SG BBM Bietigheim Ellentäler sind wieder Tabellenführer

Von Niklas Braiger
Neuzugang Maxim Orlov (am Ball) liefert beim Heimsieg der SG BBM fünf Tore und frische Impulse. Der Rückraumspieler überzeugt bei seinem Debüt. Foto: /Martin Kalb

Ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten. In Durchgang eins bestimmen die Offensiven das Geschehen, nach der Pause dann die Keeper und die Abwehrreihen.

Gleich dreifach gibt es am Sonntagnachmittag Grund zur Freude für die SG BBM Bietigheim. Denn nicht nur gewinnt der Tabellenzweite der 2. Handball-Bundesliga das Spitzenspiel gegen den Spitzenreiter HC Elbflorenz aus Dresden mit 31:27 (20:17) und setzt sich damit selbst wieder die Krone auf. Schon vor der Partie gibt es gute Neuigkeiten: Alexander Pfeifer (2028) und Moritz Strosack (2027) verkünden per Video vor Anpfiff ihre Vertragsverlängerung im Ellental. Damit sorgen die Schwaben auch auf Außen für Konstanz in der kommenden Saison.

Und das scheint vor allem Pfeifer mächtig Selbstbewusstsein zu geben. Denn der Linksaußen erzielt in den ersten 15 Minuten drei Treffer bei drei Versuchen. So sorgt der 24-Jährige dafür, dass die SG über 5:2 und 8:5 mit 10:7 nach etwas mehr als 15 Minuten in Führung liegt. „Ich wollte einfach alles geben. Es bedeutet mir viel, meinen Vertrag zu verlängern. Ich finde es super hier, fühle mich sehr heimisch und gehe gerne diese Vertragsverlängerung an“, sagt Pfeifer nach dem Spiel, der das Vertrauen zurückgezahlt hat.

Orlov knallt im Debüt

Auch Neuzugang Maxim Orlov scheint nach einer Woche Trainingseinheiten im Ellental keine Eingewöhnungszeit zu brauchen. Der Leihspieler des TSV Hannover-Burgdorf kommt Mitte des ersten Durchgangs in die Partie, versenkt prompt seinen ersten Wurf und forciert so die erste Auszeit von HC-Coach André Haber. Auch nach der kurzen Besprechung macht der Mittelmann aber genau da weiter, nagelt auch das zweite und dritte Tor in die Maschen und fängt in Unterzahl in der Deckung sogar noch einen Ball ab (20.).

Dank Fynn Nicolaus’ Rückraumwurf zum 14:9 sind die Gastgeber zehn Minuten vor der Pause erstmals mit fünf Toren in Front und profitieren auch von unkonzentrierten und überhasteten Würfen der Sachsen. Denn offensiv läuft bei den Männern in Weiß-Gold nur wenig zusammen, zudem setzt Jan Hrdlicka im SG-Kasten immer wieder Nadelstiche. Einziger Wermutstropfen: Abwehrchef Nikola Vlahovic muss kurz vor der Halbzeit verletzt raus, nach einem Ballgewinn verletzt er sich am Knöchel. So geht es nur mit 20:17 aus Bietigheimer Sicht in die Kabine.

Das Blatt wendet sich

Nach dem Seitenwechsel ist Vlahovic zum Glück wieder mit auf der Platte, allerdings nur 43 Sekunden lang, ehe er mit einer Zeitstrafe wieder heruntergeschickt wird. Nach dem folgenden Siebenmeter gibt es Proteste der Hausherren, da der Wurf von Julius Dierberg eigentlich am Pfosten landet und von dort ins Aus springt. Die Schiedsrichter geben den Ball aber an die Dresdner, obwohl Keeper Martin Tomovski wohl nicht mehr dran war.

Auch dadurch ist der HC nach 35 Minuten wieder auf 20:20 dran und geht durch Oliver Seidler wenig später erstmals in Führung (21:20, 38.). SG-Coach Iker Romero sieht sich nach acht Minuten ohne eigenen Treffer keinen anderen Ausweg, als eine Auszeit zu ziehen. Die macht sich direkt bezahlt, Tomovski ist nun besser im Spiel, doch auch Marino Mallwitz auf der Gegenseite steht ihm in nichts nach. So geht es ausgeglichen mit 23:23 in die Schlussviertelstunde.

Und in dieser übernimmt der neue Mann Orlov direkt Verantwortung: Durch zwei Rückraum-Fackeln stellt er auf 26:24, hinten knüpft derweil Martin Tomovski an die Form aus dem Hinspiel an, als er in Dresden mit 20 Paraden am Ende zum Matchwinner wurde. Im Rückspiel sind es zwar nur sieben gehaltene Bälle, dafür aber entscheidende.

Unnötige Strafe gegen Pehlivan

Den Dresdnern sind stattdessen die Nerven anzumerken. Doruk Pehlivan leistet sich sieben Minuten vor Schluss die vielleicht unklügste Aktion des ganzen Spiels, nachdem er nach einem Foul gegen ihn lautstark protestiert und den Videobeweis für einen Gesichtstreffer fordert. Den gibt es in Liga zwei jedoch gar nicht, stattdessen sieht er für das Fordern selbst die Zwei-Minuten-Strafe.

Mit drei Tomovski-Paraden in Serie und anschließend Wolfs Siebenmeter-Treffer zum 30:26 ist die Partie zwei Minuten vor Schluss vorentschieden. Dresden gibt sich zwar nicht auf, doch ist es zu wenig, was die Sachsen in den Schlussminuten zeigen. So fährt Bietigheim den 31:27-Sieg ein und zieht in der Tabelle an den Gästen vorbei.

 
 
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