer Rathauses. Dort verbergen sich in den einzelnen Schubfächern ganz unterschiedliche Lösungen wie etwa ein Einfamilienhaus, das in mehrere Bereiche unterteilt wurde, um das gemeinsame Wohnen von Jung und Alt zu ermöglichen.
Das baden-württembergische Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen stellt die Ausstellung interessierten Gemeinden kostenlos zu Verfügung, um ein niederschwelliges Angebot zu schaffen, das zur nachhaltigen Weiterentwicklung von Eigenheimen motivieren soll. Die informative Schau kann im Sersheimer Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten noch bis 24. April besichtigt werden. Bisher war diese im Landkreis Ludwigsburg noch nicht zu sehen. Michaela Glemser
