SG BBM Bietigheim De la Peña entschuldigt sich bei den Fans

Von bzh
Auch dem Bietigheimer Rückraum-Shooter Tom Wolf fehlte im Heimspiel gegen Nordhorn-Lingen die Durchschlagskraft. Foto: Avanti/Ralf Poller

Nach einer desolaten Vorstellung verliert die SG BBM Bietigheim ihr Zweitliga-Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit 21:29 (10:13). Die Mannschaft und die Zuschauer in der Viadukthalle sind fassungslos.

Ihr Jubiläum hatten sich Juan de la Peña, der seine 100. Zweitligapartie absolvierte sowie Trainer Iker Romero und dessen „Co“ Sebastia Salvat, die Bietigheim zum 50. Mal in einem Meisterschaftsspiel coachten, ganz anders vorgestellt. Nach einer desolaten Leistung unterlag das Viadukt-Team der HSG Nordhorn-Lingen mit 21:29 (10:13). „Wir haben einfach nicht unsere Leistung gebracht. Mit 21 Toren können wir kein Spiel gewinnen“, ärgerte sich de la Peña und dachte dabei auch an die schwer enttäuschten Zuschauer in der Viadukthalle: „Wir müssen sorry sagen zu den Fans. So kann man zu Hause nicht auftreten.“

Gänsehaut beim Gegner

Mit nunmehr 12:12 Punkten rutschte Bietigheim ins graue Mittelfeld der Zweiten Liga ab. Nordhorn ist dagegen mit 16:8 Punkten im Aufwärtstrend. Kapitän Alexander Terwolbeck war stolz auf sein Team: „Ich bekomme richtig Gänsehaut. Das war eine sensationelle Leistung von uns allen“, erklärte der Spielmacher nach der Partie. „Wenn wir so weitermachen, können wir gegen jeden Gegner gewinnen.“

Die erste Halbzeit war ein zähes Ringen. Bestes Beispiel dafür Max Öhlers Abwehraktion nach acht Minuten gegen Dominik Kalufut. Der SG-Linksaußen zog Nordhorns Kreisläufer im Zweikampf das Trikot über den Kopf. Folgerichtig musste der Bietigheimer für zwei Minuten auf die Strafbank. In Unterzahl schaffte Dominik Claus, der vor wenigen Tagen erstmals Vater wurde, nach dem anfänglichen 0:2-Rückstand aber das 2:2. Auch das 2:4 steckte das Viadukt-Team weg, ging beim 6:5 durch Tom Wolf nach einer Viertelstunde zum ersten und auch einzigen Mal in Führung.

Die SG fand gegen Nordhorns aggressive 6:0-Defensive kaum ein Durchkommen. Es passierte genau das, was Iker Romero auf jeden Fall vermeiden wollte. Technische Fehler und Ballverluste häuften sich. Mit drei Treffern in Serie übernahmen die Gäste wieder die Führung. Der an einem Kreuzbandriss laborierende Linksaußen Tim Kaulitz vermisste bei seinem Team den Offensivschwung: „Wir stehen zu viel im Angriff, die Geschwindigkeit fehlt, da muss mehr Druck kommen.“ Das ließ die Klasse-Abwehr der Gäste nicht zu. Bietigheim stand sich aber auch selbst im Weg. Als der starke Torhüter Freddy Genz beim 9:11 gleich dreimal in Serie freie Würfe parierte, verspielten die Ellentäler Im Gegenzug jeweils den Ball.

Zur Pause lag die SG BBM mit 10:13 zurück. Wer nach dem Seitenwechsel ein Aufbäumen erwartet hatte, durfte nur kurz hoffen, als Dominik Claus auf 11:13 verkürzte. Dann stürzte Nordhorns Georg Pöhle die Gastgeber ins Dilemma. Vier der nächsten fünf HSG-Tore gingen auf das Konto des Rückraumwerfers, der so dafür sorgte, dass Bietigheim auf 12:18 zurückfiel.

Pfeifer feiert sein Comeback

Die Gastgeber verzweifelten an Nordhorns bärenstarker Abwehr und dem überragenden holländischen Nationaltorhüter Bart Ravensbergen, der 42 Prozent aller Würfe parierte. Gegen dieses Bollwerk verlor die SG zusehends den Mut und als Johannes Wasielewski nach 52 Minuten zum 16:26 einnetzte, musste eine noch höhere Heimniederlage als beim 17:28 gegen Großwallstadt im Dezember 2020 befürchtet werden. Dass es dazu nicht kam, war kaum mehr als ein schwacher Trost. Die SG, bei der Alexander Pfeifer nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte, betrieb in der Schlussphase noch etwas Ergebniskosmetik. Das 21:29 sorgte nicht nur bei den Spielern und Zuschauern für Fassungslosigkeit. Auch Coach Romero war bedient, stürmte direkt nach dem Schlusspfiff in die Kabine.  bzh

 
 
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