SG BBM Bietigheim Erstmals in der Favoritenrolle

Von bzh
Inger Smits scheint ihre Rückenprobleme auskuriert zu haben. Nach Kurzeinsätzen gegen Kristiansand in der Champions League stand sie gegen Blomberg in der Liga wieder lange auf dem Feld. Foto: /Marco Wolf

Aus dem Außenseiter SG BBM Bietigheim ist in der Champions League nach drei Siegen und einem Unentschieden in den ersten vier Spielen ein Gejagter geworden. Am Sonntag empfängt die Mannschaft von Trainer Markus Gaugisch RK Krim Mercator Ljubljana.

Neue Rolle für die SG BBM Bietigheim: Der als Außenseiter in die Champions League gestartete Deutsche Meister zählt plötzlich zu den Favoriten. Nach vier bärenstarken Vorstellungen führen die Viadukt-Handballerinnen mit 7:1 Punkten die Tabelle der Gruppe A in der Königsklasse an. Die Jagd auf das Überraschungsteam ist eröffnet. Am Sonntag (14 Uhr) fordert RK Krim Mercator Ljubljana aus Slowenien die SG in der Ludwigsburger MHP-Arena heraus

„Das werden nun ganz andere Spiele“, sagt Markus Gaugisch. „Jetzt erwarten uns neue Aufgaben. Wir sind nicht mehr der Underdog, sondern werden ernstgenommen. Die Gegner sind entsprechend heiß.“ Angst macht das dem SG-Trainer aber nicht: „Wir wissen um unsere Stärke, müssen bei uns bleiben und immer an die Grenzen gehen. Nur 90 Prozent unseres Optimums auszuschöpfen, ist zu wenig.“

Das Bundesligaspiel am Mittwoch gegen die HSG Blomberg-Lippe bestätigte diese Einschätzung. „Anwesenheit allein reicht nicht“, meint die weiterhin verletzte Kapitänin Danick Snelder zur verpatzten ersten Hälfte (13:15). Im zweiten Durchgang legten die Bietigheimerinnen zu, gewannen noch 36:27.

Blombergs Talentschuppen kann man so wenig mit der routinierten Truppe von RK Krim vergleichen wie Äpfel mit Birnen. Die Gäste aus Ljubljana starten bereits zum 27. Mal in der Champions League, die sie zweimal gewannen. In dieser Saison ist der nach Ljubljanas 1107 Meter hohem Hausberg Krim benannte Klub jedoch noch nicht so richtig ins Rollen gekommen. Nach Niederlagen in Bukarest (28:30) und gegen Kristiansand (21:27) gab es einen Sieg gegen Most (42:29).

Zuletzt kassierte der slowenische Abonnementmeister eine 30:32-Niederlage gegen FTC Budapest. Der Frust darüber saß tief, weil ausgerechnet Topspielerin Daria Dmitrieva nach 20 Minuten bei einer 11:9-Führung eine höchst umstrittene Rote Karte sah. Ohne die auf Leihbasis in Ljubljana spielende russische Olympiasiegerin fehlte die Lenkerin und Denkerin, Krim verlor die Partie.

In der MHP-Arena ist Dmitrieva wieder dabei, genau wie beispielsweise die ehemalige Welthandballerin Allison Pineau (Olympiasiegerin mit Frankreich 2021) und Torhüterin Barbara Arenhart, die 2013 mit Brasilien Weltmeisterin wurde. Erfolgreichste RK-Werferin gegen Budapest war Jovanka Radicevic. Mit ihren neun Buden übertraf die montenegrinische Rechtsaußen als überhaupt erst zweite Spielerin die Marke von 1000 Toren in der Champions League.

Die SG spielte in der Saison 2020/21 in der Champions League zweimal gegen RK Krim. In beiden Partien führten die Bietigheimerinnen zwischenzeitlich mit fünf Toren, einen Sieg gab es aber nicht. In Ljubljana unterlag Bietigheim mit 26:28, vor eigenem Publikum gab es ein 22:22.   bzh

 
 
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