SG BBM Bietigheim Ellentälerinnen entscheiden Schwaben-Derby für sich

Von Niklas Braiger
Kaba Gassama (am Ball) ist nicht zu stoppen. Am Ende stehen bei ihr acht Würfe und acht Tore in der Statistik. Foto: /Marco Wolf

Die SG BBM macht die Niederlage vom Wochenende in der Champions League vergessen. Mit 40:25 schlägt sie die TuS Metzingen.

Kantersiege in der Handball Bundesliga nach einer Niederlage in der Champions League haben mittlerweile schon fast Tradition bei den Frauen der SG BBM Bietigheim. Nach dem enttäuschendem 27:31 gegen DVSC Schäffler am Wochenende ist die TuS Metzingen im Schwaben-Derby das nächste Opfer des Tabellenführers. Mit 40:25 setzte sich der amtierende Meister durch, zwei Spielerinnen stechen dabei heraus.

 Die SG kommt schon aus der Kabine wie der Feuerwehr. Zwar stehen beide Abwehrreihen in den ersten Aktion noch kompakt, auch Gabriela Moreschi im SG-Kasten und ihr Pendant Marie Weiss aufseiten der Tussies setzen mit den ersten Paraden ihre Duftnoten. Doch dann finden die Gastgeberinnen zu ihrem gewohnten Tempospiel – zweite Wellen und Gegenstoße sorgen dafür, dass sich die Vestergaard-Sieben früh mit 6:2 absetzt. Zu dem Zeitpunkt sind gut achteinhalb Minuten gespielt und Gästecoach Werner Bösch hat genug gesehen, er zieht die Reißleine in Form einer Auszeit.

Gassama trifft nach belieben

Zu bringen scheint es wenig, denn es beginnt die Kaba-Gassama-Show. Ab der 11. Minute ist die 26-Jährige für sieben der zwölf erzielten Tore bis zur Pause verantwortlich. Mal steht die Kreisläuferin komplett blank, mal hängen ihr zwei Gegenspielerinnen am Trikot, trotzdem versenkt sie – wie etwa in der 15. Minute artistisch per Heber (11:5). Am Ende stehen acht Treffer auf ihrem Konto: „Ich glaube, das ist das erste Mal in der Saison. Ich bin sehr glücklich, weil wir jetzt viel Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl haben“, sagt sie nach der Partie.

Wenn sie mal nicht selbst freigespielt wird, macht sie Platz für ihre Kolleginnen im Rückraum. Dulfer ist in Durchgang eins mit vier Treffern die zweitbeste Werferin hinter der Spanierin. Auch hinten ist Gassama eine Wand. In der 6-0-Abwehr bildet sie den Mittelblock. Diesen Abwehrriegel kriegen die Metzingerinnen kaum geknackt, wenn mal eine Spielerin der Gäste zum Wurf kommt, dann hauptsächlich über außen.

Moreschi mit starker Quote

Doch dann ist da ja noch Moreschi: Die Brasilianerin hat eine für ihre Verhältnisse solide erste Halbzeit: Acht gehaltene Bälle und eine Quote von 44 Prozent stehen bei der Torhüterin auf der Habenseite, ein Mitgrund dafür, warum die SG beim Stand von 19:10 zum Pausentee geladen wird. Auf der Gegenseite kriegt Weiss kaum mehr eine Hand an den Ball, Johanna Schmitz-Veltin übernimmt in der zweiten Hälfte und zeichnet sich direkt mit einer Doppelparade aus.

Doch obwohl das 18-Jährige Jugendtalent reihenweise die Bälle pariert, kommen die Gäste dadurch nicht ran, denn auch Moreschi bleibt phasenweise unüberwindbar. Gerade, als es so scheint, dass die Tussies in die Spur finden, schaltet die SG wieder einen hoch. Zwar verkürzen Naina Klein und die gebürtige Ludwigsburgerin und Ex-SG’lerin Jana Scheib zwischenzeitlich auf 18:25, doch so schnell, wie Hoffnung bei den mitgereisten Metzingen-Fans aufkommt, ist der Zehn-Tore-Vorsprung auch wieder hergestellt. In der 41. Minute fängt die Torfrau der SG erst einen Wurf aus dem Rückraum sicher und nimmt Sekunden später noch einen Gegenstoß von Laura Godard weg. Bei ihrer Auswechslung in der 45. Minute steht sie bei 38 Prozent gehaltener Bälle.

Torhüter-Duell zu Gunsten der SG

Allen voran dank Sarah Lønborg, die eine Viertelstunde vor Ende anstelle von Moreschi ins Tor kommt, schafft es Metzingen nicht, nochmal eine Schlussoffensive zu starten. Sie hält wortwörtlich den Kopf für ihr Team hin, in 56. Minute wird sie von Anna Frankova im Gegenstoß im Gesicht getroffen, schüttelt diesen Treffer aber locker ab. „Es war eine Parade“, sagt die Keeperin scherzhaft und ergänzt: „Ich halte lieber mit anderen Körperteilen.“ Kurz vor Ende trägt sie sich zum 37:24 dann sogar selbst in die Torschützenliste ein. „Das war mein erstes Tor in der Bundesliga, das ist natürlich schön.“ Mit 50 Prozent gehaltenen Bällen beendet Lønborg das Spiel. Den Schlusspunkt setzt Kelly Dulfer, die schlussendlich die 40 Tore vollmacht und zum 40:25-Endstand netzt.

 
 
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