SG BBM Bietigheim Auftaktpleite für Romero-Schützlinge

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Bietigheims Juan de la Peña greift im Zweikampf mit dem Potsdamer Maxim Orlov beherzt zu. Foto: Sylvia Göres

Viele Zeitstrafen und Fehler bringen die Romero-Schützlinge beim 23:27 in Potsdam aus dem Tritt.

Enttäuscht kehrten die Handballer der SG BBM Bietigheim aus Brandenburg zurück. Im Auftaktspiel der Zweiten Bundesliga unterlag das Viadukt-Team am Samstagabend beim Aufsteiger 1. VfL Potsdam mit 23:27 (11:13).

Beiderseitige Nervosität führte anfangs zu vielen Fehlern. In der Abwehr hatten Potsdams Coach Bob Hanning und sein Bietigheimer Kumpel Iker Romero die gleiche Taktik gewählt. Aus einer zunächst defensiven 6:0-Abwehr rückten die Verteidiger von Pass zu Pass weiter nach vorne. Das führte bei der SG teilweise zu einer 3:3-Abwehrformation und vielen Zweikämpfen. Damit wurde zwar der Spielfluss unterbunden, es stieg aber auch das Risiko von Zeitstrafen. Wiederholt verloren die SG-Akteure den ersten Kontakt, klammerten dann von hinten ihre Gegenspieler und kassierten bereits in der ersten Hälfte fünf Hinausstellungen.

Zwei davon brachten nach 20 Minuten den ersten Bruch ins SG-Spiel. Max Öhler und Christian Schäfer hatten Bietigheim nach einem 7:8-Rückstand gerade mit 9:8 in Führung gebracht als innerhalb weniger Sekunden Johnny Fischer und Juan de la Peña für zwei Minuten vom Feld mussten. Die blutjungen „Adler“ aus Potsdam – Torhüter Lasse Ludwig und seine 13 Feldspieler brachten es auf ein Durchschnittsalter von nur 21 Jahren – nutzten ihre zahlenmäßige Überlegenheit eiskalt. Mit vier Treffern in Serie erspielte sich der Aufsteiger eine 12:9-Führung. Die beiden folgenden Zeitstrafen für Fabian Wiederstein und Nikola Vlahovic steckten die Ellentäler auch dank ihres starken Keepers Fredrik Genz besser weg. Der Neuzugang von den Füchsen hielt in der ersten Hälfte neun Würfe, darunter zwei Siebenmeter und war maßgeblich daran beteiligt, dass Potsdam zur Pause nicht höher als 13:11 führte.

Überhastet im Abschluss

Nach dem Seitenwechsel brachte Christian Schäfer die SG BBM sofort auf 12:13 heran. Es folgten einige überhastete Abschlüsse seiner Mitspieler. Die Youngster auf der Gegenseite nutzten diese Fehler cool, lagen nach 37 Minuten beim 18:13 fünf Tore vorn. Romero griff ein, verordnete seiner Abwehr eine defensivere Ausrichtung und stellte im Angriff auf 4:2 um. Wiederstein und Fischer agierten gleichzeitig am Kreis, im Rückraum machten de la Peña und Dominik Claus Druck.

Das funktionierte. Das Team von der Enz kämpfte sich heran, in der 48. Minute glückte dem Spanier der 20:20-Ausgleich. Claus ließ zunächst die Möglichkeit zur 21:20-Führung liegen, netzte aber nach dem 20:21-Rückstand zum 21:21-Ausgleich ein. „Nach dem 20:20 kann das Spiel kippen. Aber es war nur eine Frage der Zeit bis meine Jungs die PS wieder auf die Straße bringen. Dafür haben wir schon zu viele Spiele gewonnen“, meinte VfL-Coach Hanning nach der Partie.

Dabei bedurfte es aber kräftiger SG-Unterstützung. Maximilian Hejny, der sich wie Alexander Velz und Nikola Vlahovic im Rückraum schwertat, handelte sich eine Zeitstrafe ein, die Bietigheim nach dem 21:21 ins Hintertreffen brachte. Der 19-jährige Tim Grüner netzte von Linksaußen zweimal für Potsdam ein, der Schwede Emil Hansson, mit 25 ältester VfL-Feldspieler, setzte das 24:21 drauf. Schäfer verkürzte per Siebenmeter zwar noch auf 22:24, doch drei Potsdamer Treffer in Folge entschieden die Partie. „Wir hätten unsere gute Phase in der zweiten Halbzeit besser nutzen müssen“, ärgerte sich Romero, „am Ende entschieden ein paar Fehler das Spiel.“

 
 
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