Während die Fußballer längst in der Winterpause verweilen, sind die Profis im Eishockey, Basketball und Handball auch über die Weihnachtsfeiertage voll gefordert. Die Steelers müssen ein Mammutprogramm von sechs Spielen binnen 13 Tagen bewältigen. Zwischen Weihnachten und dem ersten Wochenende des neuen Jahres stehen für die Basketballer der MHP Riesen drei Spiele auf dem Programm. Und auch die SG BBM Bietigheim empfängt am 27. Dezember (19.30 Uhr) den neuen Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten in der Ege-Trans-Arena. Da auch über die Festtage fleißig weiter trainiert wird, bleibt für die ausländischen SG-Profis – wenn überhaupt – nur ein kleines Zeitfenster, um Weihnachten mit der Familie feiern zu können.
SG BBM Bietigheim „Handball geht einfach vor“
Die SG-Spieler Jan Hrdlicka, Martin Tomovski und Max Prantner verbringen Weihnachten aufgrund des engen Spielplans auf unterschiedliche Weise.
Alle Jahre wieder
Für Max Prantner ist das nichts Neues. Der 25-jährige Südtiroler stammt aus einer richtigen Handball-Familie. Sein Vater und seine Mutter haben bereits Handball gespielt. Auch sein jüngerer Bruder Leo steht aktuell im Kader der Füchse Berlin. „Bei uns war das schon immer so, dass sich der Zeitplan am Handball orientiert hat und wir Weihnachten nicht immer zusammen feiern konnten“, schildert der Linkshänder. „Aber das ist okay so. Handball geht einfach vor bei uns.“
Auch dieses Jahr lohne es sich nicht, für die zwei freien Trainingstage am 24. und 25. Dezember in die Heimat nach Südtirol zu fahren. „Da bin ich mehr im Auto als bei meiner Familie“, erklärt Prantner. Daher plant er, die beiden Weihnachtstage mit Teamkollegen in Bietigheim zu verbringen. „Wir verstehen uns als Mannschaft so gut, das ist wie eine Familie“, schildert er. Erst nach dem Spiel gegen Balingen-Weilstetten geht es für den Südtiroler in die Heimat. Und dann wird das Feiern nachgeholt.
Eine lange Autofahrt in Kauf nimmt hingegen SG-Keeper Jan Hrdlicka. Direkt nach dem letzten Training vor Heiligabend will der 29-Jährige ins Auto steigen und die gut vier Stunden in die tschechische Heimat zurücklegen, um mit den Eltern und der Freundin Weihnachten feiern zu können.
„Bei uns gibt es zu Weihnachten neben den Geschenken traditionell Kartoffelsalat“, erklärt Hrdlicka voller Vorfreude. „Der ist anders als der auch sehr leckere deutsche, weil bei uns in Tschechien viel Gemüse drin ist.“
Tomovski feiert erst am 6. Januar
Für Keeper-Kollege Martin Tomovski ergibt sich in den nächsten Tagen gar kein Engpass rund um Weihnachten und Handball. Als orthodoxe Christ feiert er das Weihnachtsfest nämlich erst am 6. Januar – und dann pausiert die 2. Handball-Bundesliga längst. „Ich will aber am 24. auch nicht alleine sein“, betont Tomovski lächelnd. „Dann werde ich mit Freunden und Teamkollegen in Bietigheim sein.“
In seiner nordmazedonischen Heimat sind sehr viele Menschen gläubig, schildert der 1,94 Meter große Torwart. Am 6. Januar gibt es ein großes Abendessen mit der Familie und den Brauch, dass ein spezielles Weihnachtsbrot gebacken wird. Darin eingebacken ist ein Taler. Das Brot wird geteilt, und wer die Münze findet, hat das beste Omen für das kommende Jahr. „Das ist vor allem für Kinder eine wirklich sehr schöne Tradition“, erklärt Tomovski.
Aufgrund seiner Verpflichtungen mit der nordmazedonischen Nationalmannschaft hat auch der 28-Jährige schon mal Weihnachten zu Hause verpasst. Doch dieses Mal ist er erst ab dem 7. Januar mit der nationalen Auswahl wieder unterwegs und freut sich auf das Fest mit der Familie.
