SG BBM Bietigheim demütigt Sport-Union Neckarsulm 41 Tore – Gaugisch-Team führt Lokalrivalen vor

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Bietigheimer Offensivpower: Veronika Mala attackiert die Neckarsulmer Torfrau Sarah Wachter. Foto: Marco Wolf

Die SG BBM schießt Neckarsulm mit 41:24 aus der MHP-Arena. So kam es zu dem Schützenfest.

Das war mehr als nur ein Derbysieg. Beim 41:24 gegen die Sport-Union Neckarsulm brannten die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim vor 1012 Zuschauern in der Ludwigsburger MHP-Arena in der zweiten Halbzeit ein Feuerwerk ab. Der Lohn war die Rückkehr auf Rang eins. „Mit drei von vier Dingen bin ich mega zufrieden“, sagte Markus Gaugisch nach der Partie: „Mit dem Angriff in der ersten Halbzeit, mit dem Angriff in der zweiten Halbzeit und mit der Abwehr in der zweiten Halbzeit.“

Es fehlt in dieser Auflistung die Defensivleistung im ersten Durchgang. „In den ersten 30 Minuten haben wir zwar viele Tore geworfen, machten hinten aber oft einen Schritt zu wenig“, verdeutlichte Julia Maidhof das SG-Problem. Neckarsulm nutzte die Bietigheimer Nachlässigkeiten aus. Die Gäste führten zwar nie, blieben aber bis zum 22:18-Pausenstand auf Tuchfühlung. Hätte nicht Gabriela Moreschi einen Sahnetag erwischt, wäre sogar eine Neckarsulmer Pausenführung möglich gewesen. Die Brasilianerin wurde davon beflügelt, dass Torwarttrainer Vicente Alamo in einem ihrer Torwarttrikots mit der Nummer 94 auf der Bank saß. Wohin die Unterländerinnen auch warfen – Gabi war meist schon da, hatte am Ende 22 Paraden auf ihrem Konto und damit fast die Hälfte aller Würfe gehalten.

Nach dem Wechsel machten die Gastgeberinnen mit den zuvor imponierenden Neckarsulmerinnen kurzen Prozess. Gaugisch hatte in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Die SG steigerte in der Abwehr ihre körperliche Präsenz und Beinarbeit, die 6:0-Formation wurde zum Bollwerk. Mit einem 4:0-Lauf innerhalb von weniger als drei Minuten zog die SG auf 26:18 davon und damit den Gästen den Zahn. Neckarsulms zuvor von Lynn Knippenborg großartig dirigiertes Angriffsspiel kam nicht mehr zum Tragen. „Wir haben uns zu schnell aufgegeben“, ärgerte sich Tanja Logvin über den Auftritt ihrer Mannschaft. „Auch von den Torhüterinnen kam keine Hilfe, Moreschi hat alles gehalten, meine Torfrauen fast nichts.“

Nur noch ein Spielball

Nach dem 26:18 war Neckarsulm nur noch ein Spielball der entfesselt aufspielenden Bietigheimerinnen. „Wir sind durch die Abwehr ins Tempospiel gekommen und waren in der zweiten Halbzeit extrem souverän“, befand Julia Maidhof. Das unterstreichen die Zahlen: Bietigheim kassierte nur noch sechs Gegentore, netzte aber selbst 19 Mal ein. Die schönsten Treffer zelebrierten Kim Naidzinavicius, die nach einem spektakulären Kempa-Pass von Karolina Kudlacz-Gloc zum 31:23 traf und Inger Smits, die einen von Naidzinavicius initiierten Kempa zum 28:23 in die Maschen setzte.

 
 
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