SG BBM Bietigheim bis 14. April in Quarantäne Weitere Spielerinnen an Corona erkrankt

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Bietigheims Trainer Markus Gaugisch muss noch bis zum 14. April in Quarantäne bleiben.⇥ Foto: Marco Wolf

Beim Bundesligisten SG BBM Bietigheim schießen die Zahlen der infizierten Spielerinnen in die Höhe.

So ganz traut Markus Gaugisch dem Braten nicht. Nachdem in der vergangenen Woche zunächst eine seiner Spielerinnen positiv auf das Coronavirus getestet worden war, ist die Zahl der infizierten Sportlerinnen des Bundesligisten SG BBM Bietigheim inzwischen bereits auf sieben gestiegen. Dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein könnte, befürchtet der SG-Trainer, der selbst (noch) nicht erkrankt ist. „Die Erkrankungen gingen wahnsinnig schnell. Bei diesem Virus gibt es einfach keine Sicherheiten, es ist unglaublich aggressiv“, sagt Gaugisch. Derzeit würden die Betroffenen laut Gaugisch lediglich „normale Grippesymptome“ zeigen. Doch der Trainer weiß, dass das Virus tückisch ist und der Krankheitsverlauf häufig wellenförmig erfolgt. „Da wechseln sich gute mit schlechten Tagen ab.“

Quarantäne bis zum 14. April

Nach der Bekanntgabe des ersten Coronafalls nach dem Spiel in Dortmund hatte sich die Mannschaft am vergangenen Donnerstag in Quarantäne begeben. Lediglich drei Spielerinnen, die bereits zu Jahresbeginn an Corona erkrankt waren, wurden von der Isolation verschont. Bis Mittwoch, 14. April, muss das Team noch in Quarantäne bleiben, die beiden Begegnungen gegen Bayer Leverkusen und am kommenden Sonntag in Oldenburg werden verlegt.

Vor rund drei Wochen hatte der Gymnasiallehrer Gaugisch seine erste Impfung gegen das Virus erhalten. Vielleicht, so spekuliert der 46-Jährige, sei er auch deshalb verschont geblieben. Der Kontrast zwischen dem eng getakteten Spielplan seiner Mannschaft auf der einen und der plötzlichen Ruhe auf der anderen Seite setzt Gaugisch zu, wie er im Telefongespräch mit der BZ gesteht: „Das ist natürlich hart, denn man wird von einem Moment auf den anderen aus seinem Adrenalinmodus gerissen“, so der Coach, der aufgrund der Osterferien derzeit sogar doppelt beschäftigungslos ist.

„Die Zwangspause ist natürlich nicht optimal, da wir so den Rhythmus verlieren“, erklärt Gaugisch. Dass noch Nachholtermine für die ausgefallenen Spiele gefunden werden, darüber macht sich Gaugisch dagegen weniger Gedanken. „Die drei Partien kriegen wir noch unter. Da sind wir bereits in Diskussionen, um Ersatztermine zu finden“, sagt der ehemalige Bundesligaspieler. Allerdings gibt Gaugisch auch zu bedenken, dass nach der Corona- und Länderspielpause einige brutale Wochen auf sein Team zukommen werden. „Es bedeutet, dass wir das ganze Jahr lang keine normale Woche mit Spielen nur an den Wochenenden hatten“, betont der Trainer die Terminhatz mit ständigen Bundesliga-, Pokal- und Champions-League-Auftritten.

Doch nicht nur den Verein trifft die Quarantäne hart, auch die Deutsche Nationalmannschaft, bei der mit Xenia Smits, Antje Lauenroth, Amelie Berger, Luisa Schulze und Nele Reimer zuletzt gleich fünf Spielerinnen der SG beim Lehrgang in Bensheim dabei waren, wird dadurch geschwächt. Bundestrainer Henk Groener stehen aus dem Bietigheimer Kontingent für die WM-Play-offs gegen Portugal am 17. und 20. April lediglich Smits und Schulze sicher zur Verfügung. Beide waren bereits Mitte Januar nach einem Champions-League-Spiel an Corona erkrankt. Infiziert sind nach Informationen der Ruhr Nachrichten auch zwei Spielerinnen von Bietigheims letztem Gegner Borussia Dortmund sowie BVB-Trainer André Fuhr.

 
 
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