SG BBM Bietigheim Das Gaugisch-Team bessert sein Torverhältnis auf

Von bzh
Kelly Dulfer hatte doppelten Grund zum Feiern: Sie gewann mit der SG BBM souverän in Buxtehude und verlängerte ihren Vertrag in Bietigheim. Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Bietigheim gewinnt in der Bundesliga beim Buxtehuder SV souverän mit 37:20 (22:7). Da sich Thüringer HC und Borussia Dortmund beim 30:30 die Punkte teilen, wächst auf der Vorsprung auf die Verfolger in der Tabelle.

Den ersten Teil der Reise in den Norden hat die SG BBM Bietigheim souverän bewältigt. Beim BSV Buxtehude, dem Tabellenvierten der Frauenhandball-Bundesliga, machte das Viadukt-Team schon in der ersten Halbzeit alles klar. Nach dem 22:7-Pausenstand gewann die Mannschaft von Trainer Markus Gaugisch mit 37:20. Die schwerere Aufgabe wartet am Samstag in der Champions League bei den Vipers Kristiansand.

Nach elf Minuten reckte Karolina Kudlacz-Gloc triumphierend den Arm in die Höhe. Die Polin hatte gerade ein Stürmerfoul provoziert – und der daraus resultierende Gegenstoß führte durch Veronika Malá zur 9:1-Führung. So emotional hatte man „Karo“ und ihre Mitspielerinnen zuletzt selten gesehen. In Buxtehude spielte sich die SG aber den Frust des Debakels von Ljubljana von der Seele, feierte jeden Ballgewinn und jeden Treffer. „Ich bin zufrieden damit, wie wir das Spiel angegangen sind“, lobte Gaugisch sein Team. „Wir haben in der ersten Halbzeit eine gute Reaktion gezeigt, haben emotional, konsequent und schnörkellos gespielt.“

Nach der Rückkehr der zuletzt kranken Veronika Malá und Roos Daleman konnte die SG komplett antreten. Die junge Buxtehuder Truppe war kaum mehr als ein Spielball für den Meister. Den Gastgeberinnen nutzte ihre offensive 3-2-1-Abwehr wenig. Bevor die sich formieren konnte, lag die Harzkugel meist schon im BSV-Tor. Aus ihrer starken Defensive heraus überrannte die SG BBM den BSV. Bis zum 12:2-Zwischenstand nach 17 Minuten fielen fast alle Bietigheimer Treffer aus schnellen Kontern und gut ausgespielten Angriffen in der zweiten Welle.

In der 22. Minute musste die Partie kurz unterbrochen werden. Jörg Loppaschewski, mit über 850 Einsätzen der erfahrenste Bundesliga-Schiedsrichter, verletzte sich an der Wade. Sein Partner Nils Blümel musste die Begegnung fortan alleine leiten, erledigte das aber ohne Probleme.

Die hatte auch Bietigheim nicht. Gaugisch konnte schon früh damit beginnen, seiner Stammformation Pausen einzuräumen. Das nutzte unter anderem Daleman, um auf sich aufmerksam zu machen. Die erst 19-jährige Linksaußen netzte viermal ein, glänzte dabei mit einer hundertprozentigen Trefferquote.

Nach dem furiosen Auftritt und der 22:7-Pausenführung ließ es die SG in der zweiten Halbzeit etwas gemütlicher angehen. Die deutliche Führung geriet aber nie in Gefahr. In der fairen Partie erhielt der Meister bis zur 47. Minute lediglich eine Gelbe Karte. Kurios, dass ausgerechnet Torhüterin Gabriela Moreschi die erste Zeitstrafe kassierte. Über den Grund rätselte die SG, ließ sich davon aber nicht beeindrucken.

Für Buxtehudes Trainer Dirk Leun war die 20:37-Niederlage seiner jungen Truppe kein Beinbruch: „Das war heute eine ganz andere Liga. Bietigheim war ein paar Nummern zu groß für uns.“ Die SG wurde für ihren engagierten Auftritt nicht nur mit zwei Punkten belohnt. Da sich im Verfolgerduell Dortmund und Thüringen 30:30 trennten, vergrößerte die SG (22:0 Punkte) ihren Vorsprung gegenüber dem Thüringer HC (21:3) und Borussia Dortmund (21:5).  bzh

 
 
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