Das Warten hat ein Ende. Drei Monate nach dem dramatischen Abstieg der SG BBM Bietigheim aus dem Oberhaus in die 2. Handball-Bundesliga, stand nun das erste Heimspiel in der Ege-Trans-Arena an. Nach einem holprigen Start bezwang Bietigheim den VfL Lübeck-Schwartau mit 33:30. Kapitän Fabian Wiederstein saß hierbei trotz seiner Verletzung (Muskelfaserriss) auf der Bank der Ellentäler. Emotional war es für ihn nicht anders als sonst: „Ich bin seit acht Jahren Jugendtrainer, also ein Stück weit kenne ich das schon. Klar man möchte immer helfen, aber im Endeffekt hat es die Mannschaft super gemacht.“
SG BBM Bietigheim Fehlstart erneut noch ausgebügelt
Nach einem holprigen Start, bezwingt die SG BBM Bietigheim den VfL Lübeck-Schwartau mit 33:30. Damit feiern sie den ersten Heimsieg im ersten Heimspiel der Saison.
Frühe Romero-Auszeit nach Torflaute zum Spielstart
Denn das Spiel startete für die Bietigheimer nicht wie geplant. Nachdem Einar Nickelsen das Spiel nach 57 Sekunden mit dem ersten Treffer eröffnete, waren es erst einmal nur die Lübecker, die spielbestimmend auftraten. Nils Conrad verhinderte bei einem Siebenmeter mit einer Beinparade den ersten Treffer der Ellentäler. Die junge Lübecker Mannschaft, das gerade mal drei Spieler über 25 im Kader zählt, wirkte immer einen Schritt schneller als die Mannschaft von Iker Romero. Nach dem zwischenzeitlichen 4:0 Rückstand sah sich der Trainer gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen (6.).
Die Bietigheimer Erlösung kam letztendlich durch einen erneuten Siebenmeter von Alexander Pfeifer. Dieser vergab zwar noch den Strafwurf, doch den Abpraller verwandelte er zum 1:4-Anschluss. Die Lübecker hielten Bietigheim auch nach 15 Minuten auf einer Distanz von fünf Treffern und Torhüter Paul Dreyer glänzte mit starken Paraden, die er gebührend feierte.
Tomovski und Fischer legen eine Show aufs Parkett
In der zwanzigsten Minute aber der Wendepunkt, Angeführt von Martin Tomovski im Kasten und Jonathan Fischer am Kreis schafften es die Ellentäler gegen Ende der ersten Halbzeit immer weiter aufzuholen. Zwischenzeitlich vergingen dabei fünf Minuten, bis ein Ball hinter Tomovski landete und Fischer erzielte innerhalb von vier Minuten vier Treffer für die Hausherren. Mit darunter ein wunderschöner Dreher, bei dem sich Dreyer streckte, doch letztendlich keine Chance mehr hatte. So ging es mit einem Stand von 15:16 aus Sicht der SG BBM in die Kabine.
Die zweite Halbzeit startete ruhig auf beiden Seiten, wieder waren es die Lübecker die zuerst den Ball über die Linie drücken. Bis Minute 38 dauerte es, dass die Ellentäler erst durch Nikola Vlahovic ausgleichen und dann durch einen Siebenmeter von Tom Wolf das erste Mal in der Partie in Führung gingen. Das Spiel war inzwischen zu einem Krimi für die über 2000 anwesenden Anhänger in der Ege-Trans-Arena geworden. Immer wieder ging Bietigheim in Führung, doch schaffte es nicht, diese auf zwei Tore auszubauen. Das Katz- und Mausspiel drehte sich zwischenzeitlich und Lübeck war es ab der 43. Minute, die die Bietigheimer auf Abstand hielten. Martin Tomovski parierte nicht nur überragend, sondern stellte mit seinem Treffer in der 48. Minute auf die erste Zwei-Tore-Führung für sein Team.
Nicolaus fliegt kurz vor Schluss mit Drei-mal-Zwei
Über neun Minuten vereitelte die Romero-Sieben jegliche Torchance und fünf Minuten vor Schluss bebte die Halle dank der 28:25-Führung durch Pfeifer. Kurz vor Schluss, sah Fynn-Luca Nicolaus noch die Rote Karte, nachdem er sich beim Schiedsrichter beschwerte und damit die dritte Zwei-Minuten-Strafe einbrockte. Dies änderte allerdings nichts mehr am 33:30-Endstand und damit dem zweiten Sieg im zweiten Ligaspiel.
Bietigheim – Lübeck
33:30 (15:16)SG BBM Bietigheim: Tomovski (1), Hrdlicka; Vlahovic (2), Hadzimuhamedovic (2), Wolf (3/2), de la Peña (2), Nicolaus (4), Strosack (4), Pfeifer (2), M´Bengue (1), Fischer (10), Hermann (2), Prantner. VfL Lübeck-Schwartau: Dreyer, Conrad; Holzhacker (3), Houmöller (4), Hagedorn (1), Schramm, Benitez, Holpert (5), Schrader (8), Hartwig, Längst, Nickelsen (3), Speckmann (5), Emdorf (1), Cohen. Siebenmeter: 4 – 3. Strafen: 7 - 4.Schiedsrichter: Frederic Linker (Recklinghausen), Sascha Schmidt (Bochum). Zuschauer: 2022.
