Über sechs Wochen sind seit dem unglücklichen Abstieg der SG BBM Bietigheim aus der 1. Handball-Bundesliga vergangen. Viele Fans hadern noch immer mit dem knapp verpassten Klassenerhalt im Oberhaus. Trainer Iker Romero hat den Blick dagegen schon schnell wieder nach vorne gerichtet. „Es ist im Sport wie im Leben: du darfst nicht zu lange mit den Dingen hadern“, erklärt der 45-Jährige seine Sichtweise und führt weiter aus: „Es ist aber auch wichtig, nicht zu vergessen, was passiert ist. Denn wir wollen ja auch daraus lernen.“ An Niederlagen, Rückschlägen und auch Ungerechtigkeiten könne man verzweifeln oder daraus wertvolle Erfahrungen ziehen. „Auch das haben Sport und das Leben gemein“, schildert Romero.
SG BBM Bietigheim Für Trainer Iker Romero zählt nur der Wiederaufstieg
Die SG BBM Bietigheim ist in die Testspielphase gestartet. Trainer Romero kennt für seine Abschiedssaison nur ein Ziel: den direkten Wiederaufstieg.
Der Blick des früheren Weltklassespielers ist komplett nach vorne gerichtet. Aber auch nicht zu weit, sondern nur bis zum 30. Juni 2026. Denn dann endet seine Zeit in Bietigheim und der frühere 200-fache spanische Nationalspieler wird sich ab Mitte kommenden Jahres ausschließlich auf seine Aufgabe als Nationaltrainer Österreichs konzentrieren. In dieser Saison wird er hingegen noch eine Doppelrolle einnehmen: Trainer bei der SG BBM Bietigheim und beim österreichischen Verband.
Lassen sich die beiden unterschiedlichen Aufgaben denn gut unter einen Hut bringen? Romero lächelt. „Das werde ich dann sehen“, sagt er schmunzelnd und winkt gleich danach ab. „Das ist gar kein Problem. Außerdem haben wir ein tolles Trainerteam hier und arbeiten sehr gut zusammen.“
Der letztjährige Co-Trainer Ryota Tanimura ist zum Saisonende verabschiedet worden und in seine japanische Heimat zurückgekehrt. Den Platz an der Seite von Romero übernimmt nun mit Manuel Schmidt der bisherige Trainer der A-Jugend. Torwart-Trainer Jürgen Müller bleibt der SG BBM erhalten.
Vom Jäger zum Gejagten
Angesprochen auf das Saisonziel redet Romero gar nicht lange drumherum und findet deutliche Worte: „Wir wollen natürlich den direkten Wiederaufstieg schaffen. Alles andere ist unwichtig.“ Denn so unglücklich der Abstieg aus der ersten Liga vor einigen Wochen auch gewesen ist, er sorge auch dafür, dass man nun allen beweisen könne, dass Bietigheim in die erste Liga gehört. „Wir kennen die zweite Liga ja leider sehr gut und wissen, was uns dort erwartet“, betont der Spanier mit Blick auf die bevorstehende Saison. Die SG BBM wird dann nicht mehr wie in der Bundesliga der Jäger anderer Vereine sein, sondern selbst zum Gejagten werden.
„In der zweiten Liga wird sehr guter Handball gespielt“, weiß Romero. Wer die größten Rivalen im Aufstiegsrennen werden, will Romero gar nicht erst aufzählen. „Es gibt einige gute Mannschaften und es ist in jedem Jahr auch ein Überraschungsteam oben mit dabei. Aber das interessiert uns alles überhaupt nicht. Wir schauen wirklich nur auf uns.“
Der Blick auf den Kader der Bietigheimer offenbart, dass mit Martin Tomovski und Jan Hrdlicka zwei neue Torhüter zu integrieren sind. „Das ist nicht einfach, aber auch nicht schwer. Beide sind erfahren und gute Jungs“, zeigt sich Romero optimistisch. Schwer wiege hingegen das Karriereende von Paco Barthe, der elf Jahre für die SG BBM aufgelaufen ist. „Spielerisch und menschlich ist das ein Verlust“, gibt Romero zu. „Aber er hat einen guten Zeitpunkt gefunden, um aufzuhören.“
Erfahrene Neuzugänge
Im Rückraum sollen Max Prantner und Djibril M’Bengue nun die Akzente setzen. Rechtsaußen wird Nico Bacani an der Seite von Moritz Strosack auflaufen. Romero ist von seinen Neuzugängen überzeugt: „Das sind alles erfahrene, sehr gute Spieler.“
Nachdem es in der ersten Trainingswoche noch darum ging, wieder mit dem Ball vertraut zu werden, sind die Bietigheimer nun in die Testspielphase gestartet. Nach dem Trainingslager in Spanien (20. bis 25. August) soll das neue Team perfekt vorbereitet auf den Zweitliga-Auftakt in Dresden beim HC Elbflorenz (30. August) sein.
